Fokus Asien mit Annegret Kramp-Karrenbauer
Die Indo-Pazifik-Strategie
- Stärkeres Engagement
- Cyber security
- Innovationen schneller in den Markt
- Potential nutzen
Angriffe aus dem Nichts, kritische Abhängigkeiten, Deep Fakes – die weltweite Digitalisierung birgt nicht nur Chancen, sondern auch Risiken und neue Bedrohungen. Cyber Security ist ein zunehmend wichtiger Aspekt für die Sicherheit eines Landes und Asien spielt im Bereich Digitalisierung eine zentrale Rolle. Die Hanns-Seidel-Stiftung ging deshalb zusammen mit der „Asienbrücke“ der Frage nach, ob Deutschland bei der dynamischen Entwicklung, die Asien im Bereich Digitalisierung und Cyber Security vorgibt, noch mithalten kann.
Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer will die Partnerschaften in den "Wachstumsmarkt der Zukunft" ausbauen.
Laurence Chaperon; CDU
Stärkeres Engagement
Als Exportnation lebt Deutschland von der Globalisierung und der internationalen Arbeitsteilung, muss aber gleichzeitig zu große Abhängigkeiten vermeiden. Dieser Spagat spiegelt sich in den Indopazifik - Leitlinien der Bundesregierung wider, die Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer gleich zu Beginn der Veranstaltung erläuterte. Die Bundesregierung möchte ihre Partnerschaften in der Region pflegen und weiterentwickeln. Eine verstärkte Präsenz in der Region soll dabei aber nicht als Bedrohung wahrgenommen werden. Die Ministerin betonte, dass die Strategie nicht gegen ein Land gerichtet sei. Im Indopazifik liege der Wachstumsraum der Zukunft, deswegen hat Deutschland ein großes Interesse gemeinsam mit europäischen und asiatischen Partnern in der Region zusammenzuarbeiten.
Cyber security
Gleichzeitig rüstet sich die Bundesregierung gegen Cyber-Angriffe. Die Schwierigkeit liegt darin, dass Cyber-Angriffe meist schwer nachzuverfolgen sind und auch nicht immer klar ist, ob der Angreifer staatlich oder nichtstaatlich ist und was das Ziel des Angriffs sein soll. Die Bundesregierung hat aber bereits neue Strukturen zum Schutz vor derartigen Angriffen entwickelt, etwa das Zentrum für Cyber Security, das in Zusammenarbeit von Bundesverteidigungs- und Bundesinnenministerium entstanden ist, oder der Cyber- und Informationsraum mit sechs militärischen Organisationbereichen im Verteidigungsministerium.
Kramp-Karrenbauer betonte, dass sich Deutschland in Zukunft weiterhin für die strategische Entwicklung der NATO und der EU einsetzen und auch intensivere und bessere Verbindungen zu der Indopazifik Region aufbauen werde. Gleichzeitig sei es für Deutschland wichtig, eine Souveränität zu entwickeln, die sich u.a. in der Fähigkeit internationale Normen setzen zu können, zeigen werde. Da Innovationen heutzutage nicht mehr nur aus Europa und den USA, sondern zunehmend auch aus Asien kommen, findet auch Normensetzung und Patentierung vermehrt in Asien statt, was im schlimmsten Fall dazu führen kann, dass deutsche Unternehmen in bestimmten Bereichen nicht mehr konkurrieren können.
Innovationen schneller in den Markt
Dass Deutschland bei der Normensetzung eine aktive Rolle spielen muss, wurde auch von einem Expertenpanel bestätigt, das im Anschluss über die Digitalisierung diskutierte. Arne Schönbohm, Präsident des Bundesamtes für Sicherheit und Informationstechnik, Prof. Dr. Claudia Eckert, Fraunhofer-Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit AISEC, und Kai Grunwitz, NTT, stimmten überein, dass Deutschland grundsätzlich im Bereich Cyber Security schon gut aufgestellt ist. Die größte Sicherheitsmesse der Welt findet hier statt und im Bereich der Sicherheitszertifizierung von IT-Produkten z.B. im Bereich von Finanztransaktionen oder digitalen Signaturen, sei Deutschland führend.
Potential nutzen
Digitalisierung ist aber sehr dynamisch und erfordert kontinuierliche Weiterentwicklung. Eine zentrale Herausforderung bestehe darin, Forschungsergebnisse rasch in den Markt zu bringen. Während in den USA zum Beispiel viel in Start-ups investiert wird, ist der Schritt von der Produktentwicklung zur Marktreife in Deutschland oft ein schwieriger und langsamer Prozess. Das Innovationspotential, das es durchaus gibt, wird nicht optimal genutzt, dabei ist die Entwicklung von Schlüsseltechnologien, und parallel das Mitdenken von Sicherheitsrisiken, eine der wichtigsten Aufgaben für Deutschland. Die Experten aus Politik, Forschung und Wirtschaft betonten abschließend aber auch, dass die internationale Zusammenarbeit mit allen Partnern eine grundsätzliche Voraussetzung sei, wenn Deutschland im Bereich Digitalisierung international mithalten möchte.
Autorinnen: Dr. Isabelle Harbrecht, Denise Frömel, HSS
Veronika Eichinger
Leiterin