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Referat V/3 Afrika
Klaus Liepert
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Der „Herr des Harems“
Die südafrikanische Wochenzeitung "Mail & Guardian" titelt in Anlehnung an eine romantische Kinokomödie aus den Jahr 1994 „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ als der Medienskandal über das angeblich 20. Kind des südafrikanischen Staatspräsidenten Jacob Zuma (68) überkochte.
Der jüngste Skandal um Zumas Privatleben brach nur Wochen nach der luxuriösen fünften traditionellen Hochzeit Zumas im Januar 2010 aus, bei der er im Leopardenfell tanzend den Riten der Priester folgte. Beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos hatte er noch die Schmunzler auf seiner Seite, als er auf Fragen nach seinen Mehrfachehen auf die Tradition der Polygamie in seiner Heimat KwaZulu Natal verwies und erklärte, er liebe alle seine Frauen gleichermaßen.
Proteste ob des auffälligen Liebeslebens des Präsidenten hagelte es vorwiegend von Oppositionsparteien und religiösen Führern. Die im letzten Jahr gegründete Partei „Cope" (Congress of the People), deren Mitglieder vorwiegend aus ANC-Abweichlern besteht, will im Parlament ein Misstrauensvotum gegen Zuma beantragen, was aber bei der Mehrheit von 66 Prozent der Sitze des ANC voraussichtlich wenig Erfolg haben wird. Die "Southern African Bishops’ Conference" verurteilte das „skandalöse Verhalten von Führern, die die Normen von Moral und Anstand schamlos missachten“. Kardinal Wilfrid Napier, Erzbischof von Durban, verwies besonders auf den Schaden, den Zumas zügelloses Verhalten der Bekämpfung von HIV/Aids bereite.
Das offensichtliche Versagen eines besonders bei seinen einfachen Landsleuten äußerst beliebten Führers hinsichtlich des Kampfes gegen die Volksseuche Aids ist angesichts der Infektionszahlen dramatisch. Momentan leben schätzungsweise zwischen 11 Prozent und 18 Prozent der erwachsenen Südafrikaner mit dem Virus, davon sind die überwiegende Mehrheit schwarze Südafrikaner. In Kliniken für Schwangerschaftsvorsorge werden Infektionsraten von bis zu 28 Prozent gemeldet. Zwar soll nach den einschlägigen Statistiken der Anstieg der Infektionen langsam zurückgehen, aber Beispiele wie das des Präsidenten und die traditionelle Ablehnung von Schutzmaßnahmen wie Kondomen erschweren die Aufklärungsarbeit vieler Organisationen.

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