Großes Jubiläum: CSU feiert 80. Geburtstag
Einzigartig, modern und traditionell
Mit über 400 geladenen Gästen feierte die CSU im Konferenzzentrum der Hanns-Seidel-Stiftung in München ihr 80-jähriges Jubiläum.
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Unter den mehr als 400 Gästen waren zahlreiche Prominente: Der ehemalige Bundesfinanzminister und CSU-Ehrenvorsitzende Theo Waigel, Bundesinnenminister Alexander Dobrindt, Landtagspräsidentin Ilse Aigner, CSU-Fraktionschef Klaus Holetschek, CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann, die Vorsitzende der CSU-Europagruppe Prof. Dr. Angelika Niebler, der Partei- und Fraktionsvorsitzende der EVP Manfred Weber, CSU-Generalsekretär Martin Huber und seine Stellvertreterin Tanja Schorer-Dremel, die Staatsminister Ulrike Scharf, Markus Blume und Dr. Florian Herrmann, Staatssekretärin Martina Englhardt-Kopf, der ehemalige CSU-Chef und Staatsminister Erwin Huber, HSS-Generalsekretär Josef Widmann, Max Josef Strauß sowie zahlreiche aktive und ehemalige Abgeordnete aus Landtag, Bundestag und Europaparlament. Die Kommunen waren unter anderem durch die Neu-Ulmer Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger und Nürnbergs Zweite Bürgermeisterin Prof. Dr. Julia Lehner vertreten.
Auch aus Wirtschaft und Gesellschaft kamen zahlreiche hochrangige Vertreter wie Regionalbischof Thomas Prieto Peral, vbw-Chef Bertram Brossardt, die ehemalige CSU-Landesgruppenchefin und Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes Gerda Hasselfeldt, der Präsident des Bayerischen Oberlandesgerichts Dr. Hans-Joachim Heßler, die Politikwissenschaftler Prof. Dr. Heinrich Oberreuter und Prof. Dr. Werner Weidenfeld, der Vorsitzende des DGB Bayern Bernhard Stiedl, die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes Simone Fleischmann sowie zahlreiche Vertreter des Diplomatischen Corps.
„Die CSU gehört noch lange nicht zum alten Eisen“, eröffnete der HSS-Vorsitzende Markus Ferber, MdEP, die Feier zum Parteijubiläum.
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Alle Menschen vereinen
„Die CSU gehört noch lange nicht zum alten Eisen“, eröffnete der HSS-Vorsitzende Markus Ferber, MdEP, die Feier zum Parteijubiläum. Die Grundsätze und Werte der CSU-Gründungsväter und -mütter, die der parteipolitischen Zersplitterung der Weimarer Republik und der NS-Diktatur eine einigende Kraft auf christlicher Basis entgegensetzen wollten, würden auch heute noch gelten. „Christlich, sollte diese Sammelbewegung, diese neue Partei, sein, um der Gottlosigkeit der Zeit des Nationalsozialismus wieder die Grundsätze christlicher Ethik entgegenzusetzen. Sozial, um die Not der Menschen in der Nachkriegszeit zu lindern. Eine Union, um die Menschen aller sozialen Schichten, Berufe und Konfessionen zu einer Sammlungspartei zu vereinen“, betonte Ferber.
„Die CSU gehört noch lange nicht zum alten Eisen.”
Markus Ferber
Seit ihrer Gründung verstehe sich die CSU als bayerische Partei mit bundespolitischem Anspruch und europäischer Verantwortung. Bis auf die Jahre von 1954 bis 1957 sei die CSU stets die Regierungspartei in Bayern gewesen. „Obwohl sie nur in Bayern antritt, erreichte sie in vergangenen Bundestagswahlen regelmäßig einen bundesweiten Stimmenanteil von sieben bis über zehn Prozent und war damit lange Jahre die drittstärkste Kraft der im Bundestag vertretenen Parteien“, sagte Ferber. Der Satz von Hanns Seidel von 1955 gelte auch heute noch: „Die Christlich-Soziale Union hat in Bayern, und seit es eine Bundesrepublik Deutschland gibt, über die Landesgrenzen hinaus eine Tätigkeit entfaltet, über die wir uns nicht zu schämen brauchen.“
Unter den Gästen waren Abgeordnete aus den Parlamenten, Vertreter aus Gesellschaft und Politik sowie Vertreter des diplomatischen Corps.
