Ukraine und Weißrussland
Jugendliche im interkulturellen Dialog
Kultur ist ein unverzichtbarer Bestandteil der kollektiven europäischen Identität und stützt gemeinsame Europäische Werte wie die Achtung der Menschenrechte, Vielfalt, Toleranz und Chancengleichheit. Kulturdiplomatie bietet die Gelegenheit, diese Werte sowohl im Dialog mit den europäischen Nachbarländern als auch zwischen diesen Ländern in einem Ost-Ost-Dialog zu thematisieren und ihre Relevanz im jeweiligen gesellschaftspolitischen und Entwicklungskontext zu diskutieren.
Die Hanns-Seidel-Stiftung war bisher nicht in Weißrussland tätig. Die Einbeziehung von gesellschaftspolitisch aktiven Jugendlichen dieses geopolitisch exponierten Landes in Projektmaßnahmen in der Ukraine fördert aber die nachhaltige Entwicklung der Region und der Östlichen Partnerschaft insgesamt.
Die Ausstellung der HSS "Kunst und Werte - 30 Jahre Mauerfall" wird eröffnet
HSS/Ukraine
Grenzüberschreitende Kulturdiplomatie
Zehn Studenten der Fakultät für Internationale Beziehungen der weißrussischen staatlichen Universität in Minsk und ebenso viele ukrainische Studenten aus vier Universitäten setzten sich intensiv mit den wissenschaftlichen Aspekten des Konzeptes der "Kulturdiplomatie", den internationalen Beziehungen auf kulturpolitischer Ebene im formellen und informellen Austausch im kulturellen Bereich auseinander und tauschten sich über Berührungspunkte der grenzüberschreitenden U- und E- Kultur zwischen der Ukraine und Weißrussland aus.
Erstes und auffallendes Symbol war die Tatsache, dass die Konferenz ohne Dolmetscher geführt werden konnte - die ukrainischen und weißrussischen Teilnehmer verstanden sich problemlos gegenseitig in ihrer jeweiligen Muttersprache.
Der stellv. ukrainische Außenminister Wasiliy Bodnar und der weißrussische Botschafter in der Ukraine Igor Sokol unterstrichen in ihren Grußworten die historische und geopolitische Nähe der beiden Nationen.
Das Büro der Hanns-Seidel-Stiftung in Kiew entwickelte den "Mitmachparcours zu Fragen Europäischer Werte". Hier werden die Ergebnisse dieser Aufgabe präsentiert
HSS/Ukraine
Beginn eines interkulturellen Dialogs
Im Rahmen der Konferenz wurde die HSS-Ausstellung "Kunst und Werte - 30 Jahre Mauerfall" eröffnet und durch die Auseinandersetzung mit den damaligen Ereignissen ein Zugang zur geschichtsbasierten Wertediskussion mit den Teilnehmern gefunden.
Besonders engagiert beteiligten sich die Teilnehmer an der Simulation einer UNESCO-Generalversammlung, einem Rollenspiel, das der stellvertretende Vorsitzende der Nationalen UNESCO-Kommission der Ukraine Mykola Movchan leitete.
Ausführlich diskutierten die Teilnehmer die Kategorie der "Soft-Power", der politischen Einflussnahme auf die internationalen Beziehungen durch kulturelle Attraktivität, der Weltanschauung und politischer Ideologie, insbesondere vor dem Hintergrund einer multipolaren Weltpolitik und deren Auswirkungen auf die Region.
Mit der Internationalen Konferenz "100 Jahre Ukrainisch-weißrussische Beziehungen" wurde das intensive Programm in Kiew abgeschlossen. Ukrainische und weißrussische Experten zeigten die geschichtlichen und gesellschaftlichen Kontinuitäten und Unterschiede der beiden Länder auf. Die jungen Teilnehmer stellten zum Thema: "Ukraine und Weißrussland: Gemeinsam und Einzigartig" szenische Visitenkarten ihrer Länder vor und präsentierten ihre Ausarbeitungen zum "Mitmachparcours zu Fragen Europäischer Werte", den das HSS-Büro in Kiew entwickelt hat.
Die gemeinsam erarbeiteten Prioritäten lauteten:
I Verteidigung und Förderung der Nationalen Identität
II Kritische Geschichtsreflexion: Aus eigenen Fehlern lernen
III Souveränität und Respekt: "Don`t tread on me" (tritt mich nicht mit Füßen)
Für 2020 ist eine Fortsetzung des Formates mit georgischen Jugendlichen vorgesehen, bei der die diesjährigen weißrussischen Teilnehmer als Mentoren ihre Erfahrungen aus der Konferenz und der weiteren Beschäftigung mit dem Thema in den Wintermonaten einbringen werden.
N.N.
Leitung
Benjamin Bobbe
Projektleitung