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Podiumsdiskussion
Künstliche Intelligenz im Handwerk: Wo KI entlastet und wo der Mensch entscheidet

Autorin/Autor: Dr. Claudia Schlembach

Welche Chancen bietet Künstliche Intelligenz dem Handwerk – und wie lässt sich sich diese schon heute konkret einsetzen? Eine gemeinsame Podiumsdiskussion der HSS mit der Handwerkskammer für München und Oberbayern zeigte nicht nur mögliche Anwendungen auf. Auch die Dokumentation der Debatte übernahm die KI.

 

Eine Kamera wurde im Plenum installiert, um die Veranstaltung aufzuzeichnen.

Die Podiumsdiskussion wurde mit dem KI-Sprachrekorder Plaud aufgezeichnet und anschließend mithilfe der internen Standardvorlage „Sitzungssekretär“ und der KI-Anwendung "ChatGPT 5.5 Thinking" ausgewertet.

Copyright: Michael Schuhmann/Handwerkskammer für München und Oberbayern

KI dokumentiert die Veranstaltung

Damit die Debatte – wie im Handwerk üblich – gleich Hand und Fuß hat, ließ unser Podiumsgast, Elektromeister Manuel Landerer die Veranstaltung mithilfe Künstlicher Intelligenz dokumentieren

Sein Team zeichnete die Veranstaltung mit dem KI-Sprachrekorder Plaud auf. Anschließend wurde die Aufnahme mithilfe der internen Standardvorlage „Sitzungssekretär“ und der KI-Anwendung "ChatGPT 5.5 Thinking" ausgewertet.

Die Aufzeichnung dauerte eine Stunde, 45 Minuten und zwölf Sekunden. Die erste automatisch erstelle Auswertung umfasste rund 30 Seiten bzw. 55.057 Zeichen. Die KI gliederte die Diskussion in 32 Themenblöcke, die jeweils mit einer kurzen Zusammenfassung beginnen und anschließend zentrale Aspekte der Veranstaltung vertiefen.

Umfassende und erstaunlich präzise Auswertung

Das Ergebnis ist erstaunlich präzise. Auch wenn eine menschliche Protokollantin oder ein menschlicher Protokollant an einzelnen Stellen möglicherweise andere Schwerpunkte gesetzt hätte, bildet die KI-Auswertung die Veranstaltung insgesamt umfassend ab.

Für die Veröffentlichung wurde diese Dokumentation noch einmal verdichtet. Die nachfolgende Zusammenfassung bietet einen kompakten Einblick in die wichtigsten Inhalte und Positionen der Veranstaltung. Hervorgehobenen Aussagen der Podiumsgäste, die nicht anhand des Originaltons überprüft wurden, sind ausdrücklich als sinngemäße Zitate gekennzeichnet. Wir fanden das Ergebnis ebenso spannend wie aufschlussreich und möchten es Ihnen nicht vorenthalten. Lesen Sie im Folgenden die KI-gestützte Zusammenfassung unserer Veranstaltung zum Thema „Künstliche Intelligenz im Handwerk“: 

Zum vollständigen Artikel "Künstliche Intelligenz im Handwerk: Chancen und gelebte Praxis"

Welche Chancen bietet die Künstliche Intelligenz dem Handwerk und wo lässt sie sich heute schon sinnvoll einsetzen? Darüber diskutierten Expertinnen und Experten im Rahmen der Diskussionsveranstaltung "KI im Handwerk".

Copyright: Michael Schuhmann/Handwerkskammer für München und Oberbayern

Künstliche Intelligenz im Handwerk: Chancen und Grenzen

Die Podiumsdiskussion beleuchtete den Einsatz Künstlicher Intelligenz im Handwerk aus europapolitischer, wissenschaftlicher und unternehmerischer Perspektive sowie aus Sicht des Handwerks. Zu den Rednern gehörten Dr. Frank Hüpers, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für München und Oberbayern sowie des Bayerischen Handwerkstags, der Europaabgeordnete Markus Ferber, MdEP, Prof. Dr. Ute Schmid, Geschäftsführende Direktorin des Bamberger Zentrums für Künstliche Intelligenz (BaCAI) und Inhaberin des Lehrstuhls für Kognitive Systeme an der Universität Bamberg sowie Elektromeister Manuel Landerer, Geschäftsführer der Landerer Energie GmbH. 

Übergreifender Konsens war, dass KI handwerkliche Fachkompetenz nicht ersetzen, sondern unterstützen soll. Sie kann administrative Routinen übernehmen, Informationen strukturieren, Prozesse beschleunigen und Beschäftigte von zeitaufwendigen Dokumentations- und Verwaltungsaufgaben entlasten. Gerade für die Digitalisierung im Handwerk liegen hier erhebliche Potenziale. Die handwerkliche Ausführung, die Berücksichtigung individueller Kundenwünsche und die fachliche Verantwortung bleiben dagegen beim Menschen.

