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Das grüne Gewissen der CSU
Josef-Göppel-Symposium am 14. April 2023 in München

Autorin/Autor: Dr. Renate Höpfinger

Vor einem Jahr starb der langjährige Umweltpolitiker der CSU und ehemalige Bundestagsabgeordnete Josef Göppel (1950 – 2022). Er beschäftigte sich zeitlebens mit Natur- und Heimatschutz und galt als das „grüne Gewissen der CSU“ und Vater der Landschaftspflegebewegung in Deutschland. Sein leidenschaftliches Engagement fand sich in seinem fast fünfzigjährigen Wirken in der Kommunal-, Landes- und Bundespolitik wieder. Am 14. April veranstalten der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) und der BUND Naturschutz in Bayern (BN) mit Beteiligung der Hanns-Seidel-Stiftung ein Symposium zu seinem Gedenken. Hier werden die Schwerpunkte und Lösungsansätze Josef Göppels vorgestellt und diskutiert.

Bereits mit 20 Jahren trat Josef Göppel in die CSU und in den Bund Naturschutz ein. Fast 50 Jahre engagierte er sich für Natur- und Heimatschutz

Bereits mit 20 Jahren trat Josef Göppel in die CSU und in den Bund Naturschutz ein. Fast 50 Jahre engagierte er sich für Natur- und Heimatschutz

ACSP; Privat

Frühes Engagement für Natur- und Heimatschutz

Der junge Förster Josef Göppel trat als Zwanzigjähriger 1970 gleichzeitig in die CSU und in den BUND Naturschutz ein. Damit begann ein Engagement, das über 50 Jahre dauern würde, und sich für einen bewussten und nachhaltigen Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen einsetzte. Göppel engagierte sich zunächst auf lokaler und regionaler Ebene, gehörte von 1972 bis 2004 dem Stadtrat seines Heimatortes Herrieden und von 1974 bis 1994 dem Bezirkstag von Mittelfranken an. Er arbeitete im Arbeitskreis Umweltsicherung und Landesplanung der CSU mit, dessen Leitung er von 1991 bis 2017 übernahm. Er wirkte maßgeblich an der Entwicklung des Naturschutzes im ländlichen Raum mit und setzte sich mit Nachdruck für eine Beteiligung lokaler Bürgerverbände an der Energiewende ein. Auch die Umweltprogramme der CSU prägte er wesentlich mit.

Bis 1994 war Josef Göppel als Revierförster tätig, danach wechselte er als direkt gewählter Abgeordneter seines Heimat-Stimmkreises in den Bayerischen Landtag. Im Jahr 2002 wurde er als Abgeordneter des gleichnamigen Wahlkreises Ansbach-Weißenburg-Gunzenhausen in den Deutschen Bundestag, dem er bis 2017 angehörte, gewählt.

„Mein Ziel ist bis heute ein Leben und Wirtschaften im Einklang mit der Natur auf der Basis christlicher Schöpfungsverantwortung […] Der haushälterische Umgang mit den Gütern der Erde ist ein urkonservatives Anliegen.“  

Jösef Göppel, 1991. 

Vater der Landschaftspflege in Deutschland

Göppel setzte sich für eine Vereinigung von Landwirtschaft, Naturschutz und Kommunalpolitik ein und war 1986 der Begründer der Landschaftspflegebewegung in Deutschland. 1993 wurde er Vorsitzender des neu gegründete DVL, dem Dachverband der deutschen Landschaftspflegeorganisationen. Auch die Gründung eines europäischen Dachverbandes half er vorzubereiten. Nach seinem Ausscheiden aus dem Deutschen Bundestag und bis zu seinem Tod engagierte Göppel sich auch als ehrenamtlicher Energiebeauftragter des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) für Afrika.

Josef Göppel war das „grüne Gewissen der CSU“. Seinen politischen Nachlass übergab er dem Archiv für Christlich-Soziale Politik der HSS.

Josef Göppel war das „grüne Gewissen der CSU“. Seinen politischen Nachlass übergab er dem Archiv für Christlich-Soziale Politik der HSS.

Lennart Laberenz/Büro Göppel

Der politische Nachlass von Josef Göppel im Archiv für Christlich-Soziale Politik (ACSP) der Hanns-Seidel-Stiftung

Josef Göppel übergab bereits 2017 mit seinem Ausscheiden aus dem Bundestag seine schriftlichen Unterlagen als Vorlass an das Archiv für Christlich-Soziale Politik. Nach seinen Worten „birgt das Archiv nun 50 Jahre Umweltpolitik am Stück, deren hervorstechendste Kennzeichen ein ständiges Ringen gegen Profiterwartungen ist“.  Ergänzt durch die Aktennachlieferungen nach seinem Tod bildet sein Nachlass nun eine wichtige Säule im einschlägigen Quellenpool des ACSP zur Geschichte der Umweltpolitik in Bayern. Sein Nachlass dokumentiert nachvollziehbar sein berufliches, politisches und parlamentarisches Wirken, sein Engagement in Vereinen und Verbänden wie den Landschaftspflegeverbänden sowie seine internationalen Aktivitäten. Mit dem Nachlass von Josef Göppel, mit den Vorlässen von Alois Glück und Henning Kaul und mit der komplett seit seiner Gründung 1970 bis 2020 vorhandenen schriftlichen Überlieferung des CSU-Arbeitskreises Umweltsicherung und Landesentwicklung (AKU) steht künftig ein einmaliger Quellenfundus mit einem Gesamtumfang von ca. 90 laufenden Metern Material für historische Forschungen zur Verfügung. Auch damit wird das politische Vermächtnis dieser die Umweltpolitik über Jahrzehnte prägenden CSU-Politiker gesichert.

Ein Symposium zu seinem Gedenken

Unter Beteiligung der Familie Göppel organisieren der Deutsche Verband für Landschaftspflege und der BUND Naturschutz in Bayern eine Veranstaltung zum Andenken an das Wirken von Josef Göppel. Ganztägig sollen die Themen Energiewende in Bürgerhand, Naturschutz und Landwirtschaft sowie globale Gerechtigkeit besprochen werden.

Die Schirmherrschaft der Veranstaltung übernimmt Alois Glück, ehemaliger Präsident des Bayerischen Landtages und Moderator des Runden Tisches Arten- und Naturschutz. Die Keynote des Symposiums wird von der Energieökonomin Prof. Dr. Claudia Kemfert, Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, vorgetragen.

Das Symposium wird außerdem von einer Vielzahl an politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Institutionen und Organisationen gefördert und unterstützt. Neben der Hanns-Seidel-Stiftung finden sich die Stiftung Deutsche Landschaften, der Arbeitskreis Umweltsicherung und Landesentwicklung, die Bayerische Akademie Ländliche Raum, die Deutsche Bundestiftung Umwelt, die Regionalstrom Franken eG und weitere Akteure.

Das Josef-Göppel-Symposium wird von einem breiten Bündnis politischer und zivilgesellschaftlicher Organisationen unterstützt. Die Veranstalter laden dazu am Freitag, 14. April 2023, ins Schloss Nymphenburg, Hubertussaal, ein.

Anmeldung unter www.dvl.org/aktuelles/veranstaltungsdetails/umweltpolitisches-josef-goeppel-symposium

Kontakt

Ehemalige Leiterin des Archivs für Christlich-Soziale Politik: Dr. Renate Höpfinger
Extern
Ehemalige Leiterin des Archivs für Christlich-Soziale Politik