Kontakt
Verbindungsstelle Brüssel
Leiter: Christian Forstner
Tel.: +32 2 230-5081 | Fax: -7027
E-Mail: bruessel@hss.de
Publikationen
Aktuelle Veranstaltungen
Reduzierung von Treibhausgasen und effektiver Waldschutz

- Diskussionsrunde zur Reduzierung von Treibhausgasen und effektiver Waldschutz
Am Rande der Kopenhagener Klimakonferenz führte die Hanns-Seidel-Stiftung mit der slowenischen Regierung und der Asia Europe Foundation eine Diskussionsrunde zur Reduzierung von Treibhausgasen und zum effektiven Waldschutz durch. Mehr als 100 Teilnehmer erörterten, welcher Finanzierungsmechanismus am besten geeignet sei, um den Schutz der tropischen Wälder als Kohlendioxidspeicher zu gewährleisten.
Künftig sollen die Industrieländer Finanzhilfen als sogenannte „Karbonkredite“ für Entwicklungsländer zur Verfügung zu stellen, mit der Vorgabe, diese für den Waldschutz einzusetzen. Ansprechpartner für diesen internationalen Finanzausgleich sind auf der Geber- und Nehmerseite Regierungen, aber auch private Unternehmen, die vor Ort einen Beitrag zum Waldschutz leisten können.
Diesen Zusammenhang verdeutlichte der Moderator der Veranstaltung, Dr. Axel Michaelowa, Climate Policy Consultancy: „REDD (Reducing Emissions from Deforestation and Degradation) ist eine der wenigen Leuchtpunkte in Kopenhagen, in einem Meer der Dunkelheit“. Aus diesen Gründen forderten die Vortragenden generell die Einbeziehung von REDD in zukünftige, weltweite Regierungsverhandlungen. REED stellt nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz dar, sondern auch zum Erhalt der Artenvielfalt und der nachhaltigen Landschaftsentwicklung. Nach Ansicht der beiden Vortragenden Charlotte Streck, ehemalige Mitarbeiterin der Weltbank, und Dr. David McCauley, Asiatische Entwicklungsbank, ist die Einbeziehung des privaten Sektors in den REDD-Finanzierungsmechanismus von größter Bedeutung, da nur durch diese Maßnahme nachhaltige Entwicklung gewährleistet werden kann.
Zwei Beispielsprojekte für erfolgreiche REDD-Maßnahmen stellten Masanori Kobayashi, Institute for Global Environmental Strategy (IGES), und Fitrian Ardiansyah, WWF-Indonesien, vor. Der Projektleiter der Hanns-Seidel-Stiftung in Indonesien, Dr. Ulrich Klingshirn, verwies auf die Notwendigkeit, dass Industrie und Entwicklungsländer gemeinsam Zugeständnisse machen müssen, um effizienten Waldschutz im Rahmen von REDD zu erreichen.
Dieses Thema war auch bestimmend bei einem informellen Abendessen mit führenden Vertretern im Bereich Klimaschutz aus Europa und Asien. Es zeigte sich, dass nicht nur die unterschiedlichen Positionen der Verhandlungspartner, sondern auch kulturelle Unterschiede einen erfolgreichen Verhandlungsabschluss gefährden.

