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Führung im KI-Zeitalter
Aktiv den Wandel gestalten

Autorin/Autor: Konrad Teichert

Künstliche Intelligenz revolutioniert Unternehmen – und stellt Führungskräfte vor neue Herausforderungen. Erfolgreiches Leadership bedeutet heute, KI nicht nur zu verstehen, sondern als strategisches Werkzeug zu nutzen.

 

Die Künstliche Intelligenz stellt Führungskräfte in Unternehmen vor neue Herausforderungen.

Die Künstliche Intelligenz stellt Führungskräfte in Unternehmen vor neue Herausforderungen.

Limitless Visions/Adobe Stock

Führung bedeutet, den Weg nach vorne zu zeigen – gerade in Zeiten des rasanten technologischen Wandels, wie wir ihn aktuell erleben. Künstliche Intelligenz (KI) ist dabei ein zentraler Treiber und gehört daher auf die Agenda jeder Führungskraft. KI ist längst keine ferne Zukunftsvision mehr, sondern verändert bereits grundlegend, wie Unternehmen arbeiten. Ob dieser Wandel erfolgreich ist, hängt stark von der Führung des Unternehmens ab: Werden Veränderungen aktiv gestaltet oder nur auf Druck reagiert? 

Für Führungskräfte bedeutet das, dass sie KI nicht nur verstehen, sondern diese aktiv nutzen müssen, um ihre Organisationen zukunftsfähig zu machen.

 

„Unternehmen müssen die Notwendigkeit des Wandels erkennen und akzeptieren.“

 Arne Lakeit, Beratung und Coaching

 

Es benötigt also laut Berater Arne Lakeit Ressourcen (Personal und Finanzen), KI-Kompetenzen und Platz für Innovation und Pilotprojekte. Dabei ist entscheidend: KI ist kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug, das gezielt gestaltet und eingesetzt werden muss. Sie übernimmt Routineaufgaben, verändert Strukturen und erfordert neue Qualifikationen. 

Doch wie lässt sich der Wandel erfolgreich gestalten? Welche neuen Führungsansätze sind erforderlich, um den Transformationsprozess zu unterstützen? 

Die strategischen Auswirkungen von KI auf Unternehmen

KI ist mehr als ein IT-Thema – sie betrifft die gesamte Unternehmensstrategie, nicht nur die IT. Daher gilt: Die Einführung von KI in Unternehmen stellt das Top-Management vor komplexe Entscheidungen, die eine klare strategische Planung erfordern. Führungskräfte müssen verstehen, wie KI die Unternehmensvision und -strategie beeinflusst. 

Eine erfolgreiche Implementierung von KI-Technologien bedeutet nicht nur technologische Veränderungen, sondern auch einen Wandel in der Unternehmenskultur, im Wissensmanagement und in der Zusammenarbeit. Unternehmen müssen die Notwendigkeit des Wandels erkennen und KI in ihren Strukturen verankern, während eine starke Führung diesen Prozess begleiten muss. Die Integration von KI darf nicht als rein technisches Projekt betrachtet werden, sondern erfordert eine strategische Einbindung in alle Ebenen des Unternehmens.

Neue Anforderung an die Führungsebene

Führungskräfte müssen ihre Rolle im KI-Zeitalter neu definieren. Besonders wichtig ist die mittlere Führungsebene als Brücke zwischen Strategie und Praxis. KI übernimmt Routinearbeiten, aber der menschliche Faktor in der Führung bleibt entscheidend, ja sie kann die zwischenmenschliche Ebene der Führung nicht ersetzen. Gute Führung bleibt weiterhin individuell und persönlich. 

Der Einsatz von KI erfordert eine Balance zwischen Stabilität und Innovation. Führungskräfte müssen auf der einen Seite bestehende Prozesse optimieren und gleichzeitig neue Geschäftsmodelle entwickeln, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Das Konzept der "ambidexten Führung" – also ein Balanceakt zwischen Stabilität und Agilität – wird dabei immer wichtiger. Führungskräfte sollten ihre Teams motivieren, KI auszuprobieren, und lebenslanges Lernen fördern.

„Dringend notwendig sind Führungskräfte, die aktiv Verantwortung übernehmen, gezielte Trainingsangebote nutzen, um KI-Möglichkeiten zu verstehen, und Raum für Mitarbeitende schaffen, damit diese KI-Anwendungen selbst auszuprobieren können.“

Dr. Bettina Volkens, Co-Founder & CEO great2know, stellvertretende Vorsitzende – Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V., ehemals Mitglied des Vorstands der Lufthansa Gruppe

Der Schlüssel zum Erfolg: die Mitarbeitenden abholen

Der Erfolg von KI-Technologien hängt entscheidend von der Einbindung und Weiterbildung der Mitarbeitenden ab. Nur wenn die Mitarbeitenden die Vorteile und Funktionsweisen von KI verstehen und aktiv in den Veränderungsprozess eingebunden werden, kann die Akzeptanz gefördert werden. Lebenslanges Lernen wird dabei zum zentralen Erfolgsfaktor.

"Führungskräfte sind aufgefordert, den lebenslangen Lernprozess ihrer Mitarbeitenden zu gestalten.”

 Prof. Dr. David Urschler, Professor für Forschungsmethodik, Statistik und Evaluation, Döpfer Hochschule in Regensburg

 

Die Vermittlung von digitalen Kompetenzen ist notwendig, um mit KI erfolgreich arbeiten zu können. Das beginnt schon in der Schule, wo Grundkompetenzen vermittelt werden sollen, und setzt sich im Berufsleben fort. Besonders wichtig ist es, Ängste der Mitarbeitenden – insbesondere die Angst vor Arbeitsplatzverlust – zu berücksichtigen und durch eine offene Kommunikation Vertrauen zu schaffen. Gezielte Schulungen und eine unterstützende Unternehmenskultur schaffen Vertrauen in die KI. 

KI bietet enormes Potenzial, um Unternehmen innovativer und effizienter zu machen – vorausgesetzt, der Mensch bleibt im Mittelpunkt. Führungskräfte müssen bereit sein, ihre eigene Rolle kritisch zu hinterfragen und sich kontinuierlich weiterzuentwickeln. 

 Die Implementierung von KI ist dabei kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess, der strategisches Denken, eine klare Kommunikation und den Mut erfordert, Neues zu wagen.

Im Rahmen der Netzwerkkonferenz “Führung & Unternehmensstrategie im KI-Zeitalter”, die im Konferenzzentrum München in Kooperation mit dem Bavarian Center for Software Innovation, der Bayernwerk Akademie, der Gesellschaft für empirische Organisationsforschung (GfeO), der Gesellschaft für Wissensmanagement e.V., Berlin und dem Mittelstand-Digital Zentrum Augsburg stattfand, diskutierten Fachleute aus Wirtschaft und Wissenschaft. 

Fazit der Tagung als PDF herunterladen

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Leiter: Konrad Teichert
Wirtschaft, Finanzen, Arbeit, Soziales
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