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Referat V/6 Nordostasien
Willi Lange
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Die Kunst der Aufklärung
Am 15. Januar 2011 referierte PD Dr. Cordula Bischoff, Ausstellungskuratorin Staatliche Kunstsammlungen Dresden, auf Einladung der Hanns-Seidel-Stiftung Peking im Kempinski-Hotel zum Thema "Das Werden einer Ausstellung. Einblicke in die Ausstellung 'Die Kunst der Aufklärung'". Die Planung und Umsetzung dieser ambitionierten Ausstellung stellte für alle Beteiligten eine organisatorische wie auch inhaltliche Herausforderung dar. Ziel der Ausstellung ist es, die Inhalte dieser geistigen und sozialen Bewegung so zu präsentiert, dass der Betrachter diese nachvollziehen kann. So befasst sich beispielsweise die Sektion „Perspektiven des Wissens“ mit der Geburt der modernen Wissenschaften und ihrem künstlerischen Einfluss, die Sektion die „Geburt der Geschichte“ widmet sich dem historischen Bewusstsein des 18. Jahrhunderts oder die Sektion „Ferne und Nähe“ stellt die Weltneugier im Mittelpunkt.
"Licht in das Dunkel der Unvernunft zu bringen, das Primat der Vernunft als universelle Urteilsinstanz zu setzen“ und „Wahrheit durch Klarheit des Verstandes zu erzielen“, das war im Verständnis der Zeitgenossen der intellektuelle Kern der Aufklärung, so Cordula Bischoff in ihrem Vortag. So thematisiert die Ausstellung „Die Kunst der Aufklärung“ vorrangig die Einflüsse der geistesgeschichtlichen Ideen der Aufklärung auf die bildenden Künste. Der Frage "Gibt es eine Kunst der Aufklärung?" ist bisher kaum in einer Ausstellung nachgegangen worden, wie Bischoff betonte. Die Inhalte der Aufklärung verbreiteten sich vor allem in Büchern, Zeitungen, Literatur und Theaterstücken sowie Salons. Kunst wurde zum Instrument ästhetischer Bildung und Erziehung.
Die Veranstaltung stieß beim Vorstand und den Mitgliedern der Alumni-Vereinigung der Hanns-Seidel-Stiftung, bei Dozenten und Studenten verschiedener Universitäten, aber auch bei Vertretern von Medien und Diplomaten auf reges Interesse.
Die Ausstellung wird ab April 2011 für ein Jahr in Peking zu sehen sein. Sie ist die erste internationale Gastausstellung im nach Umbau und Erweiterung wiedereröffneten Chinesischen Nationalmuseum und ist ein Kooperationsprojekt dreier großer deutscher Museumsverbünde: der Staatlichen Museen zu Berlin, der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München. Auf 2.700 Quadratmeter Ausstellungsfläche werden rund 450, mit den Austauschobjekten fast 600, Exponate gezeigt, gruppiert in neun thematische Sektionen. Im Mittelpunkt stehen dabei Kunstwerke, die die zentralen Ideen der Aufklärung sichtbar machen. Ein umfangreiches museumspädagogisches Begleitprogramm und eine Veranstaltungsreihe runden die Ausstellung ab. Die Ausstellung zum Kunst- und Ideenerbe der Aufklärung, bis heute identitätsstiftend für die westliche Zivilisation, soll ein Zeichen setzen für den Bildungsauftrag der Museen als Orte der Aufklärung.

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