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Referat V/3 Afrika
Klaus Liepert
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Kongo: Förderung von Eigeninitiative als Garant für Erfolg
Seit 1998 arbeitet die Hanns-Seidel-Stiftung mit CADEA zusammen. In diesen zwölf Jahren wurden rund 500 Kleinunternehmer des informellen Sektors erfolgreich ausgebildet. Das einjährige Programm umfasst eine theoretische Ausbildung in verschiedenen Modulen. Die Schwerpunkte sind: Konzeptionen für eine erfolgreiche Geschäftsführung, Buchführung, Unternehmens- und Projektplanung sowie -durchführung, Strategien zur Selbstfinanzierung, Marketing und Ressourcenmanagement. Zudem erhalten die Teilnehmer einen Überblick über rechtliche Rahmenbedingungen, um sie über ihre Rechte aufzuklären und vor unrechtmäßigen Abgaben zu schützen. Die teilweise starke finanzielle Belastung von Unternehmen ist im Kongo noch allgemein üblich.
Die theoretische Ausbildung findet in einem Seminarraum der Stiftung statt. Um den unterschiedlichen Bildungsniveaus Rechnung zu tragen, wird in Französisch und Lingala unterrichtet. Vermehrt wird auch auf partizipative Methoden (Gruppenarbeiten und Diskussionen) zurückgegriffen. Ein kleiner Unkostenbeitrag für Programm und Lehrbücher steigert erfahrungsgemäß die engagierte Teilnahme.
Ergänzend zur Theorie wird jeder Unternehmer regelmäßig von seinem persönlichen Berater im Betrieb besucht. Diese Begleitungen prüfen, wie das Erlernte in die Praxis umgesetzt wird. Mit dem Berater zusammen erstellt der Kleinunternehmer eine Jahresplanung mit konkreten Unternehmenszielen, bei deren Umsetzung und Entwicklung der Berater im Verlauf des Ausbildungsjahres ebenfalls assistiert. Bei diesen intensiven Beratungen vor Ort ist eine persönliche, auf Vertrauen basierende Beziehung sehr wichtig, damit alle Probleme und Fragen offen diskutiert werden können. Oft werden diese Sitzungen von dem Unternehmer auch dafür genutzt Unterrichtsstoff zu wiederholen, falls das Behandelte nicht verstanden wurde oder der Unternehmer nicht am Unterricht teilnehmen konnte.
Nach Ablauf des Ausbildungsjahres besteht für jeden Teilnehmer die Möglichkeit, sich weiter in seinem Betrieb – gegen Gebühr – beraten zu lassen. Viele der ehemaligen Teilnehmer nutzen diese Möglichkeit, besonders wenn größere Veränderungen anstehen oder Projekte geplant sind (Vergrößerung des Unternehmens, Vervielfältigung der Aktivitäten).
Während der Ausbildung werden zudem regelmäßig sogenannte „visites guidées“ organisiert, bei denen die Teilnehmer gegenseitig ihre verschiedenen Unternehmen besichtigen. Diese Besuche führen zu einem verstärkten Austausch zwischen den einzelnen Unternehmern. Alternative Problemlösungsstrategien werden aufgezeigt oder Ideen für Innovationen im eigenen Betrieb gegeben.
Regelmäßig durchgeführte Evaluierungen zeigen, dass das Konzept Angebot bei gleichzeitig geforderter Entwicklung von eigener Initiative aufgeht. Ein Großteil der Betriebe hat sich in den vergangenen Jahren sehr gut weiterentwickelt oder zumindest stabilisiert. Das spricht entschieden für eine nachhaltige Entwicklung.

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