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Referat V/1 Grundsatzfragen, Büro Brüssel, östliches Mittelmeer
Dr. Dietmar Ehm
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Biologische Schädlingsbekämpfung im Jordantal

- Blick in das Plenum der Konferenz
Im Jordantal führt die Stiftung ein Projekt zur „Biologischen Schädlingsbekämpfung“ durch, das von der EU gefördert und den Friedensprozess im Nahen Osten unterstützen soll. Für eine nachhaltige und umweltverträgliche Landwirtschaft werden Raubvögel (Eulen) eingesetzt. Vom 25. bis 27. Oktober 2011 diskutierten rund 60 Experten und Mitglieder der Projektpartner ACPD (Amman Center for Peace and Development) aus Jordanien, SPNI (Society for the Protection of Nature in Israel) aus Israel und PWLS (Palestine Wildlife Society) aus der palästinensischen Westbank am Toten Meer in Jordanien über die bisherigen Erfahrungen und die Möglichkeiten der künftigen Zusammenarbeit. Experten aus Zypern, der Schweiz und aus Malaysia nahmen ebenfalls an der Konferenz teil.
Ein Großteil der Bevölkerung des Jordantals lebt von der Landwirtschaft, wobei 80 Prozent der Farmen im jordanischen Teil des Jordantals weniger als drei Hektar haben.
Extreme Wasserknappheit, landwirtschaftliche Übernutzung und starkes Bevölkerungswachstum kennzeichnen die Situation. Der Einsatz von großen Mengen künstlicher Düngemittel und chemischer Schädlingsbekämpfungsmittel können auch zu gesundheitlichen Belastungen der Bevölkerung und der landwirtschaftlichen Produkte führen. Die Anrainer des Jordantals, Jordanien, Israel und die palästinensische Westbank, werden die Landwirtschaft in der Region noch intensiver entwickeln.
Eine in Israel durchgeführte Untersuchung ergab: Der Verzicht auf chemische Schädlingsbekämpfungsmittel und der Einsatz biologischer „Nützlinge“ hat auch wirtschaftliche Vorteile. Der wirtschaftliche (Netto-) Gewinn beträgt im untersuchten Fall rund 355 US-Dollar pro Hektar.

- Eulen als Schädlingsbekämpfer (Foto: BS Thurner Hof/Wikipedia)
Als „Schädlingsbekämpfer“ werden Eulen eingesetzt. Sie sind effiziente Jäger von Mäusen und Ratten. Sie passen ihre Population dem Nahrungsangebot an und werden somit nicht selbst zur Plage. Bei den Bewohnern des Jordantals gilt die Eule von alters her als Unglücksbote. Überzeugungsarbeit ist wichtig, die in Jordanien vor allem auch die Imame der Moscheen leisten. Sie fordern die Bevölkerung auf, die nachtaktiven Tiere nicht nur nicht zu jagen, sondern ihnen sogar Nistkästen zum Brüten zur Verfügung zu stellen.
Im Rahmen der Konferenz setzten die Teilnehmer Schwerpunkte für ihre weitere Zusammenarbeit: Bestehende Konflikte zwischen Farmern und Zielen des Umwelt- , Natur- und Verbraucherschutzes sollen gelöst werden. Mit diesem Modellprojekt wird auch ein Beitrag zur Vermeidung oder Reduzierung von Konflikten zwischen den Anrainern im Jordantal geleistet.

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