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Mit dem Archiv für Christlich-Soziale Politik sowie den Internetportalen „CSU-Geschichte“ und „FJS.de“ verwahre die Hanns-Seidel-Stiftung auch die historische Überlieferung der CSU – „insgesamt circa sieben Regalkilometer Akten“, berichtete der HSS-Vorsitzende. Die Ausstellung des Archivs, die im Anschluss an den Festakt durch CSU-Chef Dr. Markus Söder und Markus Ferber eröffnet wurde, blicke auf die Entwicklung der CSU, ihre Organisation und ihre politischen Positionen von der Gründung bis heute. Sie soll während des kommenden Jubiläumsjahres auch in den einzelnen CSU--Bezirksverbänden gezeigt werden. Ferber forderte abschließend: „80 Jahre CSU - die Erfolgsgeschichte muss weitergeschrieben werden, weil, so sagte es Hanns Seidel, ‚eine starke CSU dazu beitragen kann, unserem Land im Kreis der Bundesländer jenen Rang zu sichern, der ihm nach Anlage und Geschichte zukommt.‘“
Klarer Auftrag für die Zukunft
Der CSU-Vorsitzende und Bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder sah das Jubiläum von zwei Seiten: „Dieser 80. Geburtstag ist kein Kaffeekränzchen, ist nicht nur Wehmut und Rückblick, sondern er ist auch ein Statement und ein klarer Auftrag für die Zukunft.“ Die CSU habe Bayern mitaufgebaut, zum erfolgreichsten Land in Deutschland gemacht – und sie habe „noch viel vor“. Klar sei: „CSU und Bayern sind untrennbar miteinander verbunden!“ Es gebe keine vergleichbare Partei in Europa mit einer „ähnlichen Erfolgsformel“, die so lange demokratisch an die Spitze eines Landes gewählt worden sei und zugleich die Politik in Europa mitgestalte.
Der Bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Dr. Markus Söder hielt die Festrede.
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„Die CSU ist einzigartig“, befand ihr Vorsitzender. „Denkt man in der Welt an Bayern, dann denkt man an Berge, Bier, Wiesn, BMW, den FCB, manchmal auch den FCN, und auch an eine Partei, nämlich die CSU!“ Vom ärmsten und landwirtschaftlich geprägten Bundesland in Deutschland habe die CSU es zum „modernsten und stärksten Land“ entwickelt. Söder erinnerte an den Neubeginn nach 1945, als Deutschland zerstört und aufgrund des Holocausts und der Kriege moralisch bankrott gewesen sei. Aus dem Scheitern der Weimarer Republik und dem mörderischen NS-Regime hätten sich einige Frauen und Männer zusammengetan, um mit einer neuen Sammlungsbewegung „buchstäblich den Karren aus dem Dreck zu ziehen“.
Nur in Bayern gibt es das
Bis heute habe die CSU ihre Kernprinzipien von damals bewahrt: Schutz und Sicherheit nach außen und innen, Verteidigung der Freiheit und Demokratie, pro USA, pro Europa, gegen Antisemitismus und für Israel, Humanität und soziale Verantwortung, soziale Marktwirtschaft, Innovation und Forschung als Mittel zum Fortschritt. Hochschulen bauen und ausbauen, Hightech fördern, das sei seit Alfons Goppel, Franz Josef Strauß, Edmund Stoiber und bis heute ein Markenzeichen – aktuell etwa mit KI, Fusionstechnologie, Quantencomputing und Biotech. Für die CSU gelte das Leistungsprinzip nicht nur in der Schule, man respektiere auch das Eigentum ebenso wie Handwerker und Unternehmer. „Wir waren und sind immer die Partei, die die Augen offengehalten und gesehen hat, was in der Welt vor sich geht. Wir packen die Zukunft an wie kein anderes Bundesland“, betonte Söder. „Wir sind zugleich die stärkste Arbeitnehmerpartei, die Leberkäsetage.“ Das christliche Menschenbild ist und bleibe dabei die Grundlage, denn ohne Werte und Traditionen könne kein Land funktionieren. „Nur in Bayern gibt es das: Man kann modern und gleichzeitig traditionell sein!“
Heimat und Fortschritt
In einer Fragerunde mit Moderator Ralf Exel gab der CSU-Ehrenvorsitzende und ehemalige Bundesfinanzminister Dr. Theo Waigel Einblick in die CSU-Geschichte. Es sei schwer gewesen, nach dem Krieg den Gedanken einer gemeinsamen Sammlungspartei für alle Konfessionen durchzusetzen. Hier hätten sich Josef Müller und Franz Josef Strauß Verdienste erworben, ebenso wie Ludwig Erhard bei der Durchsetzung der Sozialen Marktwirtschaft und Helmut Kohl bei der Deutschen Einheit. „Wir waren uns bewusst, dass das Zeitfenster kurz sein könnte, da alles von der Person Michail Gorbatschow abhing“, berichtete Waigel. Über eine Million Russen in nur vier Jahren für nur zwölf Milliarden D-Mark friedlich in die Heimat verbracht zu haben, sah der Ehrenvorsitzende als bleibenden weiteren Erfolg auch der Partei. Er wünsche der CSU für die Zukunft „Kraft, Ideen und weiter die Verbindung von Heimat und Fortschritt“.
