Wirklichkeit oder Utopie?
Energieautark leben
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Wenn von „erneuerbaren Energien“ gesprochen wird, ist damit die Umwandlung von Energie, aus einer unerschöpflichen Energiequelle in eine andere Energieform wie elektrische, mechanische, thermische oder chemische Energie gemeint. Das Gegenteil ist die Energieumwandlung aus Energievorräten. Dazu gehören fossile Energievorräte wie Kohle, Erdöl oder Uran, die in der Vergangenheit entstanden und endlich verfügbar sind. Außerdem gibt es sogenannte „rezente“ Energievorräte, die bereits einen Vorrat darstellen und wachsen bzw. sich regenerieren. Beispiele dafür sind Pflanzen oder Regenwasser.
Jede frei verfügbare Energie, bei deren Umwandlung keine Rohstoffkosten anfallen und kein CO2 aus der Vergangenheit freigesetzt wird gilt als unerschöpfliche Energiequelle. Doch warum beschränken wir uns dann nicht auf erneuerbare Energien?
Zum einen gibt es unterschiedliche geografische Rahmenbedingungen. So ist die Sonneneinstrahlung beispielsweise an jedem Ort unterschiedlich. Zum anderen ist die Volatilität, also die Wechselhaftigkeit der erneuerbaren Energien eine Herausforderung. Sonneneinstrahlung, Wind oder Niederschlag sind nicht beeinflussbar. Ein weiterer Aspekt, der die Nutzung von erneuerbaren Energien erschwert ist das mangelnde und zeitweise übersteigende Angebot bei volatilen Energien, die in Deutschland den Großteil der erneuerbaren Energien ausmacht.
Die Lösung kann Power2X sein. Das bezeichnet die Speicherung oder anderweitige Verwendung von elektrischer Energie. Dabei wird mit überschüssigem Strom beispielsweise Gas über Elektrolyse und Methanisierung hergestellt, welches für energieintensive Industrieprozesse oder zur Treibstoffproduktion verwendet wird. Ebenso kann überschüssige elektrische Energie in Wärme gespeichert werden oder für Mobilität genutzt werden, zum Beispiel zum Laden von Elektroautos. Eine weitere Möglichkeit der Speicherung von Strom sind sehr große Batterien oder Speicherwasserkraftwerke.
Feldheim versorgt sich selbständig mit Strom und Wasser aus dem eigenen Netz.
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Energieautarkes Feldheim
Folgt also daraus, dass die Herausforderungen der erneuerbaren Energien unüberwindbar sind? Keineswegs, denn für viele der Herausforderungen gibt es bereits Lösungen. Und das hat Feldheim in Brandenburg bewiesen. Lust auf eine kleine Reise? Wir starten auf einer Landstraße. Links neben uns ragen große Windkraftanlagen in die Höhe und vor uns liegt eine kleine Siedlung. Am rechten Straßenrand können wir das Ortseingangsschild lesen: Feldheim steht dort. Am linken Straßenrand entdecken wir ein weiteres Schild. Es ist hellblau und trägt die Aufschrift „Energieautarker Ortsteil Feldheim Stadt Treuenbrietzen“. Aber was heißt denn energieautark?
Feldheim gehört mit rund 130 Einwohner zu der Stadt Treuenbrietzen in Brandenburg. Das Örtchen ist seit 2010 energieautark. Das bedeutet: Die Feldheimer versorgen sich selbständig mit Strom und Wärme aus ihrem eigenen Netz. Gehen wir also mal auf eine kleine Reise durch die unterschiedlichen Stationen der erneuerbaren Energien in Deutschland.
Station 1: Feldheimer Windkraftanlagen
Wir stehen auf einem Feld und sind umgeben von großen Windkraftanlagen, höher als der Kölner Dom. Wir schauen hoch und die Rotorblätter drehen sich gleichmäßig im Wind. Ein beeindruckendes Schauspiel. Aber wie steht es eigentlich um die Windkraft in Deutschland?
Insgesamt macht Windenergie einen Anteil von 23 Prozent der gesamten Stromerzeugung aus. Der Ausbau der Windenergie schreitet jedoch nur langsam voran. Im Jahr 2020 wurden insgesamt 420 Anlagen auf dem Land gebaut, was nach Schätzungen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft deutlich zu wenig ist. Dieser hält einen Zubau von 1.500 Windkraftanlagen pro Jahr für notwendig, um die Ziele des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) einzuhalten. Demnach sollen bis 2030 65 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien stammen. Noch dazu wird der Ausbau durch komplizierte Anträge, lange Genehmigungsverfahren, Abstandsregelungen zu Wohngebieten und Klagen gegen neue Anlagen erschwert. Darüber hinaus wird der Bau und die Förderung neuer Windkraftanlagen seit 2017 durch bundesweite Ausschreibungen der Bundesnetzagentur reguliert.
