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Sicherheitspolitik
Hybride Bedrohungen in Europa: Wie EU und NATO effektiver reagieren können

Autorin/Autor: Dr. Michael Martin Richter
, Aleksandra Koziol

Sabotage, Drohnenvorfälle, Cyberoperationen und Informationsmanipulation setzen Europas Sicherheit und kritische Infrastruktur zunehmend unter Druck. Die Herausforderung liegt nicht nur darin, hybride Aktivitäten zu erkennen, sondern sie als zusammenhängende Kampagne zu bewerten und koordiniert darauf zu reagieren. Der Beitrag zeigt Möglichkeiten für mehr Abschreckung, Resilienz und europäische Handlungsfähigkeit auf.

 

Nach dem versuchten Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig/Halle rückt das Thema "Hybride Bedrohungen" wieder verstärkt in den Fokus der Bundesregierung.

Nach dem versuchten Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig/Halle rückt das Thema "Hybride Bedrohungen" wieder verstärkt in den Fokus der Bundesregierung.

Copyright: Mary/AdobeStock

Hybride Bedrohungen in Europa: eine Kampagne, keine Reihe von Einzelvorfällen

Kurz vor Mitternacht am 4. August 2026 bemerkte ein Mitarbeiter des Flughafens Leipzig/Halle ein Flugobjekt in der Nähe der Südbahn. Was wenig später auf dem Vorfeld unweit einer ukrainischen Antonow An-124 gefunden wurde, war eine modifizierte Drohne mit einer Sprengvorrichtung. Spezialkräfte der Bundespolizei entfernten den Zünder. Beide Start- und Landebahnen wurden gesperrt und mehrere Flüge umgeleitet. Eine DHL-Frachtmaschine, die ihren Anflug abgebrochen hatte, kollidierte in der Luft mit einem zweiten Objekt und landete mit Schäden am Bug in Hannover. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sprach von einer neuen Gefahrenqualität und von einem hybriden Anschlagsszenario. Zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Textes ist niemand öffentlich verantwortlich gemacht worden.

Neu war die Sprengladung. Nahezu alles andere an diesem Vorfall war es nicht. Leipzig/Halle ist eines der wichtigsten Frachtdrehkreuze Europas, wickelt militärische Transporte für die Bundeswehr und verbündete Streitkräfte ab und dient ukrainischen Betreibern als Basis. Die europäische Luftfracht ist seit geraumer Zeit ein Ziel: Im Juli 2024 entzündeten sich in Paketen verborgene Brandsätze an Logistikstandorten in Deutschland, Polen und dem Vereinigten Königreich, die als Testläufe für Anschläge auf Flugzeuge im Flug bewertet wurden. Ob die Ereignisse von Leipzig sich diesem Muster zuordnen lassen, ist Sache der Ermittlungen. Wesentlicher ist, dass europäische Regierungen sich inzwischen regelmäßig in der Lage wiederfinden, in der sie sich am 5. August befanden: konfrontiert mit einem Vorfall, der offenkundig vorsätzlich erfolgte und sich erkennbar gegen die Infrastruktur zur Unterstützung der Ukraine richtete, der aber formal niemandem zugerechnet werden kann.

Der Umgang mit solchen Vorfällen gehört damit zu den zentralen Herausforderungen durch hybride Bedrohungen in Europa.

Russlands hybride Kampagne

Russland führt eine anhaltende Kampagne gegen Europa, die Informationsmanipulation, Cyberoperationen und politische Einflussnahme mit physischer Sabotage und Gewaltakten verbindet. Sie bewegt sich auf einem Kontinuum von verdeckten und bestreitbaren Aktivitäten bis hin zu offenen Handlungen wie Luftraumverletzungen. Das erlaubt es Moskau, die Intensität des Drucks zu steuern und zugleich die Grenze zwischen einzelnen feindseligen Handlungen und einer direkten Konfrontation zu verwischen.

