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Von Rohstoffgeschäften und einem Territorialkonflikt

In der russischen Außenpolitik spielt der Öl- und Gashandel konstant eine herausragende Rolle. Sowohl beim Staatsbesuch Dmitrij Medwedews in China  als auch in Turkmenistan ging es hauptsächlich um Wirtschafts- und Rohstoffgeschäfte. Einen Brennpunkt stellt das Verhältnis zu Weißrussland dar. Während die Bevölkerungen einander achten, tragen die beiden Staatsspitzen einen verfestigten Streit über die Medien aus. Auch an der östlichen Landesgrenze herrscht derzeit Aufregung: Medwedew stattete der Inselgruppe der Kurilen einen Besuch ab, was zu harten Reaktionen Japans führte.

Im September absolvierte der russische Staatspräsident Dmitrij Medwedew seinen zweiten Staatsbesuch im „Reich der Mitte“ seit seinem Amtsantritt im Mai 2008. Die Delegation umfasste hochrangige Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft, darunter Walit Alekperow (Gründer, Hauptaktionär und Vorstandsvorsitzender des Öl-Giganten Lukoil), die milliardenschweren Oligarchen Wiktor Wekselberg und Oleg Deripaska sowie den Vorstandsvorsitzenden des weltweit größten Erdgasunternehmens Gasprom, Alexej Miller. Obwohl für die Öffentlichkeit die gemeinsame Kranzniederlegung von Medwedew und des chinesischen Staatspräsidenten Hu Jintao zum Gedenken an die Befreiung des chinesischen Nordostens durch sowjetische Soldaten im Zweiten Weltkrieg im Mittelpunkt stand, lässt der Teilnehmerkreis das Hauptanliegen des Besuchs vermuten: Es ging um Wirtschafts- und Rohstoffgeschäfte. Moskau und Peking feierten die Fertigstellung der ersten Ölpipeline nach China, die ab dem 1. Januar 2011 jährlich 15 Millionen Tonnen liefern soll.

Die russische Föderation beabsichtigt mit der Expansion ihrer Öl- und Gasleitungen in das aufstrebende China seine Absatzmärkte zu diversifizieren. Zum einen hat das Ansehen Moskaus als sicherer Energielieferant seit den Transitkrisen in der Ukraine in Europa gelitten. Zum anderen gerät Gasprom spürbar unter Druck, weil flüssiges, in Tankern transportiertes Erdgas auf dem sog. Spotmarkt bei den derzeit weltweit gehandelten Preisen günstiger eingekauft wird als dasjenige Gas, das durch Pipelines transportiert wird. Der spekulative Spotmarkt reagiert auf wichtige Entwicklungen flexibler: Erstens decken die USA  ihren Bedarf mittelfristig aus eigenen Schiefergasquellen. Zweitens hat die weltweite Nachfrage das Vorkrisenniveau noch nicht erreicht. Und drittens müssen arabische Staaten wie Katar ihr Gas mangels Speicherkapazitäten absetzen, notfalls auch zu Schleuderpreisen. In Bezug auf den europäischen Markt sorgen diese Umstände für deutliche Zahlen: Im ersten Halbjahr 2010 sank der russische Anteil an Gaslieferungen in die EU um 14 % auf der Basis des Vorkrisenjahres 2008. Gleichzeitig setzte Norwegen 28 % mehr ab, die Lieferungen von Flüssiggas aus dem entfernten Katar verdreifachten sich sogar. Auf der Höhe der Wirtschaftsflaute im Jahr 2009 musste Gasprom einen Rückgang seiner Einnahmen aus dem hochrentablen Gasgeschäft mit der EU um ein Drittel in Kauf nehmen.

Der vollständige Bericht zum  Download