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Europa stärken

Das Podium mit den Referenten Anna Reichlmayr-Lais, Peter Dröll...
... Christian Lichtmannecker und Stefan Borst
Blick in den Saal

Das wirtschaftliche Erstarken der Schwellenländer, der abnehmende Anteil Europas an der Weltbevölkerung und die politischen Konturen einer post-amerikanischen Weltordnung zwingen Europa zu einer selbstkritischen Reflexion über den eigenen Einfluss und die Rolle in der Welt. Nationale Kapazitäten müssen gebündelt, Redundanzen vermieden werden, dies gilt für die Außen- und Sicherheitspolitik genauso wie für die europäische Forschungs- und Innovationspolitik. Im sich verschärfenden globalen Wettbewerb muss die EU strategische Partnerschaften eingehen, nach innen und außen. „Europa stärken: Strategische Partnerschaften und Forschungsschwerpunkte im Zeitalter der Globalisierung“ war das Thema einer Abendveranstaltung am 29. März 2012, zu der die Hanns-Seidel-Stiftung und die Bayerische Eliteakademie in die bayerische Vertretung in Brüssel einluden. Maciej Popowski, stellvertretender Generalsekretär des Europäischen Auswärtigen Dienstes, und Roland Schäfer, Gesandter an der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland, analysierten die neue Weltordnung nach dem Ende des Kalten Kriegs. In die europäische Forschungspolitik führte Dr. Peter Dröll, Referatsleiter in der Europäischen Kommission, ein. Die von Stefan Borst, Lanxess-Büroleiter Brüssel, moderierte Podiumsrunde komplettierten Prof. Dr. Dr. habil. Anna Reichlmayr-Lais, Geschäftsführerin der Bayerischen Eliteakademie, sowie als Vertreter der Studierenden Christian Lichtmannecker.

Kohärenz und strategische Partnerschaften

Mit dem Hinweis auf die geopolitischen Veränderungsprozesse im Zuge der Globalisierung eröffnete Maciej Popowski die Diskussion zum Thema „Globalisierung, Strategische Partnerschaften und eine Multi-Polare Weltordnung“. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion sei es zu wesentlichen geopolitischen Verschiebungen und neuen Interdependenzen gekommen. Neue Herausforderungen wie die Attentate des 11. September und die Finanzkrise müssten bewältigt werden. Bedrohungen ergäben sich heute weniger aus der Konfrontation mit politischen Gegnern und mehr aus den Risiken kaum regulierter Finanzmärkte. Popowski mahnte ein Ende der institutionellen Nabelschau Europas an, die leider in den letzten 10 Jahren für Brüssel charakteristisch gewesen sei. Die neuen Herausforderungen zwängen Europa dazu, besser regierbar zu werden. Die Schaffung des Europäischen Auswärtigen Dienstes und der ständige Vorsitz der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton im Außenministerrat seien erste wichtige Schritte in diese Richtung gewesen. Roland Schäfer betonte die weltweite Aufbruchsstimmung, die mittlerweile überall zu spüren sei. Europa habe sich in den letzten 20 Jahren vereinigt und mit seiner Idee behaupten können. Jedoch reiche dies heute nicht mehr aus. Beide Referenten stimmten darin überein, dass strategische Partnerschaften, mehr Kohärenz und neue strategische Wirtschaftsregeln zu den Kernelementen der europäischen Politik und der EU in einer sich wandelnden Welt gehören müssten. Die neue Weltordnung, so Popowski resümierend, sei von dezentralen Strukturen geprägt und gleiche einem multipolaren Netz mit vielen Akteuren, wozu er neben der Zivilgesellschaft auch die neuen Medien zählte.

Innovationsunion EU

Den Blick für die europäische Wettbewerbsfähigkeit schärfte Dr. Peter Dröll mit seinem Beitrag zum 8. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Kommission Horizont 2020. Als wichtiger Pfeiler auf dem Weg zur angestrebten Innovationsunion würden erstmals Forschung und Innovation in einem einzigen Programm zusammengefasst. Anlass der Neuausrichtung seien die globalen Veränderungsprozesse. Dröll wies auf die Problematik der geringen Normierung in Europa hin. Es gäbe immer noch kein einheitliches europäisches Patent, was sich rasch ändern müsse, um Europa als ernstzunehmenden globalen Akteur wettbewerbsfähig zu machen. Die Entwicklung neuer Technologien dürfe jedoch nicht zur Vernachlässigung bereits vorhandenen Technologien führen, so der Student Christian Lichtmannecker in seinem Diskussionsbeitrag. Ebenso sprach er die Problematik der unterentwickelten Gründungsmentalität in Deutschland an. Anders als in den Vereinigten Staaten seien in Europa unternehmerischer Geist und Risikobereitschaft schwach ausgeprägt. Prof. Reichlmayr-Lais präzisierte das sich aus universitärer Kooperation ergebende Potential für Forschung, Entwicklung und Innovation. So sei der Erfolg der Bayerischen Eliteakademie wesentlich auf den intensiven Erfahrungs- und Wissensaustausch mit den bayerischen Hochschulen zurückzuführen. Konsens auf dem Podium herrschte in einem zentralen Punkt: Europa müsse sich politisch und wissenschaftlich den neuen Herausforderungen stellen, um sich als globaler Akteur auf der internationalen Weltbühne behaupten zu können. Wichtige Instrumente hierfür seien bereits entwickelt worden. Der Europäische Auswärtige Dienst und die neue Funktion einer EU-Außenbeauftragten könnten zum Nukleus der globalen Stimme Europas werden. Mit dem 8. Forschungsrahmenprogramm sei ein gemeinsames Programm geschaffen worden, das die Forschung bündle, Wissenschaft und Industrie zusammenführe und Europas Chancen auf Wettbewerbsfähigkeit erhöhe. Abschließend nutzten die Studierenden der Bayerischen Eliteakademie die Abendveranstaltung in der Bayerischen Vertretung, um ihre laufenden Jahrgangsprojekte zu präsentieren. Im Mittelpunkt standen innovative Arbeiten zur Berufswahl sowie eine spezielle Internet-Application, um Lebensmittelverschwendung zu reduzieren.