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Von offline zu online: Chancen für kleine und mittlere Unternehmen

Das Referentenpodium

Das Internet prägt unser alltägliches Leben in vielen Bereichen: kulturell, gesellschaftlich wie auch wirtschaftlich. Der Freiraum Internet entstand schnell und entwickelt sich rasch, ebenso wie die damit verbundenen Möglichkeiten und Problemstellungen. Führende Politiker und IT-Experten diskutierten am 7. Dezember 2010 in Brüssel über die Online-Perspektiven von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Europa, die Möglichkeiten einer besseren Nutzung neuer Internet-Technologien und die politischen Visionen Europas, um Internet-Innovationen und unternehmerisches Engagement zu stärken.

Axel Voss
Blick in den Saal

Axel Voss, MdEP, machte auf den enormen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel des letzten Jahrzehnts aufmerksam, der durch das Internet entstanden sei und das öffentliche Leben revolutioniert habe. Mit der Sammlung und Speicherung persönlicher Daten sei eine neue Währung entstanden. Allein in Deutschland stehe E-Commerce für jährlich mehrere Milliarden Euro Umsatz. Vor diesem Hintergrund beschrieb Voss die ständig wachsenden Gefahren für Einzelnutzer, Unternehmen, Wirtschaft und den Staat durch Cyber-Kriminalität und Cyber-War, die es mit allen Mitteln zu bekämpfen gelte. Virtuelle Identität habe sich losgelöst von realem Bewusstsein und damit auch die Hemmschwellen herabgesetzt. Als zentrale politische Herausforderung sieht er die Definition der Rolle des Staates im Internet.

Die Chancen, die das Internet den kleinen und mittleren Unternehmen böte, bezeichnete Voss als fast grenzenlos. Es stelle sich nicht mehr die Frage, ob ein Betrieb online gehen sollte, sondern wie. Ein hochwertiger Webauftritt gehöre mittlerweile für alle Berufssparten zu einem „Muss“.

Für Thomas Schreiber, Strategic Partner Management bei Google, sollten gerade KMU zur Datensicherung die Angebote von Großunternehmen nutzen. Bei Google sei ein großer Teil des Mitarbeiterstabes ständig mit der Überprüfung und Schließung von Sicherheitslücken beauftragt, was kleinere Unternehmen überhaupt nicht selbst leisten könnten. Auch wenn sich Google grundsätzlich für die Freiheit im Netz einsetze, gehörten Transparenz, Benutzerkontrolle über die angelegten Daten und die Sicherheitskomponente zu den prioritären Aspekten der Firma. Das Internet sei eine große Bereicherung, dennoch stelle das Online-Gehen für KMU oft einen großen Schritt dar. Schreiber sieht in der Förderung von E-Skills eine Priorität der Gegenwart und der Zukunft, bei der öffentliche Hand und Wirtschaft gemeinsam und partnerschaftlich handeln müssen.

Laut Dr. Gerd Robertz, Geschäftsführer der Online-Firma Bücher.de, sei das Vertrauen der Kunden wegweisend für erfolgreiche Internet-Geschäfte. Daten- und Urheberschutzprobleme verbreiteten Angst, doch hätte sich die Unterhaltungs- und Buchindustrie selbst zu lange den technischen Möglichkeiten des Internets gegenüber verschlossen. Kriminalität entstehe vor allem dort, wo es keine legale Alternative zum illegalen Download gebe. Defizite in der Ausbildung zum Umgang mit den neuen Medien, stellten ein großes Hindernis auf dem Weg zu einer global wettbewerbsfähigen Nutzung des Netzes dar. Im diesem Bereich seien, laut Robertz,  Politik und Gesellschaft insgesamt gefordert. Heterogene Rechtsrahmen der einzelnen Mitgliedstaaten erschwerten zudem die Verwirklichung des digitalen Binnenmarkts.

Als Projektmanagerin in der Generaldirektion Unternehmen und Industrie stellte Iordana Eleftheriadou die Maßnahmen der Europäischen Kommission zur Heranführung von KMU an die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) vor. Sie wies vor diesem Hintergrund  auf das große Misstrauen von Kleinunternehmern gegenüber den neuen Medien hin, dessen Ursache in Unkenntnis und Unerfahrenheit zu suchen sei. Da sich IKT rasch entwickelten, sei eine ständige Anpassung der E-Skills an den neuesten technischen Stand absolut notwendig. In jedem Mitgliedstaat herrschten jedoch andere Standards und Prioritäten, was zu großen Schwierigkeiten bei grenzüberschreitenden Transkationen führe. Verschiedene Netzwerke, wie das e-BusinessSupport Network, sollen helfen, neue Maßnahmen zu entwickeln, um auf aktuelle Probleme reagieren zu können.

Markus Blume

Markus Blume, MdL, Sprecher der Jungen Gruppe der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag, erläuterte in seinem Beitrag, dass zunächst die Schaffung von infrastrukturellen Voraussetzungen für ein flächendeckendes Breitbandsystem und eines kreativen Milieus sowie bessere Qualifizierung der breiten Bevölkerung im Vordergrund stehen müssten, um das gesamte Potential im Inland auszuschöpfen. Vor diesem Hintergrund kritisierte er den enormen Kompetenzmangel an deutschen Schulen im Bereich der IKT.  Es sei wichtig, Schulbildung an die neuen Herausforderungen anzupassen. Abschließend rief Blume die Politik auf, sich neuen Phänomenen schneller zu stellen, statt abzuwarten und sich ausschließlich auf mögliche Probleme zu konzentrieren. Dies gelte nicht nur für den Bereich der IKT sondern auch für andere akute Fragestellungen der Gegenwart.