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Sonderausstellungen

„Kloster Banz – auf dem Weg zur barocken und geistigen Blüte“

zu sehen vom 16. Juli 2019 – 31. März 2020

Die Ausstellung zeigt die facettenreiche Geschichte der Benediktinerabtei Banz vom Ende des Dreißigjährigen Krieges bis zur Säkularisation der Klosteranlage 1803.
Ein richtunggebendes Schaff en endete mit dem Totalausverkauf der Abtei. Als 1648 der Westfälische Frieden den Dreißigjährigen Krieg beendete, lagen das Kloster Banz und sein Umland in Trümmern.
Als treibende Kräfte für den Wiederaufbau gelten die Äbte Eucharius Weiner und Kilian Düring, denen das heutige Erscheinungsbild und eine neue Blütezeit des Klosters zuzuschreiben ist.
Abt Eucharius Weiner beauftragte mit der Neugestaltung der Klosteranlage den Bamberger Hochstiftsbaumeister Leonhard Dientzenhofer, dessen Arbeiten Johann Dientzenhofer weiterführte und der mit dem Bau der Banzer Klosterkirche einen Schlüsselbau des süddeutschen Barocks schuf. Mit Abt Gregor Stumm begann die geistige Blütezeit des Klosters, er begründete den Ruf von Banz als geistiges Zentrum von überregionaler Bedeutung.

Flyer zur Ausstellung

Dauerausstellungen

Die Geschichte von Kloster Banz

Die seit März 2011 neu hinzugekommene Dauerausstellung des Museum dokumentiert die Geschichte vom 12. Jahrhundert bis zur heutigen Nutzung der Anlage als Bildungszentrum der Hanns-Seidel-Stiftung.

Blick in den Ausstellungssaal

HSS

Das Benediktinerkloster Banz wurde um 1070 gegründet und war bis zur Auflösung 1803 durch den Kurfürst von Bayern fest in der Hand des Traditionsordens. Im 18. Jahrhundert erfuhren die Benediktiner eine unvergleichliche Blütezeit, in der Banz als Zentrum der Wissenschaft galt. In dieser Zeit brachte das Kloster berühmte Gelehrte und Künstler hervor. Mit der Säkularisation endete die Blüte des Klosterlebens, die Kunstschätze und die umfangreiche Bibliothek wurden zum größten Teil versteigert und somit in alle Winde verstreut.

1814 kaufte der Wittelsbacher Herzog Wilhelm in Bayern für sich und seinen Enkel, den späteren Herzog Maximilian in Bayern, das Kloster als Sommerresidenz. 

Nach dem ersten Weltkrieg verpachteten die Wittelsbacher Banz an Trappisten und Schloss Banz wurde wieder zum Kloster. 1933 erwarb der bislang letzte Orden, die Gemeinschaft von den Heiligen Engeln, die Klosteranlage, die dann 1979 von der Hanns-Seidel-Stiftung erworben wurde. Nach umfangreichen Renovierungs- und Restaurierungsmaßnahmen, konnte das Bildungszentrum am 22. April 1983 eröffnet werden.

Foto des beeindruckenden Fischsauriers

HSS

Die Petrefaktensammlung

Die historische Petrefaktensammlung (Fossiliensammlung), gehört zu den ältesten paläontologischen Ausstellungen in Bayern und wurde zwischen 1814 und 1857 vom Juristen Carl Theodori (1788 – 1837) und dem katholischen Geistlichen Augustin Geyer (1774 – 1837) geschaffen. Seither blieb sie weitgehend unverändert. 

Die Sammlung präsentiert einen zu Stein gewordenen Querschnitt des Lebens im ehemaligen Jurameer aus der Zeit vor rund 200 Millionen Jahren. Zahlreiche und gut erhaltene Ausstellungsstücke, wie spektakuläre Fischsaurierfunde, Meereskrokodile, Flugsaurier, Fische, Seelilien, Ammoniten und Belemniten faszinieren Jung und Alt.

Das bedeutendste Ausstellungsobjekt dieser Sammlung und Herzstück des Museums ist ein 2.10 m langer, versteinerter  Fischsaurierschädel, der größte seiner Art in ganz Europa. Diesem beeindruckenden Exponat widmete der Schriftsteller Joseph Victor von Scheffel (1826 – 1886) zwei Gedichte, in denen er seine Faszination dem Objekt gegenüber ausdrückte: den „ Bericht vom Meerdrachen“ und „ Der Ichthyosaurus“.  

... Gesteinsproben und ausgestopfte Tiere.

Die Orientalische Sammlung

„Schon längst nährte ich den sehnlichsten Wunsch, den heiligen Boden jenes Landes zu betreten, dass die Wiege unserer Religion, das Vaterland unseres Erlösers war. Doch nicht dies allein war es, was mich zu dieser Reise bewog. Es trieb mich ein unwiderstehliches Gefühl, ein nicht zu besiegendes Drängen aus der ewigen Einförmigkeit des bis zur Unbequemlichkeit bequemen Alltagslebens, bei welchem man nicht mehr lebt, sondern nur vegetiert“.
 
Mit diesen Worten beschrieb Herzog Max in Bayern (1808- 1888), Vater von Elisabeth von Österreich (Kaiserin Sisi), seine Beweggründe für eine mehrmonatige risikoreiche und abenteuerliche Reise in den Orient im Jahre 1838. Auf dieser Reise sammelte er eine stattliche Anzahl an Reiseandenken, die er nach Banz bringen ließ und sich dort ein Kuriositätenkabinett im orientalischen Stil einrichtete. Diese weltweit einzigartige Ausstellung, ist heute als Orientalische Sammlung im Museum der Öffentlichkeit zugängig. Zu den Attraktionen gehören neben altägyptischen Objekten, wie Grabbeigaben und einer Mumie, auch Gesteinsproben und selbsterlegte Tiere, wie z.B. ein ca. 4 Meter langes Nilkrokodil, sowie ethnografische Gegenstände.

Bayerns peinlichster Artikel - Fakten stimmen nicht
Unsere Klarstellung zum SZ-Artikel über ‚Orientalische Sammlung‘ im Kloster Banz Bayerns