HSS-Studie mit dem Think Tank IISS
Hybride Bedrohungen in Europa: blabla
Nach dem versuchten Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig/Halle rückt das Thema "Hybride Bedrohungen" wieder verstärkt in den Fokus der Bundesregierung.
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Hybride Bedrohungen in Europa: eine Kampagne, keine Reihe von Einzelvorfällen
Kurz vor Mitternacht am 4. August 2026 bemerkte ein Mitarbeiter des Flughafens Leipzig/Halle ein Flugobjekt in der Nähe der Südbahn. Was wenig später auf dem Vorfeld unweit einer ukrainischen Antonow An-124 gefunden wurde, war eine modifizierte Drohne mit einer Sprengvorrichtung. Spezialkräfte der Bundespolizei entfernten den Zünder. Beide Start- und Landebahnen wurden gesperrt und mehrere Flüge umgeleitet. Eine DHL-Frachtmaschine, die ihren Anflug abgebrochen hatte, kollidierte in der Luft mit einem zweiten Objekt und landete mit Schäden am Bug in Hannover. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sprach von einer neuen Gefahrenqualität und von einem hybriden Anschlagsszenario. Zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Textes ist niemand öffentlich verantwortlich gemacht worden.
Neu war die Sprengladung. Nahezu alles andere an diesem Vorfall war es nicht. Leipzig/Halle ist eines der wichtigsten Frachtdrehkreuze Europas, wickelt militärische Transporte für die Bundeswehr und verbündete Streitkräfte ab und dient ukrainischen Betreibern als Basis. Die europäische Luftfracht ist seit geraumer Zeit ein Ziel: Im Juli 2024 entzündeten sich in Paketen verborgene Brandsätze an Logistikstandorten in Deutschland, Polen und dem Vereinigten Königreich, die als Testläufe für Anschläge auf Flugzeuge im Flug bewertet wurden. Ob die Ereignisse von Leipzig sich diesem Muster zuordnen lassen, ist Sache der Ermittlungen. Wesentlicher ist, dass europäische Regierungen sich inzwischen regelmäßig in der Lage wiederfinden, in der sie sich am 5. August befanden: konfrontiert mit einem Vorfall, der offenkundig vorsätzlich erfolgte und sich erkennbar gegen die Infrastruktur zur Unterstützung der Ukraine richtete, der aber formal niemandem zugerechnet werden kann.
Der Umgang mit solchen Vorfällen gehört damit zu den zentralen Herausforderungen durch hybride Bedrohungen in Europa.
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