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Stiftungsvorsitzender Hans Zehetmair spricht vor russischen Studenten
Im vergangenen Jahr wurde der Vorsitzende der Hanns-Seidel-Stiftung, Dr. h.c. mult. Hans Zehetmair, Staatsminister a. D., in der Staatlichen Universität des Moskauer Gebiets zum Mitglied der Russischen Akademie für Naturwissenschaften ernannt. Am 20. Oktober diesen Jahres war er erneut Gastredner an der Moskauer Gebietsuniversität und diskutierte mit zahlreichen Studenten über die deutsche Wissenschaftspolitik im Zeichen der Globalisierung.
Dr. Zehetmair hob in seiner Rede die Bedeutung Russlands für den Frieden in Europa und der gesamten Welt hervor und wandte sich direkt an die Studenten: „Sie sind es, denen die Zukunft gehören muss. Als ehemaliger Minister für Unterricht, Kultus, Wissenschaft und Kunst trage ich eine besondere Verantwortung dafür, dass die Verbindung und Partnerschaft weiter gestärkt wird.“
In den Mittelpunkt der Partnerschaft stellte Dr. Zehetmair den Austausch von Forschern und nicht deren Abwerbung in andere Länder. Es bestehe eine Konkurrenz um wissenschaftliche Ideen, die am besten bei einer gut ausgebauten Infrastruktur gedeihe. Hierfür sei früher die Lage zentraler Orte an Flüssen und Straßen von entscheidender Bedeutung gewesen, während im Internetzeitalter andere Parameter die gute Infrastruktur und die Konkurrenzfähigkeit eines Landes bestimmen würden, so der Vorsitzende der Hanns-Seidel-Stiftung.
Um der notwendigen Internationalisierung der modernen Forschungsarbeit gerecht zu werden, forderte Dr. Zehetmair ähnlich der Außenwirtschaftspolitik auch eine Außenwissenschaftspolitik. Als Säulen der modernen „Wissenschaftskultur“ bezeichnete der langjährige Staatsminister Offenheit, Kooperation und Internationalität. Als erfreulich wertete er, dass die internationale Mobilität von Studenten kontinuierlich steige. Deutschland sei das einzige Land, das sowohl zur führenden Gruppe der fünf Länder gehöre, die weltweit rund 80 Prozent aller international Studierenden anziehe, als auch zu der Gruppe von Ländern, die die meisten eigenen Studenten ins Ausland entsende.</strong<><//strong<>
Die Internationalisierung bringe neue Herausforderungen mit sich, wie zum Beispiel im Bereich der Wissenschaftsethik, so Dr. Zehetmair. Über Landesgrenzen hinaus erweise es sich als zunehmend schwierig, allgemeinverbindliche Standards zu definieren und durchzusetzen. Der Vorsitzende der Hanns-Seidel-Stiftung bezeichnete es als notwendig, dass sich internationale Konventionen, nationale Standards und nationales Recht diesen neuartigen Problemen stellten.
Mit Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit erreiche man Vertrauen und könne die internationale Wissenschaftspolitik auch um die Komponenten Werte- und Kulturvermittlung erweitern. Deutschland müsse selbstbewusst mit seiner bewährten Selbstverwaltung der Wissenschaft werben, die sich als gute Schutzeinrichtung des Wissenschaftssystems vor Fremdsteuerung und politischem Machtmissbrauch erwiesen habe. Ferner forderte Dr. Zehetmair, stets Vertrauen und Kooperation in den Mittelpunkt der internationalen Politikgestaltung zu stellen. Abschließend formulierte er: „Dieses Netz des Vertrauens wollen wir nach Kräften erhalten, pflegen und ausbauen – auch und gerade mit der Hanns-Seidel-Stiftung.“

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