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Referat V/5 Süd-/Südostasien
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Afghanistan im Wandel: Post-Exit-Szenarien
Der Jahrestag des Beginns der „Operation Enduring Freedom“ jährt sich zum zehnten Mal. Aus diesem Anlass eröffnete der Hauptgeschäftsführer der Stiftung, Dr. Peter Witterauf, eine zweitägige Veranstaltung zum Thema „Afghanistan in Transition: Post-Exit Scenarios“. Diese Konferenz fand in Islamabad vom 5. bis 6. Oktober 2011 statt. Die Hanns-Seidel-Stiftung leistet damit einen Beitrag zur Vorbereitung der zweiten Afghanistan-Konferenz der Bundesregierung in Bonn am 5. Dezember 2011. Pakistanischen und internationalen Experten bot diese Konferenz eine Plattform der Diskussion.
Kernfragen der Konferenz waren: Welche Möglichkeiten haben die Regionalmächte Pakistan, Indien und Iran, um das Nachbarland Afghanistan politisch und ökonomisch zu stabilisieren? Welche Rolle spielt die internationale Gemeinschaft nach Abzug der ISAF-Truppen? Welche Auswirkungen hat dieser Abzug auf die regionale Machtkonstellation? Die Teilnehmer formulierten in teilweise sehr kontroversen Diskussionen Zukunftsszenarien und Lösungsansätze. Pakistan wurde hierbei einhellig eine zentrale Rolle zugeschrieben. Auch eine innerafghanische Aussöhnung entlang der ethnischen, religiösen und politischen Bruchlinien wäre bedeutend.
Im Ergebnis zeichneten die Experten ein pessimistisches Stimmungsbild. Die Ermordung des Vorsitzenden des Hohen Friedensrates, Prof. Burhanuddin Rabbani, am 20. September 2011 habe den Aussichten auf eine Lösung im Afghanistan-Konflikt deutlich geschadet. So sei der Dialog zwischen aufständischen Taliban und der Regierung nahezu komplett eingefroren. Der Vorsitzende des Menschenrechtskomitees des pakistanischen Senats, Afrasiab Khattak, machte deutlich, dass es in Afghanistan solange zu bewaffneten Konflikten kommen würde, wie sich US-Truppen im Lande befänden.
Ein Abzug der Amerikaner würde indes nach dem Dafürhalten von Dr. Christan Wagner, Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), eine Verstärkung der bürgerkriegsähnlichen Zustände zur Folge haben und letztlich keine Verbesserung herbeiführen. Bei der Suche nach Lösungsansätzen müsste die internationale Gemeinschaft verstärkt auf die dezentral gelegenen Provinzen eingehen. Hier befinde sich das größte Rekrutierungspotenzial für die Aufständischen.
Am Rande der Konferenz traf Dr. Witterauf mit zahlreichen pakistanischen Entscheidungsträgern zusammen. Der stv. Vorsitzende des pakistanischen Senats, Jan Muhammad Khan Jamali, und der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses schilderten ihre Sicht auf die Sicherheitslage in Pakistan und in der Region. Der Imam der König Faisal Moschee – der größten Moschee Islamabads – sowie der Präsident der International Islamic University konstatierten parallel zu den Entwicklungen in Afghanistan eine zunehmende religiöse Radikalisierung, auch unter der pakistanischen Bevölkerung. Sie regten an, den inner-pakistanischen Dialog zu stärken.
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