Die Aktivitäten verdichten sich um politisch bedeutsame Momente, insbesondere um Entscheidungen zur Unterstützung der Ukraine. Der Druck auf Belgien im Jahr 2025 verdeutlicht diese Logik. Während sich die europäische Debatte über die Verwendung immobilisierter russischer Vermögenswerte zuspitzte, störten Drohneneinflüge den Betrieb belgischer Flughäfen und betrafen militärische Einrichtungen, während russische Vertreter Belgien und Euroclear mit Vergeltung drohten.

Der Zweck ist politisch, nicht operativ. Einzelne Handlungen identifizieren Verwundbarkeiten, testen Reaktionsschwellen und stören die Logistik, dienen dabei aber einem übergeordneten Ziel: die Unterstützung für die Ukraine zu schwächen, die europäischen Staaten zu spalten und das öffentliche Vertrauen in die Fähigkeit der Regierungen zu untergraben, Sicherheit zu gewährleisten. Die Wirksamkeit der Kampagne liegt daher weniger in der Wirkung eines einzelnen Vorfalls als in dem kumulativen Druck, der durch wiederholte und scheinbar zusammenhanglose Handlungen entsteht.

Für Europas Sicherheit ist deshalb entscheidend, hybride Aktivitäten nicht nur als Einzelvorfälle, sondern als mögliches zusammenhängendes Muster zu bewerten.

Das Ausmaß ist inzwischen dokumentiert. Bestätigte russische Sabotageakte gegen europäische kritische Infrastruktur nahmen zwischen 2023 und 2024 um 246 Prozent zu, und eine aktuelle Studie des IISS und der Hanns-Seidel-Stiftung mit dem Titel „Russia’s UAV Campaign Over Europe“, verzeichnet zwischen August 2024 und Februar 2026 insgesamt 144 Vorfälle mit unbemannten Luftfahrzeugen in dreizehn europäischen Staaten. Die Bandbreite ist ebenso groß. Die Sabotage der Bahnstrecke Warschau-Lublin im November 2025 traf eine zentrale Versorgungsroute in die Ukraine, während Drohnenaktivitäten über belgischen Militäreinrichtungen, darunter ein an der nuklearen Abschreckungsübung der NATO beteiligter Standort, Besorgnis über die Aufklärung besonders sensibler Anlagen in Europa auslösten.

Warum Europa auf hybride Bedrohungen nur schwer reagieren kann

Europas Schwierigkeit wird üblicherweise als Koordinierungsproblem beschrieben. Die Instrumente sind vorhanden, und die Bewertungen einzelner Vorfälle werden häufig weitgehend geteilt. Dennoch hat keine europäische Regierung einen der Drohnenvorfälle öffentlich Russland zugerechnet. Blockiert ist daher weniger die Feststellung der Verantwortlichkeit als deren Überführung in öffentliche Attribution, also die öffentliche Zuschreibung von Verantwortlichkeiten, politische Autorisierung und koordiniertes Handeln.

Die erste Beschränkung ist rechtlicher Natur. Hybride Aktivitäten sind so kalibriert, dass sie die Lücken zwischen den Kategorien ausnutzen, auf die sich europäische Rechtsordnungen stützen. Die polnischen Cyberabwehrkräfte griffen im Jahr 2025 mehr als 5.000 Mal ein und können anhand technischer Indikatoren Verbindungen zu bekannten Akteuren feststellen. Solche Erkenntnisse allein begründen jedoch weder staatliche Verantwortlichkeit noch eine rechtliche Grundlage für eine Reaktion. Die Strafverfolgung bietet nur teilweise Abhilfe. Nach der Ausweisung von rund 400 russischen Nachrichtendienstoffizieren im Jahr 2022 stützt sich Moskau zunehmend auf billig rekrutierte und leicht ersetzbare Personen, deren Strafmaß zudem zwischen den europäischen Staaten variiert, sodass dieselbe Handlung je nach Tatort unterschiedliche Folgen nach sich zieht.

