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Schulleitungskongress 2024 auf Kloster Banz
Zeitenwenden in Schulen und Gesellschaft

Autor: Thomas Klotz

Seit der Rede des Bundeskanzlers im Februar 2022 ist die „Zeitenwende“ in aller Munde. Seitdem verändern sich nicht nur Sicherheits- und Außenpolitik massiv. Themen wie Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI) bringen einen immensen Wandel in der Gesellschaft mit sich. Der Bayerische Schulleitungskongress 2024, eine langjährige Kooperationsveranstaltung zwischen der Akademie für Politik und Zeitgeschehen der Hanns-Seidel-Stiftung und dem Bayerischen Schulleitungsverband, fand daher Anfang Mai auf Kloster Banz unter dem Motto „Zeitenwende – gesellschaftlich, politisch, schulisch“ statt.

Nico Lange spricht in ein Mikro.

Für den Senior Fellow der Münchner Sicherheitskonferenz, Nico Lange, gibt es für Deutschland noch Fragen zur eigenen Rolle in EU und NATO zu klären.

HSS

„Wir tun uns schwer mit Veränderungen“, konstatierte Nico Lange, Senior Fellow der Münchner Sicherheitskonferenz. Die „alternde Wohlstandgesellschaft“ in Deutschland habe Angst vor größeren Herausforderungen. Anstatt selbst politische Impulse anzustoßen, setze man darauf, dass Initiativen von anderen angestoßen würden.

In der außen- und sicherheitspolitischen Zeitenwende zog der Politikexperte ein gemischtes Fazit: Während die Waffenlieferungen an die Ukraine, die Ertüchtigung der militärischen Fähigkeit Deutschlands und die wirtschaftliche Anpassung in Teilen nicht schlecht funktionierten, gebe es noch massiven Bedarf bei der Klärung der Rolle Deutschlands in der EU und der NATO.

Am Ende seiner Ausführungen diskutierte er mit den Schulleitungen darüber, wie außen- und sicherheitspolitische Themen im Schulalltag diskutiert werden können.

Tanja Schorer-Dremel, MdL, Nico Lange und Prof. Karl-Heinz Gerholz zur Zeitenwende in Schulen und Gesellschaft.

Professor Karl-Heinz Gerholz spricht engagiert in ein Mikro.

Professor Karl-Heinz Gerholz von der Universität Bamberg will, dass sowohl Eltern und Lehrer als auch Schülerinnen und Schüler gut mit den Möglichkeiten von KI vertraut sind.

HSS

Digitalisierung und KI in der Schule

Eine weitere „Zeitenwende“ machte Professor Karl-Heinz Gerholz von der Universität Bamberg aus: der Einsatz von KI im Schulalltag. Die Lernmerkmale der Generationen Z und Alpha hätten sich massiv verändert im Vergleich zu den vorhergehenden Generationen. So hätten die Schüler heute zwar eine deutlich kürzere Aufmerksamkeitsspanne als früher, dafür könnten sie deutlich besser mit Technologien umgehen, seien multitaskingfähiger und würden besser zusammenarbeiten. Und hier könnten Tools der KI eine bedeutende Unterstützung beim Lernen bieten. Dafür sei es notwendig, dass sowohl die Kinder als auch die Lehrkräfte mit diesen Tools umgehen könnten, konstatierte Professor Gerholz.

Workshops zu verschiedenen „Zeitenwenden“

Daran knüpfte Professorin Sandra Niedermeier von der Hochschule Kempten in ihrem Workshop an. Die Digitalisierungsexpertin zeigte den Teilnehmern verschiedene KI-Tools und Einsatzmöglichkeiten im Unterricht. In weiteren Workshops sprach Jochen Zellner, stellvertretender Vorsitzender der Europäischen Akademie Bayern, über die aktuellen Belastungsproben für die Demokratie und Heiko Häußel darüber, wie diese Zeitenwenden rechtssicher und präventiv an den Schulen begleitet werden können. Wie man all diese verschiedenen Umbrüche mental bewältigen kann – darüber referierte die Schulpsychologin Susanne Stolzenberg-Hecht.

Neben Tomas Klotz, HSS, sitzt Stiftungsmitglied Tanja Schorer-Dremel, MdL, auf einem Podium und spricht in ein Mikro.

HSS-Mitglied Tanja Schorer-Dremel, MdL, war früher Leiterin einer Grundschule und kennt die Herausforderungen des Schulalltags.

HSS

Austausch mit Tanja Schorer-Dremel, MdL

Über die Herausforderungen in der Bildungspolitik konnten die Teilnehmer mit der stellvertretenden Generalsekretärin der CSU, Tanja Schorer-Dremel, MdL, sprechen. Als ehemalige Leiterin einer Grundschule und engagierte Bildungspolitikerin kannte sie die Herausforderungen und konnte kompetent auf die Fragen des Plenums eingehen. Zum Abschluss machte Margret Rasfeld in ihrem Vortrag „Schule im Aufbruch“ den Teilnehmern Mut, selbst an Schulen mit Initiativen zu den heutigen Herausforderungen tätig zu werden.

„Schulleitungskongress ein voller Erfolg“

Von den vielgestaltigen Dimensionen der Zeitenwenden zeigte sich der Vorsitzende des Bayerischen Schulleitungsverbandes, Andreas Fischer, beeindruckt: „Wir befinden uns offensichtlich in einer Zeit der Umbrüche und großen gesellschaftlichen Verwerfungen. Für uns als Schulleitungen ist es extrem wichtig, über die verschiedenen Dimensionen informiert zu sein, um mit den Kindern darüber sprechen zu können. Wir brauchen jetzt den Mut zu Veränderungen – systemisch und inhaltlich. Zugleich müssen wir auf dem Stand der technischen Entwicklungen sein – Stichwort: Künstliche Intelligenz. Insofern war der diesjährige Schulleitungskongress ein voller Erfolg.“

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