Station 2: Solarpark Selterhof
Unsere Reise geht weiter zum Solarpark Selterhof, der ungefähr zehn Kilometer nordöstlich vom energieautarken Feldheim liegt. Wir stehen auf einem weiten Feld, das ungefähr so groß ist wie 60 Fußballplätze. Um uns herum erstrecken sich mehr als 280 Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen), auf denen insgesamt rund 9.900 dunkelblaue Solarzellen mit der Sonne um die Wette funkeln. Wie steht es um die Photovoltaik in Deutschland?
Zurzeit gibt es in Deutschland knapp zwei Millionen PV-Anlagen, die insgesamt eine Leistung von rund 53 Gigawatt aufweisen (Stand 2020). Bis 2030 soll die Photovoltaik nach dem EEG so ausgebaut werden, dass die Gesamtleistung aller Solaranlagen eine Höhe von 100 Gigawatt erreicht, also fast doppelt so viel wie zum jetzigen Zeitpunkt.
Nach Angaben des Bundesverbands Solarwirtschaft müsse, angesichts eines steigenden Strombedarfs, der Zubau sogar mindestens verdreifacht werden. Die Menge an PV-Anlagen wird aber durch Ausschreibungen von der Bundesnetzagentur geregelt, wodurch ein Preiskampf zwischen Anbietern entsteht. Das führt seit 2012 zu großen Arbeitsplatzeinbußen im Photovoltaiksektor. Noch dazu sinkt die gesetzliche Einspeisevergütung für Solarstrom immer weiter. Betreiber, die den Strom ihrer PV-Anlage selbst verbrauchen müssen ab einer bestimmten Anlagengröße weiterhin die volle oder anteilige EEG-Umlage bezahlen. Mit der neuen EEG-Novelle 2020 wurden ein paar Barrieren verkleinert (bspw. Solardeckel), aber aufwändige Zertifizierungen und bürokratische Vorschriften gestalten den Ausbau dennoch schwierig.
Station 3: Regelkraftwerk (Batteriespeicher)
Zurück in Feldheim. Wir stehen diesmal am anderen Ende des Ortsteils Treuenbrietzen vor einem länglichen Gebäude, das kunstvoll bemalt ist. Zu sehen ist ein blauer, zart bewölkter Himmel. Darunter zeigt das Wandgemälde eine Kette aus Batterien, die Feldheim – dargestellt in einer Glühbirne – mit Windkrafträdern verbindet. Die grünen Rotorblätter der Windkrafträder erinnern an Bäume. Hierbei handelt es sich tatsächlich um das Regelkraftwerk, also den Batteriespeicher, von Feldheim, der den überschüssig erzeugten Strom von den Windkraftanlagen speichert. Wenn man also den Strom aus erneuerbaren Energien speichern kann, wo liegt dann das Problem?
Batteriespeicher zählen zusammen mit sogenannten Pumpspeicherwerken zu den geläufigsten Kurzzeit-Speichertechnologien. Das heißt sie werden eingesetzt, um Energie für mehrere Stunden oder einen Tag zu speichern. Als Langzeitspeicher sind weder Batterie- noch Pumpspeicherwerke geeignet, da sich ihr Einsatz wirtschaftlich nicht rentieren würde. Denn wenn pro Jahr nur wenige Auf- und Entladungen erfolgen, dann sind die anteiligen Kosten pro erzeugter Kilowattstunde viel zu hoch. Als Langzeitspeicher wären beispielsweise große Speicherwasserkraftwerke oder sogenannte Power-to-Gas-Anlagen geeignet. Dabei handelt es sich um einen chemischen Speicher, in dem Wasser mithilfe von Energie in Wasserstoff und dann gegebenenfalls weiter in Methan umgewandelt wird.
Beide Stoffe, Wasserstoff (begrenzt) und Methan (unbegrenzt), können in das bereits vorhandene Erdgasnetz eingespeist und dort gespeichert werden. Die Gase können dann sowohl rückverstromt als auch zum Heizen für Gasfahrzeuge oder Ähnliches verwendet werden. Das Problem: Mit der Umwandlung gehen auch hohe Energieverluste einher und die Technologie ist ziemlich teuer. Es herrscht ein Mangel an effizienten und effektiven Langzeitspeichertechnologien, was ein weiteres Hindernis für den Ausbau der erneuerbaren Energien darstellt.