Die zweite Beschränkung ist der politische Wille, der sich nicht automatisch aus der Beweislage ergibt. Drei Erwägungen halten Regierungen zurück: die Grenzen, die der Rechtsstaat reziprokem Handeln setzt, eine fortbestehende Erwartung dauerhaften Friedens sowie die Furcht vor innenpolitischer Kritik und vor russischer Eskalation. Insbesondere die Eskalationsfurcht hemmt die Abschreckung durch Androhung von Kosten und lässt Reaktionen reaktiv und einzelfallbezogen bleiben. Diese Zurückhaltung zeigt sich selbst auf der Ebene formaler Konsultationen: Polens Rückgriff auf Artikel 4 im September 2025 war erst der achte in der Geschichte des Bündnisses. Sie ist zudem ungleich verteilt, denn die Bedrohungswahrnehmung in Warschau und in Rom ist nicht dieselbe. Informationsmanipulation verschärft das Problem, da feindselige Narrative häufig in die innenpolitische Debatte eingebettet und von lokalen politischen Akteuren, Randmedien und automatisierten Netzwerken verstärkt werden, was von außen gesteuerte Aktivitäten schwer von organischer politischer Auseinandersetzung unterscheidbar macht.

Europas Schwachstellen: Koordinierung, Infrastruktur und Abhängigkeiten

Die dritte Beschränkung ist institutioneller Natur, und sie ist diejenige, auf deren Ausnutzung die Kampagne angelegt ist. Hybride Aktivitäten sind gerade deshalb mehrschichtig, weil sie Koordinierungsprobleme erzeugen; dadurch werden die Nahtstellen der europäischen Reaktion selbst zum Ziel: zwischen EU, NATO und nationalen Hauptstädten, zwischen zivilen und militärischen Stellen und in föderalen Systemen zwischen Bund und Ländern. Dass sich jene 144 Vorfälle auf dreizehn Staaten verteilten, ist der eigentliche Punkt und keine Randnotiz, denn keine einzelne Hauptstadt sah genug davon, um eine Kampagne zu erkennen. Die Beschädigung der Balticconnector-Pipeline und benachbarter Telekommunikationskabel im Oktober 2023 folgte demselben Muster. Finnland stellte zunächst fest, dass die Schäden auf äußere Einwirkung zurückgingen, und Estland brachte später weitere Kabelschäden mit demselben Vorgang in Verbindung; der Zusammenhang wurde jedoch erst sichtbar, als die Vorfälle gemeinsam betrachtet wurden.

Die vierte Beschränkung ist struktureller Natur. Rund 90 Prozent der militärischen Transporte der NATO stützen sich auf zivile Kapazitäten, und 75 Prozent der Unterstützung durch Gastgeberstaaten stammen aus lokalen kommerziellen Quellen, während europäische Netzinfrastruktur im Durchschnitt etwa vierzig Jahre alt ist. Die Regulierung setzt weiterhin überwiegend an einzelnen Anlagen an und nicht an den Abhängigkeiten zwischen ihnen; die nationalen Standards unterscheiden sich, ohne dass ein einheitlicher Rahmen die Anforderungen auf nationaler, europäischer und NATO-Ebene angleicht. Der Stromausfall vom November 2006 führte die Folgen vor Augen, als die geplante Abschaltung einer einzigen Leitung in Norddeutschland innerhalb von Sekunden über mehrere Grenzen hinweg kaskadierte. Ebenso ungünstig ist das Kostenverhältnis. Die Reparatur eines einzigen durchtrennten Kabels kann zweistellige Millionenbeträge erfordern, und seit Oktober 2023 wurden in der Ostsee mindestens elf Kabel und Pipelines beschädigt, während der Schutz weiträumig verteilter Infrastruktur mit hochwertigen maritimen und luftgestützten Mitteln auf Dauer teuer ist.

Sechs Prioritäten für Europas Umgang mit hybriden Bedrohungen

Europa kann auf mehr aufbauen, als allgemein wahrgenommen wird. Die verstärkte Präsenz der NATO im Rahmen von Eastern Sentry und Baltic Sentry verbessert das Lagebild und die Reaktionsfähigkeit, auch wenn ihre Aufrechterhaltung auf dem gegenwärtigen Kostenniveau langfristig nicht tragfähig ist. Die Hybrid Rapid Response Teams der EU und die Counter Hybrid Support Teams der NATO können gezielte Unterstützung leisten. Resilienzrahmen bestehen bereits in den sieben Grundanforderungen der NATO an die zivile Verteidigungsbereitschaft sowie in der EU-NATO-Task-Force zur Resilienz kritischer Infrastruktur, während die Ukraine mit der Erfassung und Kategorisierung kritischer Infrastruktur unter zentraler Koordinierung ein Modell unter Kriegsbedingungen bietet. Diese Kapazitäten arbeiten zu häufig nebeneinander her. Sechs Prioritäten ergeben sich daraus.

