Seminar im Bildungszentrum Kloster Banz
Führen durch Wertschätzung
Selbstverständlich gibt es Situationen, in denen ein Entscheider ohne Rücksprache schnell die Marschroute festlegen muss, speziell in Krisensituationen. Man denke an einen Feuerwehrkommandanten, der bei einem Brand erst alle Maßnahmen in der Gruppe diskutieren muss. Trotzdem ist es unstrittig, dass Führung auch immer bedeutet, Geführte miteinzubeziehen. Eigenverantwortliches und selbständiges Handeln gelten dabei als wesentliche Motivationsfaktoren. Und Motivation ist notwendig. In Zeiten eines Fachkräftemangels hat längst der Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter begonnen, die neben Qualifikation auch Motivation mitbringen.
Andreas Otterbach ist Professor für Betriebswirtschaftslehre und Unternehmensführung an der Hochschule der Medien
Wertschätzung: den Menschen sehen
Dass die Leistungsbereitschaft von Mitarbeitern steigt, wenn sie dabei Anerkennung und Wertschätzung erfahren, ist zwar bekannt, aber nicht selbstverständlich anzutreffen. Fakt ist: Eine Ursache für demotivierte Mitarbeiter liegt häufig darin, dass sie sich in ihren Leistungen nicht bestätigt sehen und in Veränderungsprozesse nicht involviert werden, kurz gesagt: sich nicht wertgeschätzt fühlen. Aus diesem Grund distanzieren sie sich innerlich von ihrem Unternehmen, ihrer Organisation oder ihrer Gruppe, obwohl sie ihre Arbeit womöglich gerne machen.
Oft taugen Familiengesellschaften, sogenannte „Hidden Champions“, die es zum Weltmarktführer gebracht haben, als positives Gegenbeispiel. Besonders viele davon findet man im deutschsprachigen Raum. Bei genauerer Betrachtung sind es jedoch nicht die Unternehmen, sondern ihre Mitarbeiter und Führungskräfte, die gemeinsam zu den herausragenden Ergebnissen beitragen. Was haben diese Hidden Champions besser als andere verstanden? Dass Wertschätzung in der Arbeitswelt zwar Anerkennung von Leistung bedeutet, aber dass das allein nicht reicht. Auch die Akzeptanz und der Respekt gegenüber dem Menschen als Individuum und Person sind wichtige Merkmale von Wertschätzung. Akzeptanz bedeutet dabei also einen Menschen so anzuerkennen, wie er mit all seinen Facetten ist. Aus Akzeptanz erwächst dann sehr viel leichter Respekt vor dem jeweiligen Menschen.
Diplom-Kauffrau Doris Lindner ist ebenfalls Systemischer Business Coach
Der inneren Kündigung entgegenwirken
Es gibt wirksame Möglichkeiten für Führungskräfte, der „inneren Kündigung“ durch die eigenen Mitarbeiter entgegenzuwirken. Andreas Otterbach, Professor für Betriebswirtschaftslehre und Unternehmensführung an der Hochschule der Medien in Stuttgart, Trainer und Systemischer Coach, hat dazu ein Modell entwickelt, das unter anderem auf Eigenwertschätzung, Kommunikation, Offenheit und Lob setzt. Ein Konzept also, mit dessen Hilfe eine Organisation mittels Anerkennung und Vertrauen die Motivation der Mitarbeiter und damit den Erfolg aller Beteiligten langfristig verbessern kann. Zusammen mit der Diplom-Kauffrau Doris Lindner, ebenfalls Systemischer Business Coach, werden in einem Seminar „Führen durch Wertschätzung“ vom 17. bis 19. Mai in Kloster Banz Grundlagen dazu gelegt. Eine Anmeldung ist bis 15. Mai möglich.
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