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Referat V/2 Mittel-, Ost- und Südosteuropa, Kaukasus, Zentralasien
Dr. Klaus Fiesinger
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Kasachstan: Erste Diplome in der Verwaltungsförderung

Christian Hegemer (3.v.r.) beim Beginn des Akademischen Jahres 2009/2010

Kasachstan hat sich 19 Jahre nach seiner Unabhängigkeit zu einem wichtigen politischen Akteur in Zentralasien entwickelt, was sich auch darin zeigt, dass es zurzeit den OSZE-Vorsitz innehat.

In dem flächenmäßig neuntgrößten Land der Erde mit nur 16,4 Millionen Einwohnern kommt der lokalen zusammen mit der öffentlichen Verwaltung innerhalb der nationalen Entwicklungsstrategie eine äußerst wichtige Rolle zu. Nur so wird das Land fähig sein, die großen natürlichen Rohstoffe wie Erdöl, Erdgas, Steinkohle, Kupfer oder Gold so zu nutzen, dass es zu einer stabilen Entwicklung mit „Wohlstand für Alle“ kommt.

Eine Aufwertung der Lokalen Verwaltung erschien zu Beginn der Projektarbeit in Kasachstan notwendig, da sich die politischen Eliten des Landes bei dem Thema der Dezentralisierung von Macht im Verwaltungsbereich „immer noch schwer tun“. Demgegenüber betonen jedoch auch kasachische Experten schon seit Jahren, dass es bei der Größe des Landes zu dieser Strategie keine Alternative gibt und auch nur so die Partizipation des Bürgers am öffentlichen Leben gefördert werden kann.

Diplomübergabe 2010 in der Akademie

Zur Realisierung ihres Vorhabens konnte die kasachische Akademie für Öffentliche Verwaltung gewonnen werden, mit der bereits im September 2009 – zu Beginn des Akademischen Jahres 2009/2010 - ein einjähriges berufsspezifisches Ausbildungsprogramm mit Magisterabschluss für 20 junge Fachkräfte aus der kasachischen lokalen Verwaltung angeboten werden konnte. Innerhalb dieses Post-Graduierten-Studiums werden einerseits die beruflichen Kenntnisse und Fertigkeiten der sorgfältig ausgewählten Teilnehmer mit bereits mindestens drei Jahren Berufserfahrung aus dem ganzen Lande ergänzt. Andererseits wird die Idee des Modells der Lokalen Selbstverwaltung vermittelt und erörtert. Der konkrete Beitrag besteht aus persönlichen Stipendien für die Studenten, Curriculum-Entwicklung, Weiterbildung der Dozenten, Förderung von Lehrmaterialien, Zurverfügungstellung von Sachausstattung für die Lehre und der gemeinsamen Durchführung von nationalen und internationalen Seminaren bzw. Konferenzen, während derer die neuesten Entwicklungen im Bereich der lokalen und öffentlichen Verwaltung besprochen werden. Wo immer möglich, kommen dabei deutsche Fachleute und Referenten zum Einsatz.

Absolventen des Jahrgangs 2009/2010

Am 18. Juni 2010 konnten die ersten zwanzig Stipendiaten in Kasachstan ihr Magisterdiplom empfangen. Damit verbunden war auch ihre Aufnahme in die „Nationale Personalreserve“, wodurch sie bei der Ausschreibung von Stellen im Öffentlichen Dienst bevorzugt werden. Mittlerweile sind sie alle in ihre ursprünglichen Verwaltungen zurückgekehrt. Es bleibt zu hoffen, dass sie ihr neu erlangtes Wissen dort schnell anwenden können und auch zur Verbreitung des Modells der Lokalen Selbstverwaltung beitragen.

Der Erfolg der ersten Stipendiatengruppe der Hanns-Seidel-Stiftung hat die Partner dazu bewogen, auch im akademischen Jahr 2010/2011 wiederum 20 Kandidaten aus der kasachischen Lokalen Verwaltung die Gelegenheit zum einjährigen berufsspezifischen Studium an der Akademie in der Hauptstadt Astana zu geben.

Während der offiziellen Eröffnungsfeier am 1. September 2010 fasste der Rektor der kasachischen Akademie, Aryn Orsariyev, das bisher Erreichte wie folgt zusammen: „Nur mit der Unterstützung der Hanns-Seidel-Stiftung konnte die Akademie neben dem Bereich der Öffentlichen Verwaltung auch den berufsspezifischen Studiengang „Magister im Management für Lokale Verwaltung“ in kürzester Zeit einrichten.“   

Der Projektinitiative kommt in 2010 zusätzliche Bedeutung zu, weil in Kasachstan das „deutsch-kasachische Jahr“ begangen wird.

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