Perspektivwechsel
Trump II: Nordostasien zwischen Hoffnung und Furcht
Eine Podiumsdiskussion aus unserer Reihe "Perspektivwechsel: Auslandsmitarbeiter der Hanns-Seidel-Stiftung berichten" beschäftigte sich mit der öffentlichen Wahrnehmung zu Beginn der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump.
In einer Zeit globaler Umbrüche und geopolitischer Spannungen ist es wichtiger denn je, die Sichtweisen und Standpunkte verschiedener Regionen auf der Welt zu kennen und zu verstehen. Eine Podiumsdiskussion aus unserer Reihe "Perspektivwechsel: Auslandsmitarbeiter der Hanns-Seidel-Stiftung berichten" beschäftigte sich mit der öffentlichen Wahrnehmung zu Beginn der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump. Es ging um die Beziehungen zwischen den USA und den Ländern in Nordostasien, die die Stabilität in dieser Region und damit auch die weltweite Ordnung beeinflussen. Die Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus wird in der Mongolei, Korea und China unterschiedlich wahrgenommen. Die Reaktionen der Menschen in diesen Ländern sind verschieden und hängen von ihren jeweiligen Sorgen, Ängsten und Hoffnungen ab.
Es gibt jedoch eine Gemeinsamkeit: In all diesen Ländern überwiegt die Einigkeit darüber, dass der Umgang der neuen US-Regierung mit China, die wichtige Position der Mongolei (als Nachbar von China und Russland) und die Sicherheits- sowie Wirtschaftsinteressen Südkoreas die künftige Entwicklung der Region stark beeinflussen werden. „Während aus deutscher Sicht momentan vor allem Trumps Populismus und dessen Auswirkungen auf Demokratie und internationale Bündnisse hinterfragt werden, stehen in Asien wirtschaftliche und sicherheitspolitische Aspekte im Fokus,“ fasste Dr. Susanne Luther, Leiterin des Instituts für Internationale Zusammenarbeit der HSS, in ihrer Eröffnung zusammen.
Dr. Bernhard Seliger für die Koreanische Halbinsel, Felix Glenk für die Mongolei, Veronika Eichinger, Referatsleiterin Nordost- und Zentralasien, Debora Tydecks-Zhou und Dominik Sprenger für die HSS in China (v.l.n.r.).
Auf dem Podium berichteten eine Auslandsmitarbeiterin und drei Auslandmitarbeiter aus der Region über ihre aktuellen Erfahrungen im jeweiligen Projektland: Dr. Bernhard Seliger für die Koreanische Halbinsel, Debora Tydecks-Zhou und Dominik Sprenger für die HSS in China, und Felix Glenk für die Mongolei. In kurzen Impulsvorträgen schilderten sie die nationalen Perspektiven und beleuchteten sowohl die politischen als auch wirtschaftlichen Aspekte. Schnell wurde deutlich, dass sich die Medienlandschaften auf der Koreanischen Halbinsel, in China und in der Mongolei stark unterscheiden: Während die Berichterstattung in der Mongolei und Südkorea vergleichbar ist, verfügt China über eine hoch entwickelte, aber stark regulierte Medienlandschaft. Hier analysierte Debora Tydecks-Zhou (für die HSS in Peking) die Meinungen in den klassischen chinesischen Medien, bevor Dominik Sprenger (HSS Hangzhou) die Sozialen Medien in China auswertete: „Die Reaktionen chinesischer Nutzer auf Donald Trumps Rückkehr ins Weiße Haus sind vielfältig und häufig von Satire, Humor und Spott geprägt,“ so Sprenger. Tydecks-Zhou ergänzt: „Die Reaktionen der Regierung sind von Selbstbewusstsein geprägt. Reaktionen auf Trumps Beschlüsse bleiben grundsätzlich sehr sachlich, zu Trump als Person wird sich nicht geäußert.“
Felix Glenk (HSS Ulan Bator) sprach über die strategisch wichtige Position der Mongolei. Er sagte, dass das Land versuche, das Gleichgewicht zwischen seinen beiden großen Nachbarn, China und Russland, zu bewahren. Die Handelspolitik der USA unter Trump, vor allem der Handelskrieg mit China, werde große Auswirkungen auf die Mongolei haben.
Für Nord- und Südkorea gebe es nach Aussage von Dr. Bernhard Seliger (HSS Seoul) zahlreiche Szenarien: Ideal sei ein Abkommen, das die Beziehungen zum Süden normalisieren könne. Er befürchtete jedoch, dass es in Korea keinen langfristigen Deal geben werde, das gegenseitige Misstrauen beider Länder werde dies verhindern.
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