Wechsel an der Spitze
Markus Ferber legt sein Amt als Vorsitzender der HSS nieder
Nach sechs erfolgreichen Jahren als Vorsitzender der Hanns-Seidel-Stiftung hat Markus Ferber sein Amt niedergelegt. Der Europaabgeordnete ist seit der Jahrtausendwende Mitglied der Stiftung. Von 2014 bis Ende 2019 fungierte Ferber als stellvertretender Vorsitzender bis er schließlich am 1. Januar 2020 von der Mitgliederversammlung einstimmig zum Vorsitzenden gewählt wurde.
Ferber gehört seit 1994 dem Europäischen Parlament an. Der gebürtige Schwabe ist zudem wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP), Co-Vorsitzender des Parlamentskreises Mittelstand der CDU/CSU-Gruppe sowie verkehrspolitischer Sprecher der CSU-Europagruppe.
Der Weg der Erneuerung
Beim Re-Opening des modernisierten Konferenzzentrums München am 30. September 2022: Von links nach rechts – Stiftungsvorsitzender Markus Ferber, MdEP, Kabarettist und Festredner Django Asül sowie HSS-Generalsekretär Oliver Jörg feiern gemeinsam die Wiedereröffnung nach zweijähriger Modernisierung mit neuer Technik und frischem Veranstaltungskonzept.
Thomas Plettenberg; ©HSS
Bei seiner Amtseinführung als Vorsitzender der Hanns-Seidel-Stiftung 2020, die noch vor der Corona-Pandemie stattgefunden hat, betonte Ferber, dass er gemeinsam mit der Hanns-Seidel-Stiftung „den Weg der Erneuerung“ gehen möchte. Dieser Leitgedanke hat sich durch seine gesamte Amtszeit gezogen.
Gleich zu Beginn wurde das Konferenzzentrum München modernisiert und digitalisiert. Nach rund zwei Jahren Renovierungsarbeiten konnte das Konferenzzentrum der Hanns-Seidel-Stiftung 2022 wiedereröffnet werden und begrüßt seitdem wieder Gäste aus der ganzen Welt. Bei der Eröffnung sagte der Vorsitzende Ferber: „Wir können jetzt mit unserem Konferenzzentrum in eine neue Ära eintreten auf Basis einer neuen, hochwertigen technischen Ausstattung.“
Eine neue Ära mit neuen Herausforderungen fand auch während Corona statt. Ferber startete eine Veranstaltungsreihe unter dem Titel „Corona-Krise: Krise für Europa?“, die natürlich auch per Live-Stream übertragen wurde. Mit Markus Ferber wurde die HSS auf den neuesten Stand der Digitalisierung gebracht.
Brückenbauer in Europa
Mit einem feierlichen Festakt eröffnete die Hanns-Seidel-Stiftung am 22. Juni 2022 ihre erste Vertretung in Italien. HSS-Vorsitzender Markus Ferber, MdEP, betonte: Mehr Austausch, mehr Dialog und mehr europäische Zusammenarbeit – dafür steht das neue Büro im Istituto Luigi Sturzo im Herzen Roms, unweit des Vatikans.
©HSS
Unter dem Vorsitzenden Markus Ferber wurde die Hanns-Seidel-Stiftung nicht nur erneuert und modernisiert, sondern auch weltweit stärker vernetzt. Das besondere Profil der Stiftung ist nicht zuletzt auf den europäischen Hintergrund des Politikers zurückzuführen. Ferber sieht in Europa nicht einen reinen Selbstzweck, sondern ein Friedens- und Werteprojekt. „Die Europäische Union steht heute vor ihrer vielleicht größten Bewährungsprobe seit Jahrzehnten. Eine Welt im Umbruch. Neue geopolitische Konflikte. Wirtschaftliche Abhängigkeiten. Die Frage nach europäischer Sicherheit und Souveränität. Gerade deshalb braucht es jetzt ein Europa, das: selbstbewusst auftritt, wirtschaftlich stark bleibt, seine Interessen schützt, und gleichzeitig seine Werte verteidigt“, sagte Ferber im Juni 2026 bei einer Rede vor der Europa-Union.
So lag auch eine Vertretung der HSS in Rom auf der Hand. 2022 eröffnete Markus Ferber das neue Büro in der italienischen Hauptstadt mit dem Ziel „gemeinsam mit italienischen und europäischen Partnern nach Lösungen zu suchen für die wichtigen Fragen unserer Zeit“. Denn mit mehr Dialog schaffe man mehr Europa.
Unter diesem Motto fand ebenfalls die Eröffnung 2024 eines eigenen Büros der Hanns-Seidel-Stiftung in Bosnien-Herzegowina statt. In der Hauptstadt des Beitrittskandidaten zur Europäischen Union (EU) sprach Ferber davon, wie wichtig es ist, „mündige Staatsbürger zu erziehen, die aktiv an der Gestaltung der Gesellschaft teilnehmen und dazu beitragen, dass Vorurteile abgebaut und gegenseitiger Respekt gefördert werden“.
Die Europatagung 2024 in Ottobeuren, die unter dem Titel „Das Haus Europa gemeinsam weiterbauen“ stattfand, ist nur eins von vielen weiteren Beispielen, bei denen der Vorsitzende Markus Ferber Bedeutung und Notwendigkeit der EU thematisierte.
Unverzichtbare internationale Beziehungen
Führende Köpfe Washingtons hören gebannt der Analyse des Stiftungsvorsitzenden zu: Von links nach rechts – Anders Aslund (Ukraine-Experte), Markus Ferber (HSS-Vorsitzender, MdEP), Jeff Rathke (Präsident des American German Institute), James Miller (Europa-Direktor im US-Außenministerium und ab Sommer 2024 neuer US-Generalkonsul in München), Gale Mattox (US Naval Academy) und Eric Langenbacher (Georgetown University).
