Der politische Hintergrund
Nach der Entlassung von Bundesfinanzminister Christian Lindner und dem darauffolgenden Austritt der FDP aus der Ampel-Koalition regiert Scholz seit November 2024 nur noch mit einer rot-grünen Minderheitsregierung. Angesichts fehlender parlamentarischer Mehrheiten und wachsender Herausforderungen hat Scholz entschieden, die Vertrauensfrage zu stellen, um den Weg für Neuwahlen zu ebnen.
Die Fraktionschefs von Union, SPD und Grünen haben sich bereits auf den 23. Februar 2025 als möglichen Wahltermin verständigt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier unterstützt diesen Zeitplan und wird den Bundestag auflösen, sofern Scholz wie geplant die Vertrauensfrage verliert.
Das Verfahren gemäß Grundgesetz
Das Grundgesetz regelt die Vertrauensfrage klar und knapp in Artikel 68:
Verliert der Kanzler die Vertrauensfrage, hat der Bundespräsident 21 Tage Zeit, den Bundestag aufzulösen.
Innerhalb von 60 Tagen nach der Auflösung müssen Neuwahlen stattfinden.
Bis zur Konstituierung eines neuen Bundestages bleibt die geschäftsführende Regierung im Amt.
Bereits vor der Abstimmung hat Scholz angekündigt, seine Rede am 16. Dezember im Bundestag zu halten. Nach einer Debatte erfolgt die namentliche Abstimmung, deren Ergebnis gegen 15:30 Uhr erwartet wird.