Fortbildung in Fürth
Erste International Summer School on Social Market Economy
Ludwig Erhard gilt als Vater des deutschen Wirtschaftswunders. Sein Konzept der Sozialen Marktwirtschaft steht bis heute für den Erfolg und Wohlstand unserer Gesellschaft. Das Wirtschaftsmodell möchte die Vorteile einer freien Marktwirtschaft, wie z.B. wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, umsetzen. Zugleich will es dessen Nachteile, wie etwa unsoziale Auswirkungen von Marktprozessen, durch ein Eingreifen des Staates ins Wirtschaftsgeschehen vermeiden. Das Leitbild der Sozialen Marktwirtschaft ist daher geeignet, die oft große Kluft zwischen Arm und Reich zu überwinden, möglicherweise auch die Polarisierung in Ländern des Globalen Südens.
Vor allem die junge Generation ist nun gefragt: Sie muss befähigt und motiviert werden, sich für die gesellschaftliche Entwicklung ihrer Region und ihres Landes zu engagieren, um langfristige und nachhaltige Wirkung zu erreichen.
Die Vorstandsvorsitzende der Stiftung Ludwig-Erhard-Haus Evi Kurz präsentierte das LEZ den Teilnehmern der 1. International Summer School
HSS
Fortbildung im LEZ
Die Hanns-Seidel-Stiftung hat daher in enger Kooperation mit dem Ludwig Erhard Zentrum (LEZ) und dem Fachbereich Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (WiSo) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) vom 22. bis 27. Juli 2019 die erste International Summer School „Soziale Marktwirtschaft“ in Fürth organisiert. Junge Politiker/innen und Unternehmer/innen aus den afrikanischen, asiatischen und lateinamerikanischen Projektländern des Instituts für internationale Zusammenarbeit (IIZ) der HSS nahmen daran teil.
Das LEZ in der Geburtsstadt von Ludwig Erhard will die Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft vermitteln und vor allem junge Menschen befähigen, wirtschaftliche Prozesse zu verstehen und selbst zu aktiv zu werden. Mithilfe von interaktiven Medienstationen, historischen Ausstellungsobjekten und innovativen Inszenierungen wird Soziale Marktwirtschaft greif- und erlebbar. Die Vorstandsvorsitzende der Stiftung Ludwig-Erhard-Haus und Vorsitzende des Ludwig-Erhard-Initiativkreis Fürth e.V. Evi Kurz freute sich, dass mit der ersten International Summer School „Soziale Marktwirtschaft“ die wissenschaftliche Arbeit und der internationale Dialog bereits ein Jahr nach Eröffnung des LEZ startete.
Intensive Workshops und Praxiserfahrung standen für die jungen Führungskräfte eine Woche lang auf dem Programm
HSS
In interaktiven Seminaren und anhand von anschaulichen Beispielen lernten die Teilnehmer/innen die vielfältigen Vorteile dieses Wirtschaftssystems in Deutschland kennen und verstehen. Dozent/innen der FAU informierten sie über grundlegende Aspekte der Sozialen Marktwirtschaft, ihre Ethik und Wirkung auf die soziale Absicherung der Bevölkerung, aber auch über spezifische Handlungsfelder, wie den Arbeitsmarkt und das Gesundheitswesen in Deutschland. Außerdem erhielten die Teilnehmer/innen einen Überblick über wirtschaftliche und politische Institutionen in Deutschland sowie über internationale Handelsbeziehungen und Fragen der Globalisierung.
Zusätzlich hatten die jungen Führungskräfte die Möglichkeit, sich über ihre Länder und Regionen hinweg auszutauschen, zu vernetzen und in Workshops gemeinsame Projektideen zu entwickeln. Im Rahmenprogramm, das vom Ludwig Erhard Zentrum unter Federführung seiner Vorstandsvorsitzenden Evi Kurz organisiert worden war, erhielten sie einen Einblick in deutsche (Unternehmens-)Kultur und Geschichte, lernten die Struktur von Familienunternehmen und das duale Ausbildungssystem in Deutschland kennen. So konnten sie nachvollziehen, wie ein solch erfolgsbringendes Wirtschaftssystem wie die Soziale Marktwirtschaft entstehen und sich entwickeln konnte.
Die Dekanin der WiSo der FAU, Prof. Veronika Grimm, war sehr angetan vom Austausch zu wirtschaftspolitischen Themen mit zukünftigen Entscheidungsträgern aus aller Welt. Auch Dr. Helmut Ludwig, Chief Information Officer von Siemens, war von den jungen, engagierten Teilnehmer/innen begeistert. Über den Zuspruch für das neue Fortbildungsformat freute sich Dr. Susanne Luther, Leiterin des Institutes für Internationale Zusammenarbeit der HSS.
Esther J. Stark