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Referat V/5 Süd-/Südostasien
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Malaysia – Der Streit um „Allah“

- Karte von Malaysia
Seit 8. Januar 2010 wurden in Malaysia landesweit 11 christliche Gotteshäuser mit Brandsätzen attackiert und zum Teil zerstört. Nichtsdestotrotz fanden sich am vergangenen Wochenende mehr Christen als je zuvor in ihren Kirchen ein, um eben vor diesem Hintergrund demonstrativ die heilige Messe zu zelebrieren. Die christliche Gemeinschaft umfasst nur neun Prozent der insgesamt 28 Millionen zählenden Bevölkerung Malaysias, etwa 60 Prozent Muslime bilden auf die Religion bezogen die absolute Majorität im Lande. Wer die Drahtzieher der Übergriffe auf die kirchlichen Einrichtungen sind, ist bislang unbekannt, zu Verhaftungen ist es auch noch nicht gekommen.
Der Kampf um den Begriff „Allah“
Als ursächlich für die jüngsten Übergriffe wird zunächst der schon lange währende Streit um den Begriff „Allah“ angesehen. Auch die christliche Kirche in Malaysia benutzt diesen Namen für den einzigen Gott und beruft sich dabei auf eine Jahrhunderte alte Tradition ihres Wirkens in Malaysia, die „Allah“ in der Sprache Bahasa Malaysia immer gebrauchte. Im Dezember 2007 verfügte das Innenministerium, dass in nicht-islamischen Publikationen – wie z.B. in der katholischen Zeitschrift „The Herald“ – der Name Allah nicht mehr zur Benennung von Gott verwendet werden dürfe. Das Ministerium begründete das Verbot der weiteren Verbreitung des „Herald“ insbesondere mit der vorgeblichen Feststellung, die Nennung „Allah“ in christlichen Publikationen würde vehement zur Verwirrung der Muslime beitragen.

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