Erklärfilme für Flüchtlinge
Ein Monat, zwei Filme und ein riesiger Lerneffekt
... was sie motiviert hat:
Simone: Die Flüchtlingskrise betrifft uns alle und deshalb sollte auch jeder so gut er kann seinen Teil zur Bewältigung beitragen, finde ich. Einen Film zu erstellen, der Flüchtlingen unsere Werte in Deutschland erklärt, die für unsere Demokratie ja wirklich das A und O sind, fand ich für mich persönlich eine gute Möglichkeit mich sinnvoll einzubringen.
Maximilian: Das Projekt hat sich super angehört. Die Aufgabe, einen Film von der Entstehung bis zum Schnitt zu begleiten, bekommt man nicht alle Tage. Dazu kommt, dass das Projekt aus meiner Sicht absolut sinnvoll ist und das Ergebnis einen Wert hat.
... von ihrer größten Herausforderung:
Simone: Im Studium habe ich bereits ein wenig Erfahrung beim Erstellen von Filmen sammeln können, da war ich allerdings immer in einem Team von bis zu sechs Personen über ein ganzes Semester hinweg mit dem Projekt beschäftigt. Beim Refugee Film musste alles deutlich zügiger gehen: innerhalb eines Monats musste ein Konzept erstellt, der Dreh organisiert und durchgeführt, das Material gesichtet und geschnitten werden. Hinzukam, dass ich nicht in München wohne und daher das Meiste aus der Entfernung geregelt werden musst, was nicht immer ganz so einfach war.
Maximilian: Die größte Herausforderung war für mich, stets den Überblick zu behalten. Das Filmkonzept wird ja ständig geändert und angeglichen, weil nie alles so funktioniert, wie man es sich vorher vorstellt. Da kann man leicht durcheinander kommen, das darf aber auf keinen Fall passieren.
... was sie gelernt haben:
Simone: Genau arbeiten ist bei einem Projekt dieser Art auf jeden Fall sehr wichtig. Vor allem bei der Ausarbeitung des Konzepts muss man darauf achten, dass man nicht zu verkopft denkt, Szenen aufeinander schlüssig sind, der Off-Text auf die Bilder abgestimmt ist etc. – wenn man von Anfang an diese Dinge berücksichtigt, spart man sich im Nachhinein eine Menge Arbeit.
Maximilian: Am Wichtigsten beim Filmemachen sind das Konzept und die Planung. Alles, was ich da falsch oder schludrig gemacht habe, musste ich später ausbaden.
... von ihrem lustigsten Moment:
Simone: Gerade als wir schon auf dem Weg nach draußen von unserem Drehort, dem Café CADU, waren, erzählte eine der Schauspielerinnen, wie sie bei einem ihrer Drehs fast mal eine Tonangel hätten stehen lassen. Wir hatten alles eingepackt, da war ich mir zu 100 Prozent sicher, hatte ich mich doch extra nochmal umgeschaut ... da doppelt bekanntlich besser hält und ich nach solch einer Geschichte doch wieder verunsichert war, kehrte ich nochmal zurück und tatsächlich, da stand sie noch – unsere Tonangel.
Maximilian: Ich habe meinem Kumpel angedroht, ihm eine runterzuhauen. Natürlich nur für die Filmhandlung. Das hat zuerst Überwindung gekostet – und dann mussten wir beide sehr viel lachen während des Drehs.
... was sie beim nächsten Mal anders machen würden:
Simone: Ich würde das ganze Projekt noch kompakter machen, sprich wirklich vielleicht ein oder zwei komplette Woche ausschließlich dafür blocken, in München vor Ort sein und sozusagen in einem Aufwasch erledigen. Das bedeutet dann zwar theoretisch noch weniger Zeit, aber Auge in Auge zu arbeiten erleichtert dann doch auch vieles, was so jetzt v.a. in der Kommunikation über E-Mail und Telefon vielleicht länger gedauert hat.
Maximilian: Mehr Zeit für die Planung und das Konzept investieren.
Text: Maximilian Förster und Simone Allig
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Isabel Küfer, M.A.
Leiterin