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Unser Wirtschaftssystem in Zukunft
Soziale Marktwirtschaft im digitalen Wandel

Autorin/Autor: Dr. Claudia Schlembach

Monopole verhindern, freie Märkte und fairen Wettbewerb fördern: Das Konzept der sozialen Marktwirtschaft verspricht „Wohlstand für alle“. Fairer Wettbewerb soll durch staatliche Ordnungspolitik garantiert werden. Wie kann dies gelingen im Zeitalter von Digitalisierung und dem Wandel ganzer Berufsbilder? Wie kann Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit zukunftsfähig gemacht werden? Sicher ist, die Konzentrationsprozesse die die Digitalisierung mit sich bringt, sind eine Herausforderung für die soziale Marktwirtschaft.

Ein belebter Marktplatz bei sonnigem Wetter. Es sind mehrere Zelte aufgebaut.

Die Digitalisierung betrifft nicht nur den Kontakt der Menschen in sozialen Medien. Neue Technologien wie etwa Roboter und künstliche Intelligenz haben großen Einfluss auf den Arbeitsmarkt und die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes. Nun müssen Wege gefunden werden, den Fortschritt mit unserer sozialen Marktwirtschaft zu vereinbaren.

maxmann; HSS; Pixabay

Die Digitalisierung macht vielen Leuten Angst. Ein Großteil der Bevölkerung sorgt sich vor allem um die Zukunft ihrer Arbeitsplätze. Produktionsabläufe oder Verwaltungsaufgaben, für die sonst mehrere Personen zuständig waren, können durch die immer besseren Technologien automatisiert werden. Das spart großen Unternehmen Zeit und Geld.

Aber was ist mit den mittelständischen und kleinen Unternehmen? Diese haben oft keine bzw. nicht genug Möglichkeiten auf den Zug des Fortschritts aufzusteigen. Dadurch entsteht eine wirtschaftliche und soziale Polarisierung. Der technologische Wandel ist einer der wichtigsten Gründe für die immer größer werdende Ungleichheit von Vermögen der Unternehmen und Einkommen der Menschen.

Entgegen dieser Ängste sehen Wissenschaftler viele Chancen, wie z.B. die deutlich verbesserten Arbeitsbedingungen und die höhere Lebensqualität der Arbeitnehmer. So können zu schwere Arbeiten von Maschinen erledigt werden, die von Menschenhand gesteuert werden. Eltern können den Beruf und die Betreuung der Kinder durch das sog. „Home-Office“ miteinander verbinden.

Das größte Problem der sozialen Marktwirtschaft im digitalen Wandel ist jedoch nicht der Umbruch selbst, sondern die Geschwindigkeit. Der Fortschritt muss heute in wenigen Jahren statt Jahrzehnten passieren, um „up to date“ bleiben zu können. Das Versprechen, Wohlstand für alle zu schaffen, gelingt nur, wenn die Menschen in derselben Geschwindigkeit in der die Digitalisierung voranschreitet, auf neue Aufgaben und Berufsbilder vorbereitet werden. Die Aus- und Weiterbildung der Bevölkerung im Umgang mit digitalen Mitteln ist hier der entscheidende Punkt für die soziale Marktwirtschaft im digitalen Wandel.

Info:

Die siebte Kooperationsveranstaltung der Hanns-Seidel-Stiftung mit der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) ging auch dieses Mal wieder „um grundsätzliche Positionen für unsere Wirtschaft und Gesellschaft“, wie Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw in seiner Begrüßungsrede lobend ausführte. Auch die Vorsitzende der Hanns-Seidel-Stiftung, Ursula Männle, hob hervor, dass diese Kooperation wichtig ist, weil sie die Akteure aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik auf einem Podium zusammenbringt.

Wirtschaft und Finanzen
Dr. Claudia Schlembach
Leiterin