Für Dr. Frank Hüpers, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für München und Oberbayern, spricht vor dem Publikum

Für Dr. Frank Hüpers, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für München und Oberbayern, darf die KI nicht in erster Linie als Bedrohung, sondern als weiteres Werkzeug verstanden werden.

Copyright: Michael Schuhmann/Handwerkskammer für München und Oberbeayern

Handwerk im Wandel: KI als weiteres Werkzeug

Dr. Frank Hüpers ordnete die technologische Entwicklung in die lange Geschichte des Handwerks ein. Dieses sei seit Jahrhunderten gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technischen Veränderungen ausgesetzt, habe sich dabei aber immer wieder als anpassungsfähig erwiesen. Trotz aller Umbrüche sei es „weiterhin als Handwerk erkennbar geblieben“. Auch KI müsse daher nicht in erster Linie als Bedrohung, sondern als weiteres Werkzeug verstanden werden. Vollautonome Roboter würden klassische handwerkliche Tätigkeiten nach seiner Einschätzung kurzfristig weder flächendeckend noch wirtschaftlich ersetzen. Größere Potenziale bestünden zunächst bei Planung, Verwaltung, Dokumentation und klar abgegrenzten Arbeiten. Damit liegen die kurzfristigen Einsatzmöglichkeiten vor allem in der Automatisierung wiederkehrender betrieblicher Prozesse.

Der Europaabgeordnete Markus Ferber betrachtete die KI aus europapolitischer und regulatorischer Perspektive. Den anzustrebenden europäischen Weg fasste er mit der Formel „Innovation mit Verantwortung“ zusammen. Regulierung sei notwendig, müsse aber innovationsfreundlich, praxistauglich und verhältnismäßig bleiben. Europa dürfe technologische Entwicklungen nicht durch frühzeitige oder übermäßige Vorgaben behindern, müsse gleichzeitig jedoch den Schutz persönlicher und betrieblicher Daten gewährleisten. 

Das Handwerk werde nach der europäischen KI-Verordnung, dem EU AI Act, überwiegend als Nutzer beziehungsweise Betreiber bereits entwickelter Systeme eingeordnet. Ein wesentlicher Teil der regulatorischen Verpflichtungen liege daher bei den Softwareanbietern. Besondere Anforderungen könnten allerdings entstehen, wenn KI in sensiblen Bereichen eingesetzt werde, beispielsweise bei Bewerbungsverfahren oder automatisierten Personalentscheidungen. Politische Regelungen und Fördermaßnahmen sollten deshalb dem Grundsatz „Think small first“ folgen und die Voraussetzungen kleiner und mittlerer Betriebe (KMU) von Anfang an berücksichtigen. 

Für Prof. Dr. Ute Schmid, Geschäftsführende Direktorin des  Bamberger Zentrums für Künstliche Intelligenz (BaCAI) und Inhaberin des Lehrstuhls für Kognitive Systeme an der Universität Bamberg, spricht vor dem Publikum

Für Prof. Dr. Ute Schmid, Geschäftsführende Direktorin des Bamberger Zentrums für Künstliche Intelligenz (BaCAI) und Inhaberin des Lehrstuhls für Kognitive Systeme an der Universität Bamberg, beginnt ein erfolgreicher KI-Einsatz im Handwerk nicht mit der Technologie, sondern mit einer konkreten betrieblichen Herausforderung.

Copyright: Michael Schuhmann/Handwerkskammer für München und Oberbayern

KI sinnvoll einsetzen: Das Problem kommt zuerst

Prof. Dr. Ute Schmid warnte vor einem ungerichteten Einsatz von KI „um der KI willen“. Der in Unternehmen verbreitete Wunsch „Ich will etwas mit KI machen“ sei kein geeigneter Ausgangspunkt für ein Digitalisierungsprojekt. Betriebe sollten stattdessen zunächst fragen: „Wo drückt der Schuh?“ Erst wenn ein konkretes Problem identifiziert sei, könne geprüft werden, ob tatsächlich ein KI-System benötigt werde oder ob eine Datenbank, ein ERP-System (System, mit dem ein Unternehmen zentrale Geschäftsprozesse steuert), eine Warenwirtschaft oder eine klassische Automatisierung bereits ausreiche. Ein erfolgreicher KI-Einsatz im Handwerk beginnt somit nicht mit der Technologie, sondern mit einer konkreten betrieblichen Herausforderung. Auch die Auswahl der Methode müsse sich am jeweiligen Problem orientieren. Nicht jede Aufgabe erfordere ein großes Sprachmodell oder einen Chatbot. Für Bilderkennung, Klassifikation und klar definierte Berechnungen könnten kleinere Modelle zuverlässiger, ressourcenschonender und wirtschaftlicher sein. Große Sprachmodelle könnten hingegen falsche oder erfundene Ergebnisse erzeugen. Insbesondere bei technischen Normen, rechtlichen Einschätzungen, Preisen und sicherheitsrelevanten Entscheidungen seien menschliche Kontrolle und mehrere Korrekturschleifen unverzichtbar.

