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Chávez gewinnt Präsidentschaftswahlen in Venezuela
Hugo Chávez Frias heißt der alte und neue Präsident Venezuelas. Bei einer sehr hohen Wahlbeteiligung von über 80% setzte sich der Amtsinhaber bei den Präsidentschaftswahlen am 7. Oktober 2012 gegen den Herausforderer Henrique Capriles Radonski durch, der für das breite Oppositionsbündnis „Mesa de la Unidad Democrática - MUD“ (etwa: Runder Tisch der demokratischen Einheit) angetreten war.
Auf Chávez entfielen nach letzten Meldungen der Wahlbehörde 55,14%, Capriles kam auf 44,24% der Stimmen. Nach fast 14 Jahren im Amt wurde Präsident Chávez damit auf weitere sechs Jahre gewählt. Es handelt sich um seine dritte Wiederwahl. Sollte Präsident Chávez seine Amtszeit zu Ende führen, wäre er somit zwei Jahrzehnte im Amt.
Der unterlegene Kandidat Capriles, dessen Wahlkampfmotto „Hay un camino“ (Es gibt einen [Aus-]Weg) Ausdruck eines Neuanfangs sein sollte, erkannte seine Niederlage umgehend noch am Wahltag ohne Einschränkungen an. In seiner Rede erinnerte er Präsident Chávez daran, für das Wohl aller Venezolaner verantwortlich zu sein, nicht nur bestimmter gesellschaftlicher Gruppen.
Chávez war unter dem Motto: „Chávez – Corazón de mi Patria“ (Chávez – Herz meines Vaterlands) angetreten. In seiner später am Abend auf dem Balkon des Präsidentenpalastes Miraflores in Caracas gehaltenen Siegesrede kündigte Chávez unter Beifall seiner Anhänger an, mit jedem Tag seiner neuen Amtszeit ein besserer Präsident werden zu wollen als er es zuvor gewesen sei.
Der Ausgang der Präsidentschaftswahlen war im Inland wie auch im Ausland mit großer Spannung erwartet worden, ging es doch um die Frage, ob Chávez seine sozialistische „Bolivarische Revolution“ weiter vorantreiben kann, oder aber ein Richtungswechsel erfolgt.
Auch für die politisch befreundeten Staaten des Regionalbündnisses ALBA (Span.: Alianza Bolivariana para los Pueblos de Nuestra América) und hier insbesondere für Kuba war der Wahlausgang von großer Bedeutung, u.a. da Capriles angekündigt hatte, im Falle seiner Wahl kein Öl mehr an diese oder sonstige Nachbarländer verschenken zu wollen. Was dies für Kuba bedeutet hätte, lässt sich erahnen.
In Venezuela sind viele Interessen im Spiel.Trotz aller Eindeutigkeit zeigt das Wahlergebnis, dass das Land über die Frage des Gesellschaftsmodells tief gespalten ist.
Wirtschaftlich steht das Land trotz des Ressourcenreichtums vor immensen Herausforderungen.
Der ausführliche Bericht "Chávez gewinnt Präsidentschaftswahlen in Venezuela" zum Download

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