„Histodrama“ in Kloster Banz
Babylon Berlin? Die Weimarer Republik vor dem Untergang
Mit unserem Histodrama in Kloster Banz machten wir eine Zeitreise in die turbulente Zeit der Weimarer Republik.
Erneut warfen Martin Platt und Dominik Juhnke, die „Histonauten“ der Hanns-Seidel-Stiftung die Zeitmaschine an. Dieses Mal ging es zurück in die wilden 1920er Jahre. Die Teilnehmer des Seminars „Babylon Berlin? Die Weimarer Republik vor dem Untergang“ haben hautnah erlebt, wie zerbrechlich die Demokratie in Deutschland begann. „Diese Zeitmaschine ist kein klappriges Gefährt, sondern der Mercedes, der Sie mitten ins Geschehen katapultieren wird“ - so brachte Seminarleiter Dr. Michael Hahn die Teilnehmer von Anfang an auf Touren.
Zeitreise in die Weimarer Republik
Platt und Juhnke ließen die Zeitreisenden in fünf sogenannten „Miniaturen“ – einzelnen historischen Episoden – in die verschiedensten Rollen schlüpfen. Sie repräsentierten zum Beispiel als Abgeordnete einer politischen Partei die verschiedenen Strömungen innerhalb der jungen deutschen Republik, wurden zu realen Persönlichkeiten, vom Außenminister bis hin zum einfachen Passanten, oder stellten sich betrügerischen Industriellen und Bankiers in Zeiten von Inflation und Weltwirtschaftskrise entgegen. Dass beinahe alle Gruppierungen der Zeit dabei nicht vor politisch motivierter Gewalt zurückschreckten, wurde den Teilnehmern von den beiden Historikern nur allzu deutlich vor Augen geführt. Sie lieferten souverän die nötigen historischen Hintergrundinformationen, ließen den Teilnehmern aber jederzeit den Freiraum, ihre eigenen Entscheidungen in diesem historischen Planspiel zu treffen. Diese gingen dabei voll in ihren Rollen auf, debattierten hitzig über den richtigen politischen Kurs „ihrer“ Partei, hielten flammende Reden und spekulierten darüber, wie die Demokratie in Weimar zu retten gewesen wäre.
Das Histodrama, das die Teilnehmer in die 1920er versetzte, fand in Kloster Banz statt.
Ein historischer Krimi in Kloster Banz
Ein Höhepunkt des „Histodramas“ war ein historischer Krimi, den die Teilnehmer hautnah miterlebten. So wie Kommissar Gereon Rath in der gleichnamigen Erfolgsserie Babylon Berlin mussten auch die Zeitreisenden in Kloster Banz einem politischen Komplott auf die Spur kommen. Der Fall: Die Ermordung von Reichsaußenministers Walther Rathenau, Mitglied der Deutschen Demokratischen Partei (DDP). Man nahm mit Feuereifer die Ermittlungen auf, befragte die Zeugen des Attentats – mit großem schauspielerischem Talent verkörpert von Martin Platt – und konnte schließlich die Mörder überführen: Mitglieder der rechtsnationalen Gruppe „Organisation Consul“, die die Weimarer Republik stürzen wollten. In einer atemlosen Hetzjagd wurden die Attentäter schließlich gestellt. Doch die Hintermänner des Mordes an Walther Rathenau blieben auf freiem Fuß, ein böses Omen für die Republik… Die Dramatik der Bedrohung der Demokratie von rechts und links war in diesen Momenten im Seminar geradezu greifbar.
Am letzten Tag des Seminars schließlich wurde gewählt. Die Zeitreisenden stemmten sich dabei als die Vertreter der demokratischen Parteien gegen Mephisto, die Verkörperung der Demokratiefeinde von links und von rechts. Sie mussten zusehen, wie Mephisto unerbittlich in jeder Reichstagswahl mehr und mehr ihrer Stimmenanteile – repräsentiert durch bunte Chips – an sich reißen konnte. Am Ende stand Politik- und Demokratieverdrossenheit. Schließlich ließ dieser Mephisto die Maske fallen. Hinter dieser stand Adolf Hitler, der zum Reichskanzler ernannt wurde.
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