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Wallstreet in Westafrika

Tausende Beniner fallen auf Schneeballsystem rein – Politik offenbar involviert

Noch ist unklar, wie viele Menschen betrogen worden sind. Unklar ist auch noch inwieweit höchste politische Kader verwickelt sind. Das westafrikanische Land Benin wird derzeit von einer heftigen Finanzaffäre erschüttert. Die Zahl der Betroffenen ist hoch, denn Anleger versprachen einen Zinssatz von bis zu 200 Prozent. Karitative Projekte ließen die Politik die Nähe zur „großen Finanzwelt“ suchen.

Sehr viele Kleinunternehmen haben ihr gesamtes Vermögen in diesen Strukturen angelegt. Insgesamt sind aber alle sozialen Schichten betroffen. Der Zeitung Afrique Evenement zufolge haben die Finanzjongleure etwa 100 Milliarden CFA (1,5 Millionen €) von über 150.000 Menschen eingenommen. Im Jahr 2006 wurden die ersten Investitionsunternehmen dieser Art gegründet und begannen sich schnell im ganzen Land auszubreiten.

Besonders bekannt wurde ICC Services (Investment Consultancy and Computering Services). Das Unternehmen warb damit, Gewinne in soziale und humanitäre Projekte zu investieren und war auch in religiösen Gesellschaften engagiert. Die Direktoren Guy Aklogan, Ludovic Dohou und Emile Tégbénou standen von Anfang an in der breiten Öffentlichkeit und pflegten enge Kontakte zu Regierungsmitgliedern.

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