Hanns-Seidel-Stiftung auf dem Evangelischen Kirchentag 2023
Kirche gemeinsam leben
Warum hat die Evangelische Kirche Zukunft? Ganz einfach. Menschen benötigen Orientierung und Halt in schwierigen Situationen, erklärt Dr. Norbert Lammert, ehemaliger Präsident des Deutschen Bundestages am Stand der Hanns-Seidel-Stiftung auf dem evangelischen Kirchentag 2023 in Nürnberg.
Wir können an unserem Stand viele spannende und interessante Begegnungen beobachten. Besonders gefreut hat uns, dass so viele junge Menschen auf dem Kirchentag sind, die sich auch für die politische Dimension der Evangelischen Kirche in Deutschland interessieren. Im Mittelpunkt steht aber immer die Frage: Wie geht es weiter? Die häufigste Antwort: Es geht um die Gemeinschaft und den Einsatz von Christen für ihre Kirche auf Gemeindeebene. Gefordert werden aber auch bessere Möglichkeiten der Partizipation.
Barbara Becker, MdL, Vorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises der CSU, macht sich zwar Sorgen wegen der großen Anzahl der Kirchenaustritte, will aber lieber daran arbeiten, die Kirche näher an die Menschen zu bringen. „Was brauchen die Menschen von ihrer Kirche? Was brauchen sie, um ihren Glauben leben zu können, um wieder mehr ermutigt zu sein?“, meint Becker. „Ich wünsche mir mehr Seelsorge. Näher an den Menschen sein. Mehr Ermutigung.“
Der Stellvertretende Vorsitzende der Hanns-Seidel-Stiftung, Christian Schmidt, ist von der Zukunft der Evangelischen Kirche überzeugt, weil sie immer mit den Entwicklungen der Zeit gegangen ist. Sie spreche die Menschen persönlich in Ihrer Entwicklung und auf dem Weg ihres Glauens an, was wichtig für die Orientierung in unserer Gesellschaft sei. Schließlich habe sie eine Aufgabe mitten in der Gesellschaft. Sie müsse unter anderm dafür arbeiten, dass das Christentum nicht als "Sektierertum" verstanden wird, dass sich Tendenzen dieser Art nicht ausbreiten.
Frieden und Aussöhnung in Bosnien-Herzegowina
Dafür setzt sich die Autorin Mirsada Simchen-Kahrimanovic ein. 1992: Gleich beim ersten Angriff auf ihr bosnisches Dorf wurde Mirsadas Vater ermordet, sie selbst mit Mutter und Schwester im Lager Trnopolje inhaftiert. Aus Ihren Tagebüchern, die sie während des Krieges führte, entstand das Buch: "Lauf, Mädchen, Lauf!"
Mit ihr und Christian Schmidt, der auch Hoher Repräsentant für Bosnien-Herzegowina ist, organisierten wir am Stand ein bewegendes Gespräch über den Krieg am Westbalkan und darüber, wie konkret Frieden und Aussöhnung in dieser Region gesichert werden kann. Christian Schmidt betont wie wichtig die Aufklärung der jungen Generation über diesen Krieg ist und zwar in dem Sinne, dass gegenseitiges Verständnis und Toleranz geübt wird. Außerdem müsse für eine gute Zukunft für Heranwachsende gesorgt werden, sei es Hinblick auf berufliche Bildung oder solide Arbeitsplätze.
Situation für Gläubige weltweit problematisch
Zur Situation der Gläubigen weltweit äußert sich der ehemalige Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Volker Kauder. „Die Situation für Menschen, die glauben, ist in der letzten Zeit schlechter und nicht besser geworden in der ganzen Welt", sagt Kauder sorgenvoll. "Die Verfolgung von Christen hat zugenommen. Deshalb haben wir in der Politik noch eine große Aufgabe vor uns, für diese Menschen etwas zu tun.“
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Beim evangelischen Kirchentag besucht Dr. Norbert Lammert, ehm. Präsident des Bundestages, den Stand der Hanns-Seidel-Stiftung. Er ist guter Hoffnung für die Zukunft der evangelischen Kirche in Deutschland, denn Menschen brauchen Halt und Orientierung in schwierigen Zeiten.
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„Die Situation für Menschen, die glauben, ist in der letzten Zeit schlechter und nicht besser geworden in der ganzen Welt" (Prof. Volker Kauder auf dem Evangelischen Kirchentag 2023)
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Christian Schmidt, MdB, Hoher Repräsentant für Bosnien und Herzegowina Bundesminister a.D., nennt drei Gründe für die Wichtigkeit der evangelischen Kirche.
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