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Im Interview: Dr. Josef Widmann
Demokratie ist kein Selbstläufer

Autorin/Autor: Andreas von Delhaes-Guenther

Welche Herausforderungen er für die Hanns-Seidel-Stiftung sieht, wie er seine neue Aufgabe angehen will und was ihn motiviert, das erklärt der neue HSS-Generalsekretär, Dr. Josef Widmann, im Interview.

Der neue Generalsekretär: Dr. Josef Widmann (l.) mit dem Stiftungsvorsitzenden Markus Ferber, MdEP

Irmak Kalac; ©HSS

Neuer Generalsekretär der Hanns-Seidel-Stiftung ist Dr. Josef Widmann (58), bisher Fraktionsgeschäftsführer der CSU-Landtagsfraktion. „Mit Dr. Josef Widmann konnte die Hanns-Seidel-Stiftung einen Profi gewinnen, der ein hohes Maß an politischer Erfahrung mitbringt. Sein Knowhow wird uns sehr helfen, die Stiftung weiter zu profilieren. Ich freue mich auf die enge Zusammenarbeit und wünsche ihm viel Erfolg“, erklärte der Stiftungsvorsitzende Markus Ferber, MdEP.

Widmann, verheirateter Vater von drei Söhnen, promovierte nach seinem Studium der Rechtswissenschaften an der LMU München, war als Richter und Staatsanwalt in der bayerischen Justiz tätig, ehe er im Jahr 1999 als Referatsleiter für Verfassung, Recht und Parlamentsfragen zur CSU-Landtagsfraktion wechselte. Seit 2004 war er dort zunächst als stellvertretender Fraktionsgeschäftsführer tätig, von 2010 bis 2014 im Landtagsamt und seit 2014 als CSU-Fraktionsgeschäftsführer. Nun übernimmt er die Funktion als Generalsekretär der Hanns-Seidel-Stiftung. Wir haben mit dem gebürtigen Münchner über sein neues Amt gesprochen.

 

HSS: Was empfinden Sie vor Antritt des neuen Amtes: Vorfreude oder Respekt?

Ganz klar beides: Ich freue mich auf meine neue Aufgabe und gehe sie mit Demut und Respekt an.

Welche Ziele haben Sie sich gesetzt?

Es geht mir zunächst darum, möglichst schnell alle Beschäftigten persönlich kennenzulernen. Das ist ein Zeichen der Wertschätzung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, das mir sehr wichtig ist. So kann ich auch am besten einen Überblick bekommen, was gut läuft und wo gegebenenfalls Handlungsbedarf besteht. Ziel muss sein, die HSS so aufzustellen, dass sie ihren vielfältigen Aufgaben - von der politischen Bildung bis zur Entwicklungszusammenarbeit, von der Begabtenförderung bis zur wissenschaftsbasierten Politikberatung - optimal gerecht werden kann - und das natürlich auf der Grundlage unseres christlich-sozialen Wertefundaments.

Teil der neuen Aufgabe: Kloster Banz, das oberfränkische Tagungszentrum der Hanns-Seidel-Stiftung

avd; ©HSS

Welche Herausforderungen sehen Sie?

Demokratie ist leider kein Selbstläufer. Es ist die Aufgabe von uns allen, diese elementare Grundlage unserer Staats- und Rechtsordnung nicht nur zu bewahren, sondern auch an zukünftige Generationen weiterzugeben. Der unlängst von der Landtagspräsidentin vorgestellte Demokratiereport Bayern hat zwar mit 93 Prozent eine erfreulich hohe Zustimmungsquote ergeben, aber immerhin ein Drittel der Bevölkerung sieht die Demokratie bedroht. Hier müssen wir wachsam sein. Die Wahlergebnisse der AfD im Osten sollten Mahnung genug sein.

Was aus Ihrer Zeit bei der Landtagsfraktion betrachten Sie als hilfreich für den neuen Job?

Nach 25 Jahren im Landtag bin ich natürlich sehr gut in der Landespolitik vernetzt. Ich weiß, wie Politik funktioniert und kenne alle relevanten politischen Themen. Ich habe viel Erfahrung in Gremien- und Teamarbeit.

Was zeichnet Sie aus?

Das müssen eigentlich andere beurteilen. Aber wenn Sie mich schon fragen: Ich denke, ich kann mich als empathischen Menschen bezeichnen, freundlich und konsensorientiert im Umgang. Sozialkompetenz und Fachkompetenz müssen zusammengehören, ich glaube, da liege ich ganz gut. Ich bin engagiert und ambitioniert und auch entscheidungsstark. Zugegebenermaßen kommt manchmal auch ein Stück Ungeduld dazu.

Wie motivieren Sie sich, wenn alles schiefläuft?

Gottseidank ist bislang bei mir nicht allzu häufig etwas schiefgelaufen. Wenn es doch mal passieren sollte, rate ich dazu, sich davon nicht unterkriegen zu lassen. Raus an die frische Luft, durchatmen, die Gedanken laufen lassen. Oft ist alles nur halb so schlimm, wenn man Menschen hat, die einen auffangen, wenn's mal nicht so läuft. Es kommen immer auch wieder bessere Tage.

Wie entspannen Sie nach einem langen Arbeitstag?

Ich bin sehr sportbegeistert. Tennis, Mountainbike, auch mal einfach die Laufschuhe anziehen. Und ich bin ein großer Freund von Stand-up-Paddling, das ist unglaublich entspannend für mich. Und ein paar Seiten in einem guten Buch gehören spät am Abend auch dazu.

 

Herr Dr. Widmann, wir danken für das Gespräch.
 

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