- Teilnehmer des Politikdialogs
Im Anschluss an die offizielle Nebenveranstaltung im Rahmen der COP-15 Verhandlungen fanden sich am 17. Dezember 2009 in Brüssel strategische Partner der Hanns-Seidel-Stiftung im Umweltbereich zusammen, um im Rahmen eines Politikdialogs Vertreter der europäischen Institutionen über den aktuellen Verhandlungsstatus in Kopenhagen zu informieren und über zukünftige Strategien zwischen Asien und Europa im Kampf gegen den Klimawandel zu diskutieren. Ausrichter dieses Politikdialogs waren die Hanns-Seidel-Stiftung und die Asia-Europe Foundation.
Egal wie die Klimaverhandlungen ausgehen, der Klimawandel wird die Weltgemeinschaft auch nach Kopenhagen weiterhin beschäftigen. Dr. David Stanners, European Environmental Agency, zeigte sich überzeugt, dass die Europäische Union an ihrem ursprünglichen Minimalziel, die Emissionen um 20 Prozent gegenüber 1990 zu verringern, festhalten wird. Die Tatsache, dass es für die Weltgemeinschaft möglich war, Milliardensummen für die Rettung der Banken bereitzustellen, während in Kopenhagen um langfristige finanzielle Verpflichtungen gefeilscht wird, sei tragisch, so Stanners.
Gegenüber den EU-Vertretern beschrieb Masanori Kobayashi, IGES, das Konzept, das sich hinter REDD verbirgt. Er verwies auf das große Potenzial von REDD bei der Finanzierung von ländlicher Entwicklung und Waldkonservierung. Insbesondere der asiatisch-pazifische Teil der Erde könne von einem funktionierenden REDD-Mechanismus profitieren. Die Grundidee von REDD ist relativ einfach, sie basiert auf der Funktion der Wälder als Kohlenstoffspeicher. Dem in den Wäldern gespeicherten Kohlenstoff soll ein wirtschaftlicher Wert beigemessen werden. Dadurch kann der Erhalt von Wäldern in wirtschaftliche Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Im Rahmen eines REDD-Systems sollen die Emissionen aus tropischer Entwaldung anerkannt und bewertet werden, damit wirtschaftliche Anreize für den Stopp der Entwaldung geboten werden können. Obwohl die Theorie einfach klingt, ist die Umsetzung von REDD doch komplex und verschiedene strukturelle, technische und methodische Herausforderungen müssen gemeistert werden.

- Mahesh Pradhan
Mahesh Pradhan, Direktor UNEP Bangkok, machte deutlich, dass selbst wenn das Ziel der maximalen Erwärmung von zwei Grad in Kopenhagen festgelegt wird, es spürbare Auswirkungen auf das Klima und auf das Geosystem geben wird. Werden diese frühzeitig erkannt, die nötigen Daten gesammelt und ernst genommen, können Anpassungsmaßnahmen vor den schwerwiegendsten Folgen schützen. Es gilt von Ländern zu lernen, die bereits mit den Folgen des Klimawandels kämpfen müssen, wie beispielsweise Bangladesh. Für Pradhan hat die Bekämpfung des Klimawandels jedoch nicht nur eine technische Komponente. Ein massiver Wandel in den Denkweisen der Menschen auf der ganzen Welt sei erforderlich, um eine nachhaltige Zukunft zu sichern. Die Förderung des Bewusstseins für Umwelt- und Klimafragen bei der jungen asiatischen Generation sei nötig. „If we don´t get it right this time, we are finished“, so Pradhan. Pradhan stellte gegenüber den EU-Vertretern Vorzeigebeispiele aus dem Bereich Umwelterziehung und nachhaltiger Entwicklung vor, die in Zukunft verstärkt gefördert werden sollten.
Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen, UNEP, die Asia-Europe Foundation und das Institute of Environment for Sustainable Development (IGES) zählen seit vielen Jahren zu strategisch starken Partner der Hanns-Seidel-Stiftung in Südostasien. In Kooperation mit diesen konnten Fortschritte im Bereich der Umwelterziehung, des Umweltrechts und der nachhaltigen Entwicklung in Südostasien erzielt werden. Die Entwicklung des Konzepts der „Environmental Sustainalbe Cities“, die Konzeption von Umwelterziehungsmaterialien für Grundschulen in Indonesien, das internationale Asia-Pacific Young Leaders Programm on Environment for Sustainable Development an der Tongji Universität in China oder auch das Asia-Environment Forum sind erfolgreiche Beiträge unserer Partner für eine nachhaltigere Entwicklung in Asien.
Die Veranstaltung fand im Rahmen des "entwicklungspolitischen Dialogs" der Hanns-Seidel-Stiftung Brüssel statt.

Themen
