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Online-Gespräch - Karriere in der HSS
Ein Abend mit der Kanzlerin

Zum Auftakt der Online-Gesprächsrunde „Karrieren in der HSS“ sprachen wir mit Dr. Nicole Kaiser von der Universität Bayreuth. Mit 34 Jahren ist sie die jüngste Kanzlerin einer deutschen Universität. Mit uns hat sie über ihre Arbeit und ihre Zeit als Stipendiatin der Hanns-Seidel-Stiftung gesprochen.

Seit dem Jahr 2021 ist Nicole Kaiser Kanzlerin der Universität Bayreuth. Sie war Stipendiatin der Hanns-Seidel-Stiftung und gehört dem Club der Altstipendiaten der HSS an.

Seit dem Jahr 2021 ist Nicole Kaiser Kanzlerin der Universität Bayreuth. Sie war Stipendiatin der Hanns-Seidel-Stiftung und gehört dem Club der Altstipendiaten der HSS an.

Universität Bayreuth, Jürgen Rennecke

Nicole Kaiser lacht, als sie gefragt wird, ob sie schon immer Kanzlerin einer Universität werden wollte.

„Nein“, antwortet sie, als Kind habe sie noch nicht einmal gewusst, was das ist, eine Unikanzlerin. Zur Sicherheit erklärt sie es deshalb jetzt nochmal für die Zuhörenden:

„Eine Kanzlerin ist formell die Leiterin der Universitätsverwaltung, Dienstvorgesetzte des nichtwissenschaftlichen Personals und Haushaltsbevollmächtigte.“

Kaiser kümmert sich also unter anderem um Bau, Finanzen und strategische Entscheidungen im universitären Betrieb.

„Das hört sich vielleicht für viele eher dröge an“, ergänzt sie lächelnd. Das sei aber gar nicht der Fall: „Es macht mir sehr viel Spaß, weil es nie gleich ist. Den Standardtag gibt es nicht!“

Ein Thema, das ihr dabei besonders am Herzen liegt, ist die Digitalisierung. E-Akten statt Akten, Einführung einer Gremienmanagement-Software, sogenannte „mitdenkende Formulare“ – Nicole Kaiser hat viel vor.
Zu ihrem Beruf gehört aber auch eine große Verantwortung. Ist ihr das manchmal zu viel?

 Nein“, sagt Kaiser, durch ihre früheren Erfahrungen als persönliche Referentin des Kanzlers und ihre langjährige Arbeit im universitären Betrieb fühlt sie sich den Herausforderungen in der Regel gewachsen. Als junge Frau nimmt Kaiser automatisch eine Vorbildfunktion für andere Frauen im akademischen Betrieb ein. Als sie Unikanzlerin wurde, bestand die Hochschulleitung noch ausschließlich aus Männern. Kaiser meint:

„Ich bin der festen Meinung, wir Frauen können vieles mindestens genauso gut wie die Männer. Und es liegt mit an uns den Wandel in der Gesellschaft aktiv mitzugestalten.“

Die Motivation

Seit dem Frühjahr 2021 arbeitet Nicole Kaiser als Unikanzlerin. Sie ist an der Universität in Bayreuth tätig, einer eher jungen Universität mit etwa 13.000 Studierenden und ca. 250 Professorinnen und Professsoren. Selbst hat Kaiser an der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen studiert. Und zwar Sozialökonomik.

„Mich haben einerseits Zahlen und Daten fasziniert, aber auch die sozialwissenschaftliche Perspektive“, erklärt Kaiser, „die Kombination der Themen hat mich gereizt.“

Nach ihrem Bachelor entschied sie sich, weiter zu studieren und an der Friedrich-Alexander-Universität ihren Master zu absolvieren. Zwischen 2014 und 2018 promovierte sie. Während dieser Zeit blieb sie zunächst an der Universität in Erlangen, unter anderem als wissenschaftliche Mitarbeiterin, aber auch in der Lehre.

"Bleibt neugierig und offen"

Schon ein Jahr nach Studienbeginn wurde sie Stipendiatin der Hanns-Seidel-Stiftung.

„Für mich war und ist das ein unheimlich wertvoller Schatz. Ich komme nicht aus einer Akademikerfamilie“, erklärt sie, „und umso wertvoller war es für mich durch die Konstipendiatinnen und Konstipendiaten die Breite der Disziplinen kennenzulernen, aber auch Kontakte und Freundschaften zu schließen. Das hat mir unheimlich viel für meine ganze Entwicklung, also nicht für den beruflichen Bereich, gegeben.“

Um auch etwas zurückzugeben, engagierte sich Nicole Kaiser außerdem als Prüferin bei den Aufnahmeverfahren in der Stiftung.

Sie erzählt: „Es ist sehr spannend, die nächste Generation mitauszuwählen“.

Nach Studienende trat sie außerdem in den Club der Altstipendiaten ein. Für sie habe sich so die Möglichkeit geboten, Kontakte in der Stiftung weiter zu pflegen und neue zu knüpfen.
Als Kaiser gefragt wird, welchen Rat sie den jungen Stipendiatinnen und Stipendiaten mit auf den Weg geben möchte, lächelt sie und beugt sich in ihrem Stuhl ein wenig nach vorne.

„Bleibt neugierig und offen. Und seid wachsam, welche Türen sich öffnen. Es gibt nicht immer den einen vorgezeichneten Weg.“

Auch ihr eigener Weg habe auf Zufällen und offenen Türen beruht, erzählt Kaiser.

„Man muss sich nur überlegen, ob man durchgehen will.“

Autorin: Marlen Haupt, Stipendiatin der HSS.

04/2021 – Kanzlerin, Universität Bayreuth

01/2020 -04/2021  Leiterin der Abteilung für Haushaltsangelegenheiten, Universität Bayreuth

12/2017 - 12/2019 Persönliche Referentin des Kanzlers, Universität Bayreuth

01/2013 - 03/2018 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Soziologie und Empirische Sozialforschung/Lehrstuhl für Wirtschaftssoziologie, Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg

04/2013 - 12/2017 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Career Service am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg

01/2013 - 03/2018 Mitarbeiterin in Projekten am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg

02/2014 - 04/2018 Promotion, Dr. rer. pol., Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Nürnberg: Individuelle und strukturelle Einflussfaktoren der Mobilität bei Bildungs- und Berufsübergängen
Erstbetreuung: Prof. Dr. Monika Jungbauer-Gans.

10/2007 - 04/2013 Sozialökonomik, M.Sc. (1.5) / B.A. (1.9), Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Nürnberg,
Schwerpunkte: Empirische Methoden, Bildungs- & Arbeitsmarktforschung, Personal- und Organisationsentwicklung.

2008 - heute Engagement und Förderung bei der Hanns-Seidel-Stiftung
Mitglied im Bundesvorstand des Clubs der Altstipendiaten (2016 - 2021)
Prüferin bei Aufnahmeverfahren für Studien- & Promotionsstipendien (2014 - heute)
Stipendiatin der Studienförderung (2008 - 2012)

2004 - heute Engagement in politischen (Jugend-)Organisationen
u.a. Mitglied im CSU Bezirksvorstand Oberfranken (2017 - heute)
Mitglied im Landesvorstand der Jungen Union Bayern (2014 - heute)

Informationstechnologien (IT)
Michaela Regele
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