Station 4: Holzhackschnitzel-Heizung
Machen wir nun einen kleinen Spaziergang durch die Straßen Feldheims. Wir gelangen zur Holzhackschnitzel-Heizung. Sie ist eine Anlage in der Biomasse verbrannt und in das Feldheimer Wärmenetz eingespeist wird. Damit können die Bewohner ihr Zuhause heizen. Apropos Heizen: Ist es möglich klimafreundlich zu heizen?
Als traditionelles Heizmittel hat sich, aufgrund seiner hohen Energiedichte, guten Brennbarkeit und großen Verfügbarkeit das Material Holz bewährt. Im Laufe des 19. Jahrhundert sind wir Menschen auf Erdöl und Erdgas gestoßen. Einfamilienhäuser der 70er Jahre wurden bequem per Knopfdruck durch diese fossilen Energieträger beheizt. Die Verfügbarkeit schien damals unendlich und der Preis war bis auf Ausnahmen, wie während der Ölkrisen, niedrig. Zum Ende des 20. Jahrhunderts ist das Heizen mit Holz nicht mehr zeitgenössisch, da die mit viel Handarbeit verbundene Produktion des Scheitholzes zu aufwändig ist.
Heute, circa 20 Jahre später, hat ein Umdenken in der Gesellschaft stattgefunden. In Neubauten werden größtenteils Heizanlagen eingebaut, welche mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Die Technik bei diesen Systemen hat sich enorm verbessert. Sehr hohe Wirkungsgrade machen das Heizen mit erneuerbaren Energien effizient und rentabel. Egal, ob Luft-Wärmepumpe, Hackschnitzel, Pellets oder Scheitholz – alle sind wesentlich umweltfreundlicher als die Treibhausgas produzierenden Öl- und Gasheizungen der Vergangenheit.
Ein Blick auf die Statistik verrät allerdings, dass vor allem im Bestand noch viel Nachholbedarf besteht, was klimaneutrales Heizen betrifft. Fast drei Viertel aller aktuellen Heizungsanlagen werden noch mit Erdgas oder Erdöl betrieben. Seitens der Politik wurden zwar Förderprogramme zum Austausch von veralteten Anlagen durch klimaneutrale Heizungen ins Leben gerufen, jedoch ist die Erneuerung der Heizanlagen immer noch mit einem hohen finanziellen Aufwand verbunden. Die Geschwindigkeit der Klimaerwärmung ist verglichen mit dem Ausbau von klimaneutralen Heizungen viel zu hoch.
Wer jetzt denkt, das Heizen sei nur ein geringer Anteil der in Deutschland verbrauchten Energie, liegt falsch. Um ganz Deutschland mit Wärme zu versorgen, wurden 2020 laut Umweltbundesamt 1.183,6 Terrawattstunde benötigt. Das ist die Energie, die benötigt wird, um circa 1,5 Milliarden Schwimmbecken der Größe 4 x 8 x 1,4 Meter von 15 auf angenehme 30 Grad Celsius zu erhitzen.
Statistiken des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zufolge liegt der Anteil der für Heizungen verbrauchten Endenergie derzeit bei etwa 26 Prozent der insgesamt verbrauchten Endenergie. Der Verkehrssektor kommt im Vergleich dazu auf 28 Prozent. Vom Gesamtbedarf an Wärme stammten 15,2 Prozent aus erneuerbaren Energien. Zwei Drittel davon sind biogene Festbrennstoffe, wie beispielsweise Hackschnitzel. Beim Anteil der erneuerbaren Energien ist in diesem Bereich bemerkenswert, dass dieser laut Umweltbundesamt seit 2012 um lediglich einen Prozent gestiegen ist. Im Vergleich dazu gab es zwischen 1999 und 2012 einen Anstieg von 9,8 Prozent. Trotz politischer Anstrengungen zur Energiewende gibt es im Wärme- und Kältesektor noch viel Handlungsbedarf.
Wie sieht das Heizen in der Zukunft aus? Wie wird der Ausbau von Hackschnitzel-, Pellets- oder Scheitholzheizungen beschleunigt? Wäre es effizienter ein komplettes Straßennetz mittels Fernwärmeleitungen zu versorgen? Trends der vergangenen Jahre zeigen, dass Luftwärmepumpen einen wesentlichen Anteil zum Heizen der Zukunft beitragen. Auch zentral gelegene und durch Biomasse betriebene Heizkraftwerke, welche mittels Fernwärmeleitungen die Häuser beheizen, sind ein praktikables und vorhersehbares Modell.
