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Innovationsgipfel in Brüssel
Europas innovative Wettbewerbsfähigkeit – Fähigkeitsprofile für disruptive Technologien

Autorin/Autor: Johannes Welsch
, Carolina Peters

Der 1. Innovationsgipfel der Hanns-Seidel-Stiftung in Brüssel Anfang Juli 2023 stand ganz im Zeichen der Exploration und Vermittlung von Fähigkeiten für disruptive Technologien. Experten und Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik kamen in der Vertretung des Freistaates Bayern bei der EU in Brüssel zusammen, um über diesen entscheidenden Faktor im internationalen Wettbewerb zu diskutieren. Der Gipfel gliederte sich in zwei Workshops und eine abschließende Podiumsdiskussion.

Ein hochkarätiges Panel diskutierte in der Vertretung des Freistaates Bayern bei der EU die Zukunft des Innovationsstandorts Europa: Prof. Dr. Joachim Hornegger, Markus Ferber, MdEP, Prof. Dr. Diane Robers, Bart Becks, Dr. Berthold Schmidt, Prof. Dr. Volker Stich.

Ein hochkarätiges Panel diskutierte in der Vertretung des Freistaates Bayern bei der EU die Zukunft des Innovationsstandorts Europa: Prof. Dr. Joachim Hornegger, Markus Ferber, MdEP, Prof. Dr. Diane Robers, Bart Becks, Dr. Berthold Schmidt, Prof. Dr. Volker Stich.

HSS

Voraussetzungen für erfolgreiche Entwicklungen

Im ersten Workshop lag der Fokus auf der Exploration zukünftiger Fähigkeiten für disruptive Technologien. Mit disruptiven Technologien bezeichnen wir technische Innovationen, die sowohl den Stand der Technik auf ein neues Niveau heben als auch professionelle wie soziale Praktiken nachhaltig verändern. Hier wurden verschiedene Skills wie Anpassungsfähigkeit, Kreativität, technisches Verständnis, Problemlösungskompetenz und Teamarbeit als wesentliche Eigenschaften hervorgehoben. Zur kontinuierlichen Identifizierung dieser Fähigkeiten wurden bereits vorhandene Instrumente wie Talentmanagement-Systeme, Kompetenzprofile und Weiterbildungsprogramme diskutiert. Es wurde jedoch auch betont, dass zukünftig weitere Instrumente wie Frühwarnsysteme für Technologietrends, datengetriebene Analysen und zukunftsorientierte Skill-Plattformen entwickelt werden sollten. Die enge Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Regierungen wurde als Schlüsselfaktor für die erfolgreiche Umsetzung dieser Instrumente angesehen.

Teilnehmer aus Wirtschaftsverbänden, Unternehmen und Universitäten hoben die Bedeutung von Datenkompetenz und Programmiersprachen als Schlüsselqualifikationen der Zukunft hervor. Ein solides technologisches Ökosystem in Europa inklusive attraktiver Rahmenbedingungen für Unternehmen und Mitarbeiter sind entscheidend, um disruptive Technologien erfolgreich zu entwickeln und zu gestalten. Zudem wurde auf die Unterschiede im Verständnis von disruptiven Technologien und Fähigkeiten zwischen Wirtschaft und Wissenschaft hingewiesen.

Wichtige Voraussetzungen für die Bewältigung disruptiver Technologien werden Organisationsprinzipien für Kollaboration, ein unternehmerisches Mindset sowie digitale und Herstellungsplattformen sein. Im Rahmen des Workshops wurde die Notwendigkeit verkürzter Anwendungs-, Investitions- und Fortbildungszyklen hervorgehoben, sowie eine erhöhte Risikobereitschaft und Anpassungsfähigkeit im Mittelstand. Auch die Politik und internationale Kooperationen sollten adaptionsbereit, schnell, technologieoffen und sprachkompetent sein.

Prof. Dr. Robers im Austausch mit Dr. Berthold Schmidt (Trumpf SE) und Vizepräsident Margaritis Schinas, MdEP über die Zukunft Europas.

