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Eine neue Ausgabe der "Aktuellen Analysen"
Ist die Soziale Marktwirtschaft passé?

Autorin/Autor: Markus Ferber, MdEP

Die Soziale Marktwirtschaft ist fundamentaler Teil unserer freiheitlichen, menschenorientierten Ordnung und Erfolgsgarant unseres Wohlstandes. Durch diese Kombination gilt sie auch nach 75 Jahren noch als vorbildlich und findet Nachahmer über alle Ländergrenzen hinweg.

Dass aktuell ein „Fresh-up“ gefordert wird, schmälert die Qualität dieses Wirtschaftsmodells nicht. Allerdings sollte das Nachdenken über zweckmäßige oder notwendige Reformen an den Wurzeln beginnen. Wir sehen uns signifikanten Herausforderungen gegenüber, die Anpassungen erfordern. Aber ein Teil der aktuellen Schwierigkeiten rührt auch daher, dass wir uns von den Kerngedanken der Gründungsväter abgewendet haben, dass die Fundamente dieses Erfolgsmodells aufgeweicht wurden und damit an Tragkraft verloren haben.

Markus Ferber, MdEP, Vorsitzender der Hanns-Seidel-Stiftung: "Die Hanns-Seidel-Stiftung widmet sich dem Thema Soziale Martkwirtschaft seit Langem, insbesondere im Jahr 2024. Bleiben Sie dabei. Es betrifft uns alle, unseren Wohlstand und unseren Stand in einer globalisierten Welt, in der auch Bayern wesentlichen Anteil hat."

Markus Ferber, MdEP, Vorsitzender der Hanns-Seidel-Stiftung: "Die Hanns-Seidel-Stiftung widmet sich dem Thema Soziale Martkwirtschaft seit Langem, insbesondere im Jahr 2024. Bleiben Sie dabei. Es betrifft uns alle, unseren Wohlstand und unseren Stand in einer globalisierten Welt, in der auch Bayern wesentlichen Anteil hat."

Veränderungen und Anpassungen sind notwendig

Nun ist Veränderungsfähigkeit im konservativen Sinne eine zentrale Komponente und es gibt viele Gründe, das Modell aus den 50er-Jahren, das Deutschland zu einem globalen Vorbild und die Soziale Marktwirtschaft zu einem Exportschlager gemacht hat, einer „kritischen Sichtung“ zu unterwerfen – auch und gerade im Land der Gründungsväter. Denn eine Errungenschaft der Sozialen Marktwirtschaft ist ihre Flexibilität in einer sich dynamisch ändernden Welt, weil sie nicht direkte Handlungsanweisungen gibt, sondern durch Werterückbindung auf zentrale Erfolgsprinzipien verweist.

Zweifelsfrei braucht es eine Neujustierung mit Blick auf den Klimaschutz und Nachhaltigkeit, es braucht ein Gefühl für die Herausforderungen, die durch Globalisierung, Digitalisierung und die immer noch bemerkenswerte Bürokratie anstehen. Allein die damals vermutlich unvorstellbare Größe von Amazon, Apple, Google und Co. fordert das zentrale Lenkungsmoment der Wettbewerbsfähigkeit heraus, schafft aber auch neue Chancen.

Die EU etwa schaut streng auf das Verhalten großer Konzerne und die Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit und hat beispielsweise mit der Normungsstrategie die Möglichkeit geschaffen, westliche Werte bei Technologieanwendungen zu exportieren. Das schafft EU- Unternehmen einen Vorsprung in Richtung grüne und digitale Wirtschaft.

Man kann sagen: Es steckt Soziale Marktwirtschaft in der Politik der EU, aber die enormen Herausforderungen, die durch die multiplen Krisen, zuletzt den Ukraine-Krieg und die damit verbundene Energieversorgungsfrage, noch einmal an Brisanz zugenommen haben, konfrontieren das Wirtschaftsmodell mit der Frage nach den Grundwerten, die unser Handeln leiten, insbesondere beim Definieren neuer Prioritäten.

Professor Dr. Ulrich Blum analysiert die konzeptionellen Pfeiler der Sozialen Marktwirtschaft

Es ist schön, dass wir für diese notwendige fundamentale Betrachtung der konzeptionellen Pfeiler der Sozialen Marktwirtschaft Professor Dr. Dr. h.c. Ulrich Blum, den stellvertretenden Vorsitzenden der Ludwig-Erhard-Stiftung, gewinnen konnten. Wettbewerb und Ordnungsökonomik begleiteten den akademischen Werdegang Blums, soziale Marktwirtschaft war ihm schon immer ein zentrales Anliegen.

Heute lässt sich konstatieren, dass die Soziale Marktwirtschaft internem und externem Druck ausgesetzt ist, der ihre Veränderungsfähigkeit fordert. Blum gibt Anregungen, wie das gelingen kann. Dabei vertritt er eine fundierte Meinung innerhalb des demokratischen Diskurses.

Die Hanns-Seidel-Stiftung rückt die ethische Komponente der Sozialen Marktwirtschaft in den Vordergrund

Die Hanns-Seidel-Stiftung will auch einen Beitrag dazu leisten und einen Aspekt stärker in den Vordergrund rücken: Hanns Seidel, unser Namensgeber, war es, der auf die „ethische Komponente“ aufmerksam gemacht hat. Eine Komponente, die dezidiert auf die Grundwerte unseres Wirtschafts- und Sozialmodells aufmerksam macht. Und die wir, so die Empfehlung von Dr. Claudia Schlembach in ihrem Beitrag zu „Hanns Seidel und die ethische Komponente“, in die weiteren Diskussionen zur Reform dieses so erfolgreichen Modells mit einbauen sollten.

Über all diese Positionen kann man diskutieren, sollte man diskutieren. Diskurs und Dialog sind konstitutive Teile der Sozialen Marktwirtschaft. Machen wir uns das zunutze, denn das ist Demokratie. Schauen wir noch einmal auf die Grundlagen des Erfolgskonzepts Soziale Marktwirtschaft und legen wir auf diesen Fundamenten die neuen, zukunftsweisenden Wege.

Canva

Kostenfrei als Printausgabe oder Download

Die Publikation aus unserer neu gestalteten Reihe „Aktuelle Analysen“ mit den Artikeln von Prof. Dr. Ulrich Blum und Dr. Claudia Schlembach können Sie hier herunterladen oder kostenfrei nach Hause bestellen.

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