Christian Forstner
Aber auch weltweit hat sich der Europapolitiker für die HSS engagiert und internationale Dialogräume geschaffen. Kurz vor dem US-Präsidentenwahlkampf 2024 reiste Markus Ferber nach Washington, um mit Vertretern beider Parteien, Think-Tanks und der deutschen Botschaft ins Gespräch zu kommen. Ziel war es, die Auswirkungen der Wahlen auf Europa und die transatlantischen Beziehungen besser zu verstehen. Als abschließendes Fazit zog Ferber für die bevorstehenden Wahlen, dass die „Lebenswirklichkeit der Menschen“ entscheidend sei.
Im Frühjahr 2025 reiste Ferber nach China, um sich einen persönlichen Eindruck über die Arbeit der Auslandsbüros der Hanns-Seidel-Stiftung zu machen. Für den aktiven Politiker sind direkte Begegnungen unverzichtbar. Neben Gesprächen mit Dialogpartnern in Peking besuchte Ferber auch die Provinz Shandong. Dort würden „abstrakte Vorstellungen in konkreten Planungen umgesetzt“ – und Menschen damit direkt geholfen.
Auch Indien rückte während Ferbers Amtszeit immer stärker in den Fokus der Stiftung. So reiste der gebürtige Schwabe im März 2026 nach Neu-Delhi. Der Schwerpunkt Indien spiegelte sich im Rahmen der Munich Security Conference (MSC) 2026 wider, bei der Indien ein eigenes Side-Event bekommen hatte.
Sicherheitspolitisches Format
Side-Event „Afrikas Sicherheit“ der Hanns-Seidel-Stiftung im Rahmen der Münchner Sicherheitskonferenz 2026: HSS-Vorsitzender Markus Ferber, MdEP, diskutiert mit internationalen Experten, wie Konflikte, geopolitischer Wettbewerb und neue Sicherheitskooperationen die Zukunft Afrikas prägen. Die Veranstaltung unterstreicht, warum Afrikas Stabilität auch für Europa zentral ist. Die Hanns-Seidel-Stiftung organisierte zahlreiche Events im Kontext der MSC.
©MSC/Thomas Niedermueller
Markus Ferber stärkte die Rolle der HSS auf der wohl wichtigsten Sicherheitskonferenz, der MSC, erheblich. Durch hochrangige Side-Events mit Regierungsvertretern, Diplomaten und Wissenschaftlern öffnete Ferber den Dialog zwischen der HSS und der Welt.
Auch mit Gründung von HSS NEXUS, dem Young-Leaders-Programm der Hanns-Seidel-Stiftung für Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik, schuf Ferber ein neues Format, das es schafft, Nachwuchsexperten eine Plattform zu bieten. Junge Menschen aus Politik, Wissenschaft, Industrie und Verwaltung werden miteinander vernetzt, um die neuen geopolitischen Herausforderungen zu diskutieren und Lösungsansätze zu finden.
Politische Bildungsarbeit greifbar machen
Der HSS-Vorsitzende Markus Ferber, MdEP, und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (rechts), MdL, stellen am 28. Oktober 2020 in München gemeinsam das neue Info-Portal „Wir! Gegen Hatespeech“ vor – ein praktisches Online-Angebot mit konkreten Tipps und einem digitalen Assistenten für wirksame Reaktionen gegen Hass und Hetze im Netz.
Juliane Haerendel; HSS
Ebenso baute Ferber die politische Bildungsarbeit der Stiftung stark aus. Mit dem Projekt „Gegen Hatespeech“ ist ein Portal entstanden, das Betroffenen praktische Hilfe leistet. Ferber war es dabei wichtig, politische Bildung stärker im Alltag greifbar zu machen.
Gemeinsam mit dem Institut für Wirtschaftsforschung (ifo) befassten sich Ferber und der Think-Tank der HSS, die Akademie für Politik und Zeitgeschehen, mit dem Thema „Gerechtigkeit für die Mitte? Die Verteilung der Steuer- und Abgabenlast in Deutschland“. Die Studie zeige, dass „die Grenzen der Belastung erreicht sind“ und, dass „wir uns um die bürgerliche Mitte kümmern müssen, die diesen Staat trägt, wir müssen Leistungsanreize setzen und Leistung muss sich wieder lohnen“, betonte Ferber.
Wegweisend in Sachen Social Media ist der von Markus Ferber eingeführte Medienpreis „Politische Influencer in den Sozialen Medien". Der Preis würdigt Beiträge von Influencern, die politische Themen verständlich aufbereiten und richtet sich hauptsächlich an junge Menschen. Für Ferber ist der Preis von großer Bedeutung, denn „Influencerinnen und Influencer leisten einen wichtigen Beitrag zum politischen Diskurs in unserer Gesellschaft. Sie erklären gesellschaftspolitische Sachverhalte auf anschauliche und verständliche Weise und schaffen es dadurch, jüngere Menschen für politische Themen zu begeistern“.
Eine weitere Herzensangelegenheit des Vorsitzenden Markus Ferber war und ist die Arbeit gegen Antisemitismus. So wurde 2020 die Zusammenarbeit zwischen dem Antisemitismus-Beauftragten der Bayerischen Staatsregierung, Dr. Ludwig Spaenle, und der HSS vereinbart. Bei zahlreichen Veranstaltungen, wie bei Kundgebungen von „DACH gegen Hass“ auf dem Münchner Königsplatz, nahm Markus Ferber als Vorsitzender der Hanns-Seidel-Stiftung teil, um ein „klares Zeichen gegen Antisemitismus“ zu setzen.
Markus Ferber, MdEP: Sein Wirken in der Stiftung – bildlich festgehalten
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