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Armutsbekämpfung in China
Modellprojekt der Frauenförderung in Gansu

China befindet sich in gesellschaftlichen Transformationsprozessen von historischer Tragweite. Bei der Armutsminderung ist China auf gutem Weg, sein selbst gesetztes Ziel zu erreichen, bis 2020 die absolute Armut zu beseitigen. Zunehmend droht eine neue Herausforderung, die rapide Alterung der Gesellschaft. Um diese Aufgaben zu bewältigen, kann die Förderung der Frauen eine wichtige Rolle spielen, gerade in strukturschwachen Regionen wie Gansu.

Durch das Projekt "Frauen und familienorientierte Dienstleistungen“ werden Frauen in in Pflegeberufen und Hauswirtschaft geschult. In China sind solche Fachkräfte sehr gefragt

Durch das Projekt "Frauen und familienorientierte Dienstleistungen“ werden Frauen in in Pflegeberufen und Hauswirtschaft geschult. In China sind solche Fachkräfte sehr gefragt

HSS/Peking

Die Verbindung von wissenschaftlich-akademischem Austausch und seine Umsetzung in praktische Projektarbeit ist ein Alleinstellungsmerkmal der Hanns-Seidel-Stiftung (HSS) in China. So konnte die Stiftung in den 16 Jahren dieser Zusammenarbeit innovative Ansätze und bewährte Verfahren zur Förderung von Frauen in der Arbeitswelt vermitteln, etwa bei der Förderung von Existenzgründungen von Frauen.

Infolge des demografischen Wandels in China gibt es einen erheblichen Bedarf an qualifizierten Wochenbettbetreuerinnen und Krankenpflegerinnen, doch Fachkräfte fehlen. Die große Nachfrage nach Pflegepersonal, besonders in den Städten im Osten, garantiert hohe Beschäftigungssicherheit und überdurchschnittliches Gehalt. Durch die gestiegene Nachfrage im Haushalts- und Gesundheitswesen nimmt auch das gesellschaftliche Ansehen dieser Arbeitsbereiche deutlich zu.

Prof. Ursula Männle, Vorsitzende der HSS, und Xia Jie, Vizepräsidentin des Allchinesischen Frauenverbandes, bewerteten das gemeinsame Projekt in Gansu als „sehr gutes Modellprojekt, das die Entwicklung der ganzen Region beeinflussen kann"

Prof. Ursula Männle, Vorsitzende der HSS, und Xia Jie, Vizepräsidentin des Allchinesischen Frauenverbandes, bewerteten das gemeinsame Projekt in Gansu als „sehr gutes Modellprojekt, das die Entwicklung der ganzen Region beeinflussen kann"

HSS/Peking

Weg aus der Armut

Das Informations- und Schulungsprojekt „Frauen und familienorientierte Dienstleistungen“ ist Teil eines umfassenden Fachaustauschs zwischen der HSS und dem Allchinesischen Frauenverband zur Förderung der Geschlechtergleichstellung. Integriert in staatliche Programme der Armutsbekämpfung ermöglicht die Zusammenarbeit mit dem nationalen und lokalen Frauenverband in Xihe, in der strukturschwachen Westprovinz Gansu, jedes Jahr 75 Frauen 14-tägige Schulungen in Altenpflege, Haushaltswesen und Wochenbettbetreuung. Xihe ist einer der strukturschwächsten Kreise in ganz China. Lang und beschwerlich ist hier der Weg aus der Armut. Doch seit drei Jahren hat sich das Projekt von HSS und Frauenverband bewährt mit fachlicher Ausbildung als Basis für Berufstätigkeit, Selbstständigkeit und höhere Einkommen. So kann die Armut in Xihe gemindert werden. Die Absolventinnen des Kurses fanden entweder vor Ort oder in den Wirtschaftszentren Ostchinas meist gut bezahlte Beschäftigungen und befreiten sich aus ihrer Armut.

Im Austausch mit der Vorsitzenden der HSS, Prof. Ursula Männle, in Peking bewertete die Vizepräsidentin des Allchinesischen Frauenverbandes, Xia Jie, das gemeinsame Projekt in Gansu als „sehr gutes Modellprojekt, das die Entwicklung der ganzen Region beeinflussen kann“. Ursula Männle regte an, sich auf Altenpflege zu fokussieren. Das entspricht dem aktuellen Bedarf in China, neben Japan das Land mit der schnellsten Alterung der Gesellschaft weltweit. Die steigende Lebenserwartung (derzeit 79 Jahre) und rückläufige Geburtenrate (2018 bei 1,1 Kinder pro Frau) stellen China vor große Herausforderungen. Gerade bei der Altenpflege habe man, so Xia, in Theorie und Praxis noch nicht genügend Erfahrungen sammeln können und erhoffe sich von der HSS Anregungen für die weitere Entwicklung. Deutschland könne hier, so Männle, wertvolle Erfahrungen vermitteln, die China für die eigene weitere Entwicklung dienen können.