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Zum 150. Geburtstag von Adam Stegerwald
Architekt der CSU

Autorin/Autor: Katja Zirkel

Visionär, Demokrat und einer der Gründungsväter der CSU: Adam Stegerwalds Einsatz für christliche Werte prägte die Partei von Beginn an. Am 14. Dezember 2024 jährt sich sein Geburtstag zum 150. Mal.

Adam Stegerwald wurde am 14. Dezember 1874 in Greußenheim bei Würzburg geboren. Der gelernte Schreiner setzte sich schon früh für den Aufbau einer christlichen Gewerkschaftsbewegung ein. Er war Mitglied der verfassungsgebenden Weimarer Nationalversammlung, wurde Arbeiterführer, war von 1929 bis 1932 Verkehrs- und Arbeitsminister der Weimarer Republik und 1921 als Bayer für ein paar Monate sogar preußischer Ministerpräsident. Überhaupt kam er weit herum: Als Reichstagsabgeordneter für die Wahlkreise Köln-Aachen und Westfalen-Nord (1919 bis 1933) war er auch Vorsitzender der Reichstagsfraktion des Zentrums von Januar bis April 1929. 1933 stimmte Stegerwald gegen seine Überzeugung wie die gesamte Zentrumsfraktion dem Ermächtigungsgesetz zu. Vielen Zentrums-Abgeordneten wurde allerdings im Vorfeld mit Mord bis hin zur Inhaftierung ihrer Familien gedroht und sie hatten zudem die Verhaftung der kommunistischen Abgeordneten vor Augen. In der NS-Zeit wurde Stegerwald tätlich angegriffen, angeklagt, ausgegrenzt, musste zeitweise untertauchen und wurde nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 zeitweise inhaftiert.

Adam Stegerwald, die Aufnahme entstand vor 1918

Adam Stegerwald, die Aufnahme entstand vor 1918

© HSS-ACSP/Ph P: Stegerwald, Adam: 1/1/1

Christliche Werte als Basis politischen Handelns

Stegerwald spielte nach dem Krieg eine zentrale Rolle bei der Gründung der Christlich-Sozialen Union (CSU). Mit seiner politischen Erfahrung und seinem Engagement für christliche Werte gab er in der Nachkriegszeit entscheidende Impulse für die Parteibildung. Bereits im August 1945 skizzierte Stegerwald in seinem Vortrag „Wo stehen wir?“ die politischen Herausforderungen der Zeit und die Notwendigkeit eines demokratischen Neubeginns. Am 21. August 1945 traf er sich mit führenden politischen Persönlichkeiten in Würzburg, um die Gründung einer neuen Partei zu diskutieren. Die „Würzburger Gruppe“, die aus diesem Treffen hervorging, einigte sich nur wenige Tage später auf den Namen „Christlich-Soziale Union“. Sie war neben der Münchner Gruppe um Josef Müller („Ochsensepp“) und Karl Scharnagl der maßgebliche Faktor der Parteigründung.

Am 13. Oktober 1945 wurde die CSU Würzburg schließlich offiziell gegründet, was auch als Gründungsdatum der CSU gilt. Vor über 100 Versammelten präsentierte Stegerwald im Elisabethenheim dabei seine Grundsätze für das Parteiprogramm. Er betonte die Bedeutung christlicher Werte als Grundlage politischen Handelns. Mit dem Vortrag „Wohin gehen wir?“ knüpfte er an frühere Ideen an und thematisierte die Aufarbeitung des Nationalsozialismus, die Reform des Beamtentums und wirtschaftliche Perspektiven für die Zukunft.

Seine Vision einer interkonfessionellen Partei basierte auf seinem „Essener Programm“ von 1920, in dem er bereits die Idee einer überkonfessionellen, antisozialistischen Partei formuliert hatte. Ein Vierteljahrhundert später griff er diese Konzepte wieder auf und passte sie an die Nachkriegszeit an. Adam Stegerwald starb am 3. Dezember 1945 an einer Lungenentzündung.

Stegerwalds politisches Wirken war geprägt von der Überzeugung, dass Demokratie auf christlichen Werten fußen muss. Sein Einsatz und seine Ideen legten einen wesentlichen Grundstein für die CSU, die sich in den folgenden Jahren zur prägenden Partei Bayerns entwickelte. Seine Beiträge zur Parteigründung zeigen bis heute, wie visionäres Denken und praktische Erfahrung zusammenwirken können, um eine neue politische Ordnung zu schaffen.

Nähere Infos zu Adam Stegerwald finden Sie auch in unserer Publikation “Adam Stegerwald - Politik in sozialer Verantwortung”

Quellen: www.hss.de: Die Anfänge der CSU, Geburtsstunden der CSU, sowie Geschichte der CSU und Burkhard Haneke, Geschichte einer Volkspartei: 50 Jahre CSU, 1995

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Redakteurin: Katja Zirkel
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