Prof. Dr. Robers im Austausch mit Dr. Berthold Schmidt (Trumpf SE) und Vizepräsident Margaritis Schinas, MdEP über die Zukunft Europas.

HSS

Arbeitsmarkt als Herausforderung

Im zweiten Workshop wurde die Vermittlung von Fähigkeiten für disruptive Technologien diskutiert. Dabei betonten die Redner die Bedeutung agiler Bildungssysteme, lebenslangen Lernens und Partnerschaften zwischen Bildungseinrichtungen und Unternehmen. Kreativität, kritisches Denken und Anpassungsfähigkeit wurden als entscheidende Eigenschaften genannt, um den zukünftigen Herausforderungen gerecht zu werden.

Des weiteren wurde die Bedeutung der Zusammenarbeit in der EU, um eine Kompetenz im Bildungsbereich aufzubauen, präsentiert. Vorschläge waren unter anderem gemeinsame politische Handlungsrahmen, Referenzrahmen und EU-Programme, um dies zu erreichen. Zudem wurde die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Entwicklung von Lehrplänen in Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteuren betont.

Zusätzlich thematisiert wurde der Fachkräftemangel und die neuen Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt im Zeitalter der Digitalisierung sowie der Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft. Die Notwendigkeit, neue Wege bei der Umschulung und Weiterbildung einzuschlagen, um schnell handeln zu können, wurde hervorgehoben, sowie die Nutzung des European Year of Skills. Die Förderung des Potenzials des Binnenmarkts und die vereinfachte Zuwanderung aus Drittstaaten zur Fachkräftesicherung wurden ebenfalls gefordert.

Als Möglichkeit, kreative Köpfe aus der ganzen Welt anzuziehen, wurde die weitere Implementierung innovativer Studienangebote vorgeschlagen. Die Rolle der Universitäten beim lebenslangen Lernen und die Bedeutung eines schlagkräftigen Innovationsökosystems, um schnell auf technologische Disruptionen reagieren zu können, waren dabei ausschlaggebende Handlungsanforderungen.

Weitere Vorträge umfassten die Rolle der EU bei der Schaffung eines regulatorischen Rahmens, der Innovationen unterstützt, die Notwendigkeit einer offenen Haltung gegenüber Technologie und Risiken sowie die Vermittlung eines tiefgreifenden Verständnisses für digitale Systeme. Insbesondere bei jungen Menschen ist dies wichtig, um die Digitalisierung nicht nur anzuwenden, sondern auch aktiv mitgestalten zu können.

An der abschließenden Podiumsdiskussion nahmen renommierte Experten wie Markus Ferber, MdEP und Vorsitzender der HSS, Dr. Berthold Schmidt, CTO von TRUMPF SE + Co. KG, Prof. Dr. Joachim Hornegger, Präsident der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, und Bart Becks, Mitglied des EIC-Boards und Vorsitzender von EURACTIV und E-Health-Valley, teil. Moderiert wurde die Diskussion von Prof. Dr. Diane Robers, der Leiterin der Akademie für Politik und Zeitgeschehen der HSS, welche die Veranstaltung gekonnt abrundete und die Möglichkeit einer konstruktiven Diskussion bot.

Ausblick

Der Innovationsgipfel in Brüssel bot eine wichtige Plattform, um über zukunftsentscheidende Fähigkeiten für disruptive Technologien und ihren Transfer zu diskutieren. Die Ergebnisse unterstrichen die Bedeutung agiler Bildungssysteme, lebenslangen Lernens, Partnerschaften und die Förderung von Kreativität und Anpassungsfähigkeit. Die Rolle der Europäischen Union, Einzelstaaten und Unternehmen wurde als entscheidend für den erfolgreichen Transfer dieser Fähigkeiten identifiziert. Die Akademie für Politik und Zeitgeschehen der Hanns-Seidel-Stiftung wird das Format etablieren und gemeinsam mit der Expertenrunde ein Positionspapier erarbeiten, um so Europa im globalen Technologiewettbewerb zu stärken.

Kontakt

: Prof. Dr. Diane Robers
Leiterin der Akademie für Politik und Zeitgeschehen
Prof. Dr. Diane Robers
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