Neue Seminar-Reihe der Hanns-Seidel-Stiftung: Einführung in KI-Tools
KI HEUTE & MORGEN
Alexander Pinker ist Innovation-Profiler, Zukunftsstratege und KI-Experte. Er hilft Unternehmen technologische Strategien zu entwickeln und dabei die Mitarbeitenden in den Wandel zu integrieren. Pinker ist außerdem Dozent, Autor und Podcaster. Wir haben Ihn gefragt, wie KI unser Leben und Arbeiten verändern wird.
Nach der Corona-Pandemie sind digitale Tools zum Standard geworden. Dies beschleunigt die Entwicklung zusätzlich.
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HSS: KI, die auch im Alltag einsetzbar ist, verändert die Realität unseres Lebens und Arbeitens. Haben Sie dafür ein gutes Beispiel?
Alexander Pinker: Die KI verändert die Arbeitswelt schnell und nachhaltig. Besonders deutlich wird dies im Bereich der generativen KI, die nicht nur die Textgenerierung umfasst, sondern auch andere kreative Prozesse revolutioniert. Beispielsweise ermöglicht KI in der Grafik- und Designindustrie die schnelle Erstellung von Entwürfen, die früher Stunden oder Tage in Anspruch nahmen.
Auch in der Musikproduktion sehen wir KI-gestützte Kompositionen, die neue künstlerische Möglichkeiten eröffnen. In der Literatur ermöglicht KI neue Formen des interaktiven Geschichtenerzählens. Diese Entwicklungen führen zu einer Transformation der Kreativindustrie, indem sie neue Wege für Künstler und Designer eröffnen und gleichzeitig Nicht-Fachleuten den Zugang zu diesen Werkzeugen ermöglichen.
Die Möglichkeiten werden täglich mehr, besonders in der Variation und Qualität. Wir haben hier eine sehr schnelle Steigerung. Nach der Corona-Pandemie sind digitale Tools zum Standard geworden. Dies beschleunigt die Entwicklung zusätzlich.
HSS: Was sind andere Bereiche, in denen uns KI in Zukunft unterstützen wird und wie können wir uns das konkret vorstellen?
Die Möglichkeiten, die KI bietet, sind nahezu grenzenlos und wir stehen erst am Anfang dieser Entwicklung. In der Bildung könnten KI-basierte Lernprogramme in Form von Avataren individuelles Lernen unterstützen, indem sie sich an den Lernstil und das Tempo jedes Einzelnen anpassen. Tools wie ChatGPT zeigen bereits jetzt, wie KI im Lernprozess unterstützen kann. In der Unterhaltungsbranche könnten generative KI-Modelle dazu beitragen, Inhalte zu erstellen, die auf den individuellen Vorlieben der Nutzer basieren, was zu einer neuen Ära personalisierter Medien führen könnte. Im Gesundheitswesen könnten KI-Systeme dabei helfen, Behandlungen zu personalisieren und genaue Diagnosen zu stellen, indem sie riesige Datenmengen analysieren. Auch im Bereich der Umweltüberwachung und Nachhaltigkeit kann KI entscheidend sein, indem sie zum Beispiel dabei hilft, Klimamodelle zu verfeinern oder Ressourcen effizienter zu nutzen.
HSS: Haben Sie Tipps, wie wir KI möglichst sinnvoll nutzen können und wovor sollten wir uns hüten?
Zunächst ist es essentiell, sich kontinuierlich mit dem Thema KI auseinanderzusetzen und das lebenslange Lernen zu praktizieren. Dies gilt sowohl für den Einsatz praktischer digitaler KI-Tools als auch für deren Integration in Unternehmen oder medizinische Anwendungen. Ein tiefes Verständnis für KI-Technologien ermöglicht es, ihr Potenzial voll auszuschöpfen und gleichzeitig Risiken zu minimieren.
Hinsichtlich der praktischen KI-Tools ist es ratsam, sich frühzeitig mit ihnen vertraut zu machen, um von den Effizienzsteigerungen zu profitieren. Ein kritischer Punkt ist die Qualität der Daten, die für das Training der KI verwendet werden. Es ist unerlässlich, auf vielfältige und repräsentative Datensätze zu achten, um Vorurteile (Biases) und Verzerrungen zu vermeiden. In sensiblen Bereichen wie der Gesundheitsversorgung können unzureichende oder verzerrte Daten zu falschen Schlussfolgerungen und damit zu schwerwiegenden Konsequenzen führen. Daher ist es wichtig, bei der Entwicklung und dem Einsatz von KI-Systemen ethische Überlegungen und Datenschutzbestimmungen zu berücksichtigen.