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Referat V/6 Nordostasien
Willi Lange
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Ist ein geordneter Machtwechsel in Korea möglich?
Kim Jong-Il, Alleinherrscher Nordkoreas, ist mit 69 Jahren am 17. Dezember 2011 um 8.30 Uhr während einer Zugfahrt an einem Herzinfarkt verstorben. Flüchtlinge weisen darauf hin, dass die schnelle Mitteilung über den Tod, sehr ungewöhnlich sei. Kim Jong-Il wird im Kumsusan-Gedächtnispalast aufgebahrt, wo sein Vater, Kim Il-Sung, einbalsamiert ist.
Bereits im Jahr 2008 hatte ein Schlaganfall Spekulationen um einen baldigen Tod des seit 1994 in Pjöngjang herrschenden Sohns von Staatsgründer Kim Il-Sung (1912 bis 1994) ausgelöst. Kim litt unter anderem an Diabetes und langwierigen Herzkrankheiten. Im letzten Jahr hatte sich Kim Jong-Il bei Reisen nach China und Russland und den häufigen Inspektionsreisen allerdings als relativ rüstig gezeigt, so dass der Herzinfarkt überraschend kam.
Vom 17. bis zum 29. Dezember 2011 wird in Nordkorea eine Trauerperiode sein, während der alle Provinzen, die Hauptstadt Pjöngjang, alle Kooperativen und (Staats-)Firmen eine Trauerfeier ausrichten müssen. Am 28. Dezember wird die Beerdigung stattfinden, am 29. Dezember eine große staatliche Trauerfeier. Das Begräbniskomitee mit 232 Mitgliedern wird vom jüngsten Sohn von Kim Jong-Il, Kim Jong-Eun, geleitet.
Kim Jong-Eun gilt als Nachfolger, seit er vor gut einem Jahr die Bühne der Politik in Nordkorea betreten hat. Über den jüngsten Sohn von Kim Jong-Il gibt es nur wenige verlässliche Informationen.
Zurzeit lässt sich noch nicht mit Sicherheit sagen, welche mittel- und langfristigen Auswirkungen der Tod von Kim Jong-Il haben wird. Es ist damit zu rechnen, dass während der Trauerzeit und auch in den Monaten danach zunächst eine Starre das Land beherrschen wird.

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