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Brücken als Pfeiler für nachhaltige Entwicklung

Übergabe der fünften Brücke

„Die Brücken sind lediglich ein erster Schritt. Den zweiten müssen Sie tun. Nutzen und erhalten Sie die Brücken als Verbindung zwischen Stadt und Land“, so IBZ-Leiter Christian Hegemer. Gemeinsam mit Kongos Industrieminister Anicent Kuzunda Mutangiji übergab er Ende November in der Provinz Bandundu (etwa 700 km östlich von Kinshasa) fünf Brücken ihrer Bestimmung. Sie sind wichtiger Bestandteil eines regionalen Entwicklungsplanes.

Seit April 2009 führt die Hanns-Seidel-Stiftung im Kongo ein EU-Projekt im Distrikt Gungu/Provinz Bandundu durch, wo sie ein Projektbüro unterhält. Ziel des Projektes ist es, die Agroforstwirtschaft im Distrikt Gungu zu fördern, um somit einen Beitrag zur Lebensmittelversorgung in Bandundu und vor allem im Einzugsgebiet der Stadt Kikwit zu leisten. 35 Dörfer werden im gesamten Distrikt bei der Aufforstung mit Akazien von 10 ha Land pro Jahr und Dorf (insgesamt 350 ha jährlich) intensiv unterstützt.

Die größte Stadt der Provinz, Kikwit, ist von Gungu aus mit PKW und LKW erreichbar. Die Entwicklung der Region stagnierte dennoch seit den 70er-Jahren. Internationale Organisationen haben sich nicht mehr niedergelassen. Die Nahrungsmittelsituation in der Region ist schlecht, obwohl die landwirtschaftlichen Grundvoraussetzungen eigentlich vorhanden sind.

Alphonse Nkoba (CADIM), Christian Hegemer, Anicent Kuzunda Mutangiji, Götz Heinicke

Zur Verbesserung der Infrastruktur wurden insgesamt fünf Brücken gebaut, damit Gebiete des Distriktes, die ebenfalls von der Aufforstung profitieren, wieder erreichbar sind und die dort hergestellten Produkte abtransportiert werden können. Diese Gebiete sind jetzt nach fast 40 Jahren wieder mit Autos und LKWs erreichbar. Die Materialien für die Brücken hat das Projekt zur Verfügung gestellt, die Arbeitsleistung die Bevölkerung selber. Auf eigene Kosten hat sie auch einen Markt erbaut. Hier werden die Produkte an Transporteure weiterverkauft.

Am 24. November 2010 wurden die errichteten Brücken offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Mit der Ankurbelung der landwirtschaftlichen und der öffentlichen Nutzbarmachung der Infrastruktur kann es zu einer nachhaltigen Entwicklung in der Region kommen. Industrieminister Kuzunda Mutangiji dankte der Hanns-Seidel-Stiftung für ihr Engagement im gesamten Distrikt und betonte, dass sich auch die Regierung in Zukunft verstärkt im Distrikt engagieren wolle. Dies ist sicherlich auch ein Resultat der erfolgreichen Projektarbeit der Stiftung in Gungu. Gerichtet an die lokalen Autoritäten, wie Distriktverwalter, Polizeichef, Arbeitsinspektor und Gerichtspräsident rief er dazu auf, die Arbeit der Stiftung bestmöglich zu unterstützen.

Lokale "Chefs", Christian Hegemer

Projektpartner des EU-Projektes ist ein langjähriger Partner der Stiftung im Kongo, CADIM (Centre d’Appui au Développement Intégral Mbankana), der für die Nutzung der Rinder als Zugtiere, den Anbau von gesundem Maniok und die Vermarktung begleitend zuständig ist. Vor Ort sind zwei weitere lokale Partner involviert. Mit diesen Partnern fördert das Projekt im gesamten Distrikt auch den politischen Prozess, in dem Seminare organisiert und Radiosendungen ausgestrahlt werden. Schwerpunktthema im Jahr 2010 war die Dezentralisierung, 2011 werden es die Wahlen im Kongo sein.

Glück und eine reiche Ernte erhoffen sich die Menschen in Gungu, wenn ein Besucher großen Regen mitbringt. Als Christian Hegemer die Brücken ihrer Bestimmung übergab, regnete es in Strömen. Nun steht er quasi in der Pflicht. Die lokalen Stammeshäuptlinge vermerkten es mit einer gewissen Genugtuung.