1. Nationale Zuständigkeit festlegen und ein gemeinsames Lagebild aufbauen. 

Jede Regierung sollte eine bestehende Behörde damit betrauen, ein sektorübergreifendes Register mutmaßlicher hybrider Aktivitäten zu führen und dabei Nachrichtendienste, Streitkräfte, Polizei, Küstenwache, Regulierungsbehörden und Infrastrukturbetreiber einzubeziehen. Nationale Rechtsprüfungen sollten klären, ob die Regierungen über hinreichende Befugnisse verfügen, um Informationen auszutauschen, zu ermitteln, feindselige Aktivitäten zu unterbinden und kritische Infrastruktur zu schützen.

2. Europäische Bewertungen mit politischen Entscheidungen verknüpfen. 

EU und NATO sollten koordinierte Bewertungen auf der Grundlage gemeinsamer Indikatoren erstellen und dabei länder- und sektorübergreifende Muster erkennen, statt Vorfälle isoliert zu betrachten. Diese sollten in vereinbarte Verfahren und Reaktionsoptionen einfließen, darunter Attribution, Sanktionen, diplomatische Maßnahmen, Disruption und strafverfolgende Schritte. In Vilnius bekräftigte die NATO 2023, dass hybride Operationen die Schwelle eines bewaffneten Angriffs erreichen können; gleichwohl fehlt den europäischen Regierungen weiterhin ein gemeinsamer Rahmen zur Bewertung schrittweiser Eskalation unterhalb dieser Schwelle. Schwellenwerte müssen nicht öffentlich sein, ihr Überschreiten sollte jedoch eine förmliche politische Überprüfung auslösen.

3. Militärische, zivile und private Fähigkeiten integrieren.

Militärische Überwachung sollte an nationale Strukturen unter Einbeziehung von Küstenwache, Polizei, Hafenbehörden und Betreibern angebunden werden, wobei militärische Aufklärung, zivile Meldungen und kommerzielle Daten zu einem gemeinsamen Lagebild beitragen. Die dauerhafte Beobachtung sollte sich, soweit möglich, auf kostengünstigere Systeme stützen, damit knappe militärische Mittel für Verifikation und Reaktion verfügbar bleiben. Betreiber sollten Bedrohungsinformationen erhalten und an Übungen teilnehmen, während Versicherungsanforderungen und Finanzierungsbedingungen Investitionen in Resilienz unterstützen können.

4. Die rechtliche Behandlung feindseliger Aktivitäten harmonisieren.

Unterschiedliche Strafrahmen führen dazu, dass dieselbe Handlung je nach Tatort erheblich unterschiedliche Folgen hat. Die europäischen Staaten sollten sich auf eine vergleichbare strafrechtliche Behandlung von Sabotage und Spionage im Auftrag eines ausländischen Nachrichtendienstes sowie auf vergleichbare Eingriffsbefugnisse gegenüber unbemannten Systemen verständigen. Jüngere Gesetzgebung in Rumänien und Litauen bietet hierfür bereits ausformulierte Texte, die als Grundlage dienen können, statt neue Instrumente zu erfordern.

