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Kooperation und Dialog

Chinesisch-Deutsche Projektleiter-Konferenz

Die zukünftigen Perspektiven der Kooperation, bildungspolitische Tendenzen und praktische Erfahrungen in der höheren beruflichen Bildung sowie die Anforderungen der Wirtschaft an die Berufsbildung waren die zentralen Themen der chinesisch-deutschen Projektleiter-Konferenz von 17. bis 18. November 2009 in Peking. Die Konferenz dient als Forum des bildungspolitischen Dialoges der Hanns-Seidel-Stiftung mit dem Ministry of Education und als Diskussionsplattform für die Partner des Bildungsnetzwerkes.

Christian Hegemer gab zunächst einen Einblick in die entwicklungspolitische Rahmensituation in Deutschland. In diesem Zusammenhang sprach er auch über die Rolle von politischen Stiftungen und deren Mitwirkung bei der Formulierung deutscher Interessen. Neue Ideen und Anstöße sollten aufgenommen werden, um der Entwicklung Rechnung zu tragen.

Mit der bildungspolitischen Kooperation, die in enger Beziehung zur Reform und Öffnungspolitik seit 1978 steht, haben im Bildungsbereich, gerade auch in der beruflichen Bildung, neue Ideen Einzug gehalten, sagte Sheng Jianxue, stellvertretender Direktor der Abteilung für Internationale Zusammenarbeit und Austausch des Bildungsministeriums. Die Hanns-Seidel-Stiftung war auf diesem Feld ein Vorreiter in der Volksrepublik China. Auch die im Ausland studierenden jungen Chinesen haben nicht nur technische Fertigkeiten erworben, sondern neue Vorstellungen mitgebracht, die notwendig sind für eine weitere Entwicklung. Ohne die Einflüsse von außen, hob Sheng hervor, wäre die Entwicklung in China in den vergangenen Jahrzehnten nicht so erfolgreich verlaufen.

Die entwicklungspolitische Diskussion in Deutschland wird in China wahrgenommen, führte Sheng weiter aus. Man sollte jedoch nicht außer Acht lassen, dass die Kooperation auch der Förderung des Dialoges zwischen beiden Ländern dient und keinesfalls nur als monetärer Faktor zu sehen ist. Am Rande der Konferenz führte Abteilungsleiter Hegemer intensive Gespräche mit den chinesischen Kooperationspartnern.

Chen Haosu, Christian Hegemer

Im Mittelpunkt der Unterredung mit dem Präsidenten der Gesellschaft des Chinesischen Volkes für Freundschaft mit dem Ausland stand die allgemeine politische Situation. China verfolgt die politische Entwicklung in Europa mit großem Interesse, sagte Chen Haosu. Europa ist eine Erfolgsgeschichte und Beispiel für andere Regionen der Erde. Er brachte zum Ausdruck, dass China vor vielen Herausforderungen stehe, etwa im Bildungssektor, im Bereich der Umwelt oder das Problem der Disparität zwischen den entwickelten Regionen im Osten und den strukturschwachen Provinzen im Westen des Landes.

Christian Hegemer erläuterte die Veränderungen nach der Bundestagswahl und die politischen Gründzüge der christlich-liberalen Regierung. Zwischen China und Deutschland bestehen stabile Beziehungen und in der deutschen Außenpolitik werde es sicherlich keine grundlegenden Änderungen geben. „Die politischen Akteure wechseln, aber die Beziehungen zwischen den Ländern sollten stabil bleiben“, betonte Chen Haosu. Mit der Kooperation zwischen der Freundschaftsgesellschaft und der Hanns-Seidel-Stiftung leiste man gemeinsam einen Beitrag zur Förderung des Dialoges zwischen Politikern beider Länder, hob Hegemer hervor.

In der Hochschule des Zentralkomitees der KP China sprach er mit Prof. Zhang Zhongjun, dem stv. Leiter des General Office. Basis der Kooperation, so Zhang, ist das wechselseitige Interesse an den Entwicklungen im jeweils anderen Land. Außerdem können Erfahrungen anderer Länder dienlich sein bei der Entwicklung im eigenen Land. China stehe vor großen Herausforderungen mit der Gefahr sozialer Verwerfungen als Folge gravierender Disparitäten zwischen Stadt und Land sowie Ost- und Westchina. Christian Hegemer wies darauf hin, dass die Politik den Menschen in den Mittelpunkt stellen müsse, nicht das System.

Ein weiteres Fachgespräch fand mit Mit Wu Haiyang statt, dem Leiter des Zentrums für Flurneuordnung des Ministry of Land and Resources (MLR). Dem MLR ist nicht nur an einer Fortführung, sondern an der Erweiterung der erfolgreichen Zusammenarbeit gelegen. Gegenwärtig unterstützt die Hanns-Seidel-Stiftung in der Provinz Ningxia ein Modellprojekt zur Flurneuordnung und Dorfentwicklung durch Beratung der Entscheidungsträger, wobei hier die Bewohner mit partizipativen Beteiligungsverfahren eingebunden werden.