Schließlich kann gesagt werden, dass der Sektor Heizen bei der im Jahr 2050 angestrebten Klimaneutralität einen wesentlichen Anteil zum Erfolg oder Misserfolg beiträgt. So bequem das weitere Betreiben von Öl- und Gasheizungen auch sein mag, so hoch ist auch der Preis, den kommende Generationen durch die Folgen des Klimawandels zahlen werden müssen.
Station 5: Biogasanlage
Gehen wir einige Meter weiter die Straße entlang gelangen wir zu der Biogasanlage Feldheims. Diese besteht aus zwei großen runden Gasspeichern, dessen Dächer wie bei einem Pavillon leicht spitz zulaufen. Aus Gülle, Mais und Getreideschrot werden hier Strom und Wärme erzeugt. Die Biogasanlage ist ein gutes Beispiel für eine Sektorkopplung, da hier die Abwärme der Stromerzeugung ebenfalls genutzt wird. Grundsätzlich sollten die Sektoren Strom, Wärme und Mobilität zusammen gedacht und große Energieverbraucher wie die Industrie aktiv einbezogen werden. Nicht nur bei der Erzeugung von Strom, sondern auch bei bestimmten industriellen Prozessen entsteht Abwärme, die beispielsweise als Fernwärme genutzt werden kann. Ebenso kann überschüssige Energie von einem Sektor in einem anderen genutzt werden.
Hier endet unsere kleine Reise durch Feldheim und wir machen uns mit Hilfe eines Elektroautos auf den Weg nach Hause. Es gibt jedoch auch die Ansicht, dass Elektroautos umweltschädlicher seien, als Autos mit Verbrennungsmotor und dass aktuelle Studien dies sogar beweisen würden. Stimmt das wirklich?
Verbrenner versus Elektro – der ewige Kampf
Die Verkehrswende wird in den nächsten Dekaden eine zentrale Rolle bei der Reduzierung der Treibhausgasemissionen spielen. Daher ist es notwendig, die verschiedenen Antriebskonzepte im Individualverkehr miteinander zu vergleichen.
Emissionen durch die Herstellung
Die Höhe der Emissionen bei der Herstellung eines Fahrzeugs bzw. der Karosserie können nur geschätzt werden, da sich die Produzenten diesbezüglich wenig äußern. Es wird angenommen, dass die Höhe der Emissionen bei der Produktion der jeweiligen Fahrzeugarten (ohne Batterie) etwa gleich sind, da hier ähnliche Technologien verwendet werden.
Nach einer aktuellen Studie der Eindhoven University of Technology werden bei der Herstellung einer Lithium-Ionen-Batterie 75 Kilogramm CO2-Äquivalent pro Kilowattstunde Kapazität freigesetzt. Die Batteriekapazität eines VW eGolfs beträgt 36 Kilowattstunden, die eines Tesla Model 3 etwa 75 Kilowattstunden und eines Porsche Taycan S 93 Kilowattstunden.
Verwendung des Fahrzeugs
Nach aktuellen Testdaten des ADAC beträgt der gemittelte Verbrauch eines Elektroautos über alle Hersteller und Fahrzeugklassen hinweg 22 Kilowattstunden/100 Kilometer. Nach Angaben von statistika.de werden im deutschen Strommix 2021 bei der Erzeugung einer Kilowattstunde Strom 366 Gramm CO2 ausgestoßen. Somit lässt sich der durchschnittliche CO2 Ausstoß eines Elektroautos in Deutschland zu 8 Kilogramm CO2 pro 100 Kilometer angeben.
Für neu zugelassene PKWs mit Verbrennungsmotor gibt statistika.de einen Durschnittverbrauch von 6,5 Litern pro 100 Kilometer Diesel und Benzin gleichermaßen an. Bei der Verbrennung von Diesel oder Benzin wird im Schnitt 2,7 Kilogramm CO2 pro Liter emittiert (Helmholtz). Daraus ergibt sich ein Ausstoß von 17,5 Kilogramm pro 100 Kilometer. Daraus lässt sich schließen, dass das Elektroauto den Mehrverbrauch an CO2 bei der Herstellung des Akkus im Schnitt nach 28.400 Kilometer wieder reingefahren hat.
