Diese Herausforderungen wurden bei der Expertenrunde „Nach der Zeitenwende: Wo steht der Zivilschutz?“ mit Fachleuten aus Politik, Wissenschaft und Praxis deutlich benannt. Klar wurde: Es besteht dringender Handlungsbedarf.
Diese Herausforderungen wurden bei der Expertenrunde „Nach der Zeitenwende: Wo steht der Zivilschutz?“ mit Fachleuten aus Politik, Wissenschaft und Praxis deutlich benannt. Klar wurde: Es besteht dringender Handlungsbedarf.
Angesichts einer multiplen Bedrohungslage – von Desinformationskampagnen über Cyberattacken bis hin zu Angriffen auf kritische Infrastrukturen – rückt der Schutz der Zivilbevölkerung wieder stärker in den Fokus von Politik, Verwaltung und Gesellschaft.
Tobias Arhelger/AdobeStock
Die Bundestagsabgeordnete Mechthilde Wittmann hob die herausragende Bedeutung des Zivilschutzes hervor: „Er geht jeden von uns an, weil im Ernstfall jeder durch ihn geschützt wird“. Erste Schritte für eine Modernisierung seien zwar unternommen, doch es brauche weitere Investitionen und Reformen, um den Zivilschutz zukunftsfähig zu machen:
Der Landtagsabgeordnete Jürgen Eberwein konstatierte, dass „der Zivilschutz in Deutschland jahrzehntelang ein Schattendasein geführt hat“. Nun gelte es, entschlossen zu handeln – und Bayern gehe hierbei durch mehrere Initiativen voran:
Prof. Dr. Kai von Lewinski von der Universität Passau beleuchtete die verfassungsrechtlichen Grundlagen des Zivilschutzes und ging auch auf die zerklüftete Kompetenzlandschaft in Deutschland ein:
Frank Unkroth, Leiter des Sachgebiets für Katastrophenschutz und Zivile Verteidigung im Bayerischen Innenministerium, schilderte konkrete Herausforderungen und Entwicklungen aus der Verwaltungsperspektive:
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), vertreten durch Dr. Michael Judex, präsentierte seine Risikoanalysen als Basis für strategische Vorsorge. Dabei wurde deutlich: Es geht nicht um theoretische Planspiele, sondern um konkrete Szenarien.
Dr. Fritz-Helge Voß, Landesbeauftragter des Technischen Hilfswerks (THW) für Bayern, betont, dass der Zivilschutz der Bevölkerung glaubhaft vermitteln muss, im Ernstfall handlungsfähig zu sein. Dafür brauche es ein Umdenken – strukturell wie mental:
Alexander Graf von Gneisenau, ehemaliger Vizepräsident der Johanniter-Unfall-Hilfe, kritisiert die strukturellen und finanziellen Defizite im Katastrophen- und Zivilschutz deutlich. „Seit Jahrzehnten ist der Bereich chronisch unterfinanziert“, so von Gneisenau. Selbst die Ausstattungsziele aus der Zeit vor 2016 seien teilweise bis heute nicht erreicht.
Experten gaben Reformimpulse für einen zukunftssicheren Zivilschutz in Deutschland.
HSS