Das Women`s Breakfast mit Ellen Johnson Sirleaf
Eine Institution auf der Münchner Sicherheitskonferenz
Inspirierende Frauen mit Expertise für internationale Politik: Prof. Ursula Männle (HSS-Vorsitzende), Friedensnobelpreisträgerin Ellen Johnson Sirleaf, Beate Merk (Staatsministerin für Europaangelegenheiten und regionale Beziehungen) und Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler (rechts)
Schmid; HSS
Beim achten Treffen in der Münchener Residenz konnten die 80 anwesenden Damen Ellen Johnson Sirleaf begrüßen. Sirleaf war vom 16. Januar 2006 bis 22. Januar 2018 Präsidentin von Liberia. Die Politikerin war damit die erste Frau, die zum Staatsoberhaupt in Afrika gewählt wurde.
Wer ihr zuhört, versteht sofort, warum sie 2011 für ihren gewaltfreien Kampf für die Sicherheit von Frauen und für Frauenrechte mit dem Friedensnobelpreis geehrt wurde. Ihre scharfsinnige Analyse der Probleme des afrikanischen Kontinents ging einher mit ihren selbstbewussten und klugen Ausführungen zu einem Afrika, das sich seiner erzielten Fortschritte und Stärken gewahr werden soll, das einen politischen Willen formuliert und präsentiert. Und das dabei auf die Unterstützung der demokratisch legitimierten Staaten vor allem auch in Europa zählen möchte.
Ellen Johnson Sirleaf begleiteten stehende Ovationen. Als Staatsministerin Beate Merk in ihrer Begrüßungsrede darauf aufmerksam machte, dass Sirleaf gerne als „The Iron Lady“ bezeichnet wird, konnte man noch nicht so richtig erfassen, wie diese charmante Dame zu diesem Namen kam.
Ellen Johnson Sirleaf: Afrika muss den eigenen politischen Willen formulieren und sich erreichter Fortschritte und Stärken bewusst werden. Sie zählt auf die Unterstützung demokratisch legitimierter Staaten vor allem auch aus Europa.
Schmid; HSS
Nach Sirleaf´s Rede war das klar. Vor allem für die vielen jungen Frauen im Publikum ist ihre Verbindung von Charme und Umsetzungsstärke sicherlich ein Vorbild. Das ist ein wesentlicher Grund, warum es diese exklusiven Frauenzirkel gibt, weshalb auch die Vorsitzende der Hanns-Seidel-Stiftung, Prof. Ursula Männle, beim Schlusswort ihrer Hoffnung Ausdruck gab, dass diese Tradition so erhalten bleibe und es im nächsten Jahr ein neuntes Women`s Breakfast geben werde, um die Rolle der Frauen in der Weltpolitik weiter zu stärken.
Auch heute noch werden Frauen von wichtigen Debatten ausgeschlossen und Inhalte in reinen Männerrunden besprochen. Das sind Lehrstücke. Sie zeigen, dass in Sachen Gender noch viele Nachhilfestunden notwendig sind. Wir können weder (sicherheits-)politische, noch ökonomische, noch gesellschaftliche und religiöse Fragen klären, wenn wir Frauen außen vor lassen.
Da gibt es noch ein echtes Vakuum. Auch Ellen Johnson Sirleaf hat von einem Vakuum gesprochen – einem in der Beziehung zwischen Afrika und dem Westen.
Ursula Männle (HSS-Vorsitzende) lobte die Entwicklung des Women´s Breakfast auf der MSC. Seit 2011 haben sich die Teilnehmerzahlen mehr als verdoppelt.
Schmid; HSS
Und genauso wie sie fordert, dass die europäischen, die transatlantischen Mächte sich für Afrika einbringen sollen, genauso braucht es die zivilisatorische Kraft reflektierter und verantwortungsbewusster Menschen, die Frauen und bestimmte Staaten weiter ins Spiel zu bringen. Es werden nicht zwangsläufig Frauen sein, die das bewegen, das eher nicht, wie die Erfahrung zeigt. Es werden in beiden Fällen nur wenige Personen sein, die das konstruktiv in Gang setzen. Sie werden es trotzdem schaffen. Davon geht auch Ellen Johnson Sirleaf aus.
Dr. Claudia Schlembach
Leiterin