HSS-Kurzinterview
„Nicht nur eine finanzielle, sondern auch eine ideelle Förderung“
Ludwig Lübenoff aus Türkenfeld (Landkreis Fürstenfeldbruck) wird seit September 2025 mit einem Stipendium speziell für Azubis von der HSS gefördert.
©Julia Rieck/Detailfotografie
HSS: Was hat Dich dazu bewegt, Dich für das Stipendium bei der HSS zu bewerben? Gab es einen besonderen Moment oder eine Erfahrung, die Dich zu diesem Schritt inspiriert hat?
Ludwig Lübenoff: Aufgrund meines Netzwerks innerhalb der Unionsfamilie entstand die Idee, eine Veranstaltung mit der Hanns-Seidel-Stiftung zu organisieren. Im Anschluss an das Event habe ich von der neuen Auszubildendenförderung der HSS erfahren und mich mit Dr. Jutta Möhringer, Leiterin Institut für Begabtenförderung, darüber unterhalten. Letztendlich habe ich mich beworben und habe tatsächlich das Stipendium bekommen – worüber ich mich sehr gefreut habe.
HSS: Welche Chancen und Möglichkeiten eröffnet Dir das Stipendium persönlich? Gibt es etwas, auf das Du Dich dabei ganz besonders freust?
Ludwig Lübenoff: Das Stipendium der Hanns-Seidel-Stiftung bietet neben der finanziellen Unterstützung auch die ideelle Förderung. Die ist unfassbar hilfreich für die persönliche Weiterentwicklung sowie für Wissensgrundlagen in den Bereichen „Politik, Wirtschaft und Gesellschaft“.
Vor allem über das Netzwerken freue ich mich jedes Mal, wenn ich ein HSS-Event besuche. Ich hatte schon gehört, dass die Stiftung ein Top-Netzwerk hat, aber es ist sogar noch besser – einfach cool. Es gibt sogar Veranstaltungen, bei denen es ausschließlich ums Netzwerken geht. Dort trifft man einfach tolle Menschen und schließt sogar Freundschaften.
Die HSS hat auch zahlreiche Auslandsbüros, und es gibt die Möglichkeit, sich dort drei bis sechs Monate in dem jeweiligen Land aufzuhalten. Das würde ich gerne im Anschluss an die Förderung machen. Meine drei Länderfavoriten sind: USA, China und Belgien mit Brüssel. Die USA haben ein interessantes politisches System und sind zudem auch eine Weltmacht.
China würde ich gerne besuchen, weil es ebenfalls eine Weltmacht ist und wir in Europa kaum bis wenig von diesem Land, seiner Kultur, seiner wirtschaftlichen und politischen Stärke mitbekommen. Ich würde dort gerne Land und Leute mal hautnah miterleben.
Warum Brüssel? Die Stadt ist zwar ein Klassiker, in der es ebenso ein HSS-Büro gibt, aber sie ist auch politisches Zentrum der europäischen Macht. Ich würde gerne die politische Arbeit und einige EU-Abgeordnete kennenlernen – auch zum Netzwerken. Schließlich bin ich selbst politisch aktiv und interessiert.
HSS: Was hat Dich motiviert, Deinen Ausbildungsweg einzuschlagen? Und was würdest Du jungen Menschen raten, die zwar Interesse an diesem Beruf haben, sich aber vielleicht noch nicht trauen, den ersten Schritt zu machen?
Ludwig Lübenoff: Nach einigen Praktika habe ich erfahren, dass die Ausbildung für Kaufleute für Büromanagement auch im Finanzsektor geschult wird. Deshalb war für mich klar: Ich will in einer großen Bank meine Ausbildung genau in diesem Bereich machen.
Die Ausbildung ist mehr als nur die alltägliche und typische Büroarbeit, an die man denkt. Sie ist vielseitig und sehr spannend, wenn man beispielsweise Recherchen für tiefgreifende Fälle und Aufträge macht.
Ich kann jungen Menschen in meinem Alter nur empfehlen: macht Praktika! Probiert euch aus! Schaut euch diverse Berufsfelder an, macht auch ein Praktikum in einem Bereich, von dem ihr nicht mal wusstet, dass es ihn gibt.
Ich habe mal ein freiwilliges Praktikum gemacht, auch im Finanzsektor, bei dem ich ab dem ersten Tag an das Gefühl hatte, dass mir die Arbeit nicht gefallen wird. Viele Kollegen waren im Homeoffice, was ich zusätzlich demotivierend fand. Aber ich habe das Praktikum durchgezogen, und letztlich hat es mir sogar gefallen und Spaß gemacht. Man sollte sich nie vom ersten Eindruck täuschen lassen, sondern intensiv hinschauen und nicht gleich abbrechen.
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