Graue Energie
Was wurde bei der vorhergehenden Berechnung außer Acht gelassen? Während bei den Fahrzeugen mit Elektroantrieb der CO2
Wasserstoff ist derzeit keine denkbare Alternative.
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Wasserstoff als denkbare Alternative?
In Deutschland selbst gibt es zwar genug Trinkwasser, um Wasserstoff aus erneuerbaren Energien zu erzeugen, jedoch gibt es auch in naher Zukunft nicht ausreichend Überproduktion an „grünem Strom“. Hinzu kommt, dass die CO2-Bepreisung zu niedrig ist, sodass der in Deutschland hergestellte grüne Wasserstoff mit dem grauen oder blauen Wasserstoff aus Erdgas preislich konkurrieren könnte. Auch die Gewinnung von Wasserstoff in Marokko und anschließendem Transport nach Europa wird in naher Zukunft aufgrund fehlender Trinkwasservorkommen in der Wüste Marokkos nicht konkurrenzfähig sein. Somit ist erst bei ausreichender klimaneutraler Produktion Wasserstoff eine denkbare Alternative zum Batteriespeicher im KFZ-Bereich.
Fazit
Lithium ist im Gegensatz zu den seltenen Erden, wie Neodym oder Yttrium, welche auch für die Herstellung von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor verwendet werden, abundant. Hinzu kommt, dass die Recyclingtechnologien für Lithium-Ionen-Akkumulatoren weiter verbessert werden. Außerdem können Batterien aus Fahrzeugen, deren Kapazität nicht mehr ausreichend ist, in einem „zweiten Leben“ als Speicher für den überschüssigen Strom aus erneuerbaren Energien im Privathaushalt oder in der Industrie verwendet werden.
Es ist unumgänglich, neben der Senkung des Ausstoßes im Individualverkehr, den ÖPNV stark zu fördern. Der Elektroantrieb mit Lithium-Ionen-Akku ist derzeit das einzig sinnvolle Antriebskonzept, um den erheblichen CO2-Ausstoß im Verkehrssektor zu senken. Die Technologien werden in den nächsten Jahren so weit voranschreiten, dass auch die Kinderkrankheiten des Elektroautos ausgemerzt sein werden und so ähnliche Reichweiten wie mit einem Verbrenner erreicht werden können. Neben der Umwelt kommt das auch dem eigenen Geldbeutel zugute. Auf regionaler Ebene hat Feldheim bewiesen, dass es möglich ist, mit regenerativen Energien seinen Energiebedarf zu decken.
Nun ist das Ziel, dies auf nationaler und europäischer Ebene zu erreichen. Aber dafür muss in Deutschland und ganz Europa mehr Energie aus erneuerbaren Quellen genutzt werden. In windigen und sonnigen Zeiten kann dann der Energiebedarf aus erneuerbaren Energien mehr als gedeckt werden. Dadurch wird auch die Power2X lukrativer, da dafür große Mengen an überschüssigen Strom benötigt werden. Während einer Dunkelflaute, also einer langen Zeit ohne Sonne und Wind, können zuvor genannte Speicher zum Einsatz kommen oder Strom aus anderen europäischen Ländern importiert werden, da nicht ganz Europa windstill und schattig sein kann. Folglich ist es wichtig, die Herausforderung der Energiewende aus europäischer Sicht zu betrachten.
Eines ist sicher, wir werden Feldheim in Zukunft öfter besuchen. Wie es dann aussieht, steht in den Sternen, aber einen kleinen Einblick wie es aussehen könnte, wollen wir wagen. Die Reise geht weiter, sogar sehr viel weiter. Wir schreiben das Jahr 2100, und wir treffen einen der wenigen noch verbliebenen Landwirte. Heute stellen wir als Gesellschaft viele Anforderungen an die Landwirtschaft, doch wird sie diesen gerecht werden können? Zumindest einen kleinen Eindruck, wie sich der über tausende Jahre alte Beruf wandeln könnte, bietet folgendes fiktives Interview mit einem Landwirt der Zukunft.
Luisa Bialas
studiert Journalismus und Unternehmenskommunikation, University of Europe for Applied Science.
Paul Selmer
studiert Bauingenieurwesen, Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg.
Marina Shipilova,
studiert EEI Elektrische Energie- und Antriebstechnik, FAU Erlangen-Nürnberg.
Moritz Mayer
studiert Maschinenbau, Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg
Fabian Zellmer
studiert Agrartechnik, Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.
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