5. Abschreckung stärken: Die Fähigkeit zur Kostenzufügung entwickeln und sichtbar machen. 

Die defensiven Maßnahmen sind vergleichsweise ausgereift; die Reaktionsfähigkeit ist es nicht. Die europäischen Staaten sollten asymmetrische Reaktionsoptionen vor allem im Cyberbereich entwickeln und die dafür erforderliche rechtliche und ethische Vorbereitung gemeinsam statt einzeln leisten, da keine Regierung gut aufgestellt ist, um allein voranzugehen. Ziel ist der glaubwürdige und sichtbare Besitz solcher Optionen, nicht deren routinemäßiger Einsatz, denn Optionen, die zwar vorgehalten, aber nie signalisiert werden, entfalten keine Abschreckungswirkung. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Durchsetzung auf See. Anders als die für Sabotage angeworbenen Personen, die kostengünstig und leicht ersetzbar sind, haben Schiffe identifizierbare Eigentümer, Flaggen, Versicherer und Besatzungen, was die maritime Ebene zu einer der wenigen macht, auf der Druck tatsächlich ausgeübt werden kann.

6. Öffentliches Bewusstsein und gesellschaftliche Resilienz stärken. 

Jede Regierung sollte die Zuständigkeit für das Informationsumfeld klar und unter zentraler politischer Verantwortung zuweisen, wie Frankreich es getan hat. Präventive Kommunikation sollte im Vorfeld bekannter politischer Ereignisse geplant und nicht erst nach Vorfällen improvisiert werden. Die Unterstützung unabhängiger Faktenprüfung sollte national erfolgen und Abstand zu den Ministerien wahren, da die staatliche Feststellung einer Falschbehauptung bei genau den Zielgruppen, die Manipulation am stärksten ausgesetzt sind, nur begrenzte Glaubwürdigkeit besitzt.

Nicht jede Maßnahme erfordert Einvernehmen unter siebenundzwanzig oder zweiunddreißig Staaten. Kleinere Gruppen handlungsfähiger und eng abgestimmter Staaten, ob im Weimarer Format oder in anderer Zusammensetzung, können Verfahren rasch erproben und deren Wirksamkeit belegen, bevor sie breiter vorgeschlagen werden. Solche Gruppen sollten nicht ausschließlich aus Regierungen bestehen, die dieselbe Bedrohungswahrnehmung bereits teilen, denn ein Format aus ohnehin Gleichgesinnten wird wenig dazu beitragen, Unterschiede andernorts in Europa zu verringern. Die Übernahme von Merops veranschaulicht das Muster: Operative Erfahrungen aus der Ukraine flossen in die rasche Verlegung nach Polen und Rumänien im November 2025 ein, gefolgt von der Beschaffung durch Dänemark. Der Zweck solcher Gruppen besteht darin, Impulse und Belege zu liefern, nicht darin, EU und NATO zu ersetzen, die Reichweite, Standardisierung und kollektive Legitimität bereitstellen.

Hybride Bedrohungen: Europas Reaktionsfähigkeit entscheidet

Europas zentrale Herausforderung besteht nicht darin, feindselige Aktivitäten zu erkennen, sondern darin, diese Erkenntnis in zeitnahes und koordiniertes Handeln zu überführen. Die Fähigkeit festzustellen, was geschieht, übersteigt inzwischen deutlich die Bereitschaft, dies öffentlich auszusprechen und Kosten dafür durchzusetzen. Solange diese Lücke fortbesteht, werden sich einzeln begrenzte und mehrdeutige Handlungen weiterhin zu strategischen Gewinnen summieren, die kein einzelner Vorfall je gerechtfertigt hätte. Der Erfolg sollte daran gemessen werden, ob wiederholte Vorfälle eine kumulative Reaktion auslösen, bevor es dazu kommt. Russland ist die unmittelbare Sorge, doch die hier beschriebenen Methoden sind kostengünstig, bestreitbar und nachweislich wirksam, weshalb Europa damit rechnen sollte, dass auch andere Akteure sie übernehmen.

 

Dieser Beitrag beruht auf einem in Kürze erscheinenden gemeinsamen Bericht der Hanns-Seidel-Stiftung und des Polnischen Instituts für Internationale Angelegenheiten (PISM) sowie auf der von der gemeinsamen Studie der Hanns-Seidel-Stiftung Studie und des International Institute for Strategic Studies (IISS) „Russia’s UAV Campaign Over Europe“.

 

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Leiter: Dr. Michael Martin Richter
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Sicherheitsanalystin: Aleksandra Koziol
Aleksandra Koziol
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Sicherheitsanalystin The Polish Institute of International Affairs