Manuel Landerer, Geschäftsführer der Landerer Energie GmbH, spricht im Rahmen einer Podiumsdiskussion vor dem Mikrofon

Manuel Landerer, Geschäftsführer der Landerer Energie GmbH, veranschaulichte den praktischen Einsatz von KI anhand seines Elektro- und Energieunternehmens.

Copyright: Michael Schuhmann/Handwerkskammer für München und Oberbayern

KI-Anwendungen im Handwerksbetrieb

Manuel Landerer veranschaulichte den praktischen Einsatz von KI anhand seines Elektro- und Energieunternehmens. Dort werden unter anderem KI-gestützte Gesprächsprotokolle, Angebotsagenten, Bestellagenten und betriebliche Wissensdatenbanken entwickelt. Die KI bezeichnete er als „Herzstück“, das auf unternehmenseigenes Wissen zugreift und unterschiedliche Prozessketten miteinander verbindet. Besonders geeignet seien wiederkehrende Abläufe, etwa bei Photovoltaikanlagen, Energieprojekten und elektrotechnischen Angeboten. Solche Anwendungen können die Prozessautomatisierung in Handwerksbetrieben deutlich voranbringen.

Voraussetzung einer solchen Integration seien klare Prozesse und strukturierte Daten. Landerer beschrieb die notwendige Vorbereitung als eine Art „Aufräumen“ im Unternehmen. Betriebe müssten klären, wo ihre Daten liegen, welche Abläufe sich wiederholen und wie ERP-, CRM-, E-Mail- und Wissenssysteme miteinander verbunden werden können. Erst auf dieser Grundlage lasse sich KI systematisch in betriebliche Abläufe integrieren. 

Weitere Potenziale für den Einsatz von KI bestehen auf der Baustelle. Ein vorgestellter mobiler Assistent ist mit dem ERP-System verbunden, erkennt Projekte und unterstützt Monteure bei Montageberichten und Materialerfassung. Bilder verwendeter Bauteile können mittels Bilderkennung ausgewertet und in die Dokumentation übernommen werden. Damit reduziert die KI den Schreibaufwand und verbessert zugleich die Qualität und Verfügbarkeit betrieblicher Daten. 

Zentrale Herausforderungen bestehen beim Datenschutz, Urheberrecht, Haftungsfragen und der Datensouveränität. Betriebe müssen nachvollziehen können, welche Kunden-, Projekt- und Angebotsdaten in KI-Systeme eingegeben werden, wo sie verarbeitet und ob sie zu Trainingszwecken verwendet werden. Vertrauliches Betriebswissen darf nicht unbedacht an offene Plattformen übermittelt werden. Zugleich benötigt Europa eigene Server- und Rechenkapazitäten. Den Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur bezeichneten die Panelisten als „Hausaufgabe“ für Deutschland“.

v.li. Dr. Frank Hüpers, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für München und Oberbayern, Manuel Landerer, Geschäftsführer von Landerer Energie GmbH, Prof. Dr. Elke Schmid, Geschäftsführende Direktorin des  Bamberger Zentrums für Künstliche Intelligenz (BaCAI) und Inhaberin des Lehrstuhls für Kognitive Systeme an der Universität Bamberg, und der Europaabgeordnete Markus Ferber.

Panelisten unter sich: v.li. Dr. Frank Hüpers, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für München und Oberbayern, Manuel Landerer, Geschäftsführer von Landerer Energie GmbH, Prof. Dr. Elke Schmid, Geschäftsführende Direktorin des Bamberger Zentrums für Künstliche Intelligenz (BaCAI) und Inhaberin des Lehrstuhls für Kognitive Systeme an der Universität Bamberg, sowie der Europaabgeordnete Markus Ferber.

Copyright: Michael Schuhmann/Handwerkskammer für München und Oberbayern

Fazit: Die KI entlastet – die Verantwortung bleibt beim Menschen

Insgesamt bietet die KI dem Handwerk große Chancen, Beschäftigte von Routinetätigkeiten zu entlasten, Prozesse zu beschleunigen und dem Fachkräftemangel im Handwerk zu begegnen. Erfolgreich wird ihr Einsatz jedoch nur sein, wenn er problemorientiert erfolgt, auf klaren Prozessen und hochwertigen Daten beruht und von qualifizierten Menschen kontrolliert wird. Menschliche Expertise, individuelle Beratung und handwerkliche Verantwortung bleiben auch in einer zunehmend automatisierten Arbeitswelt die zentralen Stärken des Handwerks.

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Leiterin: Dr. Claudia Schlembach
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