Alexander Dobrindt, Martin Huber, Ilse Aigner, Dr. Theo Waigel, Dr. Markus Söder und Markus Ferber (v.li.)
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„Das Abenteuer CSU geht weiter. Das Beste kommt noch.”
Markus Söder
Ohne Bayern wäre Deutschland „arm dran“, bilanzierte der Ministerpräsident und CSU-Chef. Zugleich gelte für die CSU „Leben und Leben lassen, dem Volk aus Maul schauen, aber nicht nach dem Mund reden“ und immer „näher am Menschen“. Dann werde man auch mit den Populisten von links und rechts außen fertig, die eine undemokratische, autoritäre Gesellschaft anstrebten mit eingeschränkten Freiheiten, von Europa ab- und Russland zugewandt. Wer andererseits glaube, dass man Probleme, die die Bürger jeden Tag sehen, ignorieren und verschweigen zu können, der betreibe das Spiel genau dieser Populisten.
Der CSU-Vorsitzende Markus Söder blickte nach vorn: Wer nach 80 Jahren CSU auf ein „Ende der Geschichte“ hoffe, für den gelte „Keine Chance! Das Abenteuer CSU geht weiter. Das Beste kommt noch.“
Gezeigt wurde zudem ein kurzer Film über die Historie der CSU sowie Grußworte des Bundeskanzlers und CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz, der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, des österreichischen Bundeskanzlers Christian Stocker sowie des Bundesfinanzministers und SPD-Bundesvorsitzenden Lars Klingbeil. Merz nannte die „immer eigenständige“ CSU einen „historischen Glücksfall“, die viele Koordinaten richtig gesetzt habe in Bund, Land und Europa. Mit der CDU stehe man trotz gelegentlicher Meinungsverschiedenheiten auf einem gemeinsamen Wertefundament. Ursula von der Leyen lobte, dass die CSU „untrennbar mit Europa verbunden“ sei, sie stehe über ihre Parteivorsitzenden Waigel, Stoiber und Strauß direkt für den Euro, Bürokratieabbau und den Airbus. Wäre Bayern ein eigener Mitgliedstaat, so wäre es unter den sieben größten Volkswirtschaften der EU. Klingbeil lobte Selbstbewusstsein und Tatkraft der CSU, die „immer streitbar“, aber sich zugleich ihrer Verantwortung für Deutschland immer bewusst gewesen sei. Stocker nannte die CSU „die prägende politische Kraft Bayerns mit weitsichtiger, verlässlicher Politik“. Gemeinsam seien Österreich und Bayern sowie ÖVP und CSU enge und erfolgreiche Partner.
Die Seele des Volkes hören
Kabarettist Wolfgang Krebs glänzte in seiner Paraderolle als Edmund Stoiber mit einem Parforceritt durch die „atemberaubende Entwicklung und spektakuläre Erfolgsgeschichte“ der CSU. Nur wer zuhöre, könne die „Seele des Volkes sprechen“ hören. „Wir hängen unsere Erfolge nicht an die große Glocke, sondern informieren den Rest der Republik sachlich über unsere Überlegenheit auf allen Ebenen“, meinte Krebs-Stoiber. „Wir sind oft unsere einzige Opposition, weil die Opposition bei uns ein Totalausfall ist.“ Allerdings brauche die Politik „mehr Humor“.
Im Rahmenprogramm gab es nicht nur die Ausstellung zu sehen, sondern auch Kunstwerke prominenter CSU-Politiker und alte Wahlplakate als Postkarten. Zudem wurde für Selfies das Arbeitszimmer von Franz Josef Strauß in der Staatskanzlei mit dem Original-Schreibtisch aufgebaut.
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