Steinmeier besucht Ecuador
Unterwegs mit dem Bundespräsidenten
Zum ersten Mal seit 26 Jahren besucht ein deutscher Bundespräsident Ecuador. Anlässlich des 250. Geburtstags Alexander von Humboldts unternahmen Bundespräsident Frank Walter Steinmeier und seine Frau, Elke Büdenbender, zusammen mit einer Delegation aus Humboldt Experten vom 13. bis 16. Februar eine Reise in das Land am Äquator zwischen Peru im Süden und Kolumbien im Norden.
Bei einem Ausflug zum Vulkan Antisana erkundigte sich Steinmeier über den Beitrag der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zum Umwelt- und Klimaschutz.
P.fleischhauer; HSS
Neben der Eröffnung der Humboldt-Saison „Humboldt y las Américas", für die Steinmeier die Schirmherrschaft übernommen hat, stehen vor allem die Themen Demokratie, Wirtschaft, Kultur und der Klimawandel im Mittelpunkt des Besuchs. Ecuador hat in der letzten Zeit einen Weg der Öffnung und des demokratischen Aufbruchs eingeschlagen.
Der Vater der Ökologie
In seiner Eröffnungsrede in der katholischen Universität in Quito sprach Steinmeier vor allem über das Leben und Wirken Humboldts. Sein wissenschaftliches und politisches Erbe sei gerade heute in einer Welt, die vor immer neuen Herausforderungen und Gefahren steht, aktueller denn je. Humboldt gilt als Vater der Ökologie und habe wie kein anderer europäischer Wissenschaftler zuvor die Natur des lateinamerikanischen Kontinents erforscht und beschrieben, deren Schönheit und Vielfalt heute durch die Auswirkungen des Klimawandels bedroht ist, so Steinmeier.
Daher stand dieses Thema auf der Reise des Bundespräsidenten in besonderem Fokus. Bei einem Besuch der Galapagosinseln wies Steinmeier auf die Problematik der Verschmutzung der Weltmeere durch Plastikmüll hin und im Schutzgebiet um den Berg Antisana erkundigte sich der Bundespräsident über den Beitrag der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zum Umwelt- und Klimaschutz und zu Projekten zum Erhalt der Biodiversität.
Bundespräsident Steinmeier mit unseren Alstipendiaten und Philipp Fleischhauer (rechts), HSS-Projektleiter in Peru, Bolivien und Ecuador.
P.Fleischhauer; HSS
In der Tradition von Alexander von Humboldt, der unablässig den Respekt vor anderen Kulturen und Traditionen einforderte, ist Ecuador seit der neuen Verfassung von 2008 ein interkultureller und plurinationaler Staat, in dem alle darin lebenden Ethnien garantierte Rechte und Pflichten haben. Dies ist gerade in einem Land wie Ecuador mit einem hohen indigenen Bevölkerungsanteil von besonderer Bedeutung.
Land und Leute
Über die Situation der indigenen Bevölkerung, insbesondere in den Bereichen Gesundheit, Menschenrechte und faire Lebensbedingungen konnten sich der Bundespräsident und seine Frau bei einem Gespräch mit ehemaligen Stipendiaten der Hanns-Seidel-Stiftung ein genaues Bild machen.
Die ehemaligen Stipendiaten erzählten von den Lebensumständen der indigenen Bevölkerung, welche Herausforderungen sie im Lauf ihrer Karriere bewältigen mussten und wie ihnen das Stipendium der Hanns-Seidel-Stiftung half, ihre Zukunftsträume zu erfüllen. Durch den Studienabschluss an einer Exzellenzuniversität und die erworbenen Zusatzqualifikationen gelang es den Stipendiaten sich auf dem Arbeitsmarkt in Ecuador zu behaupten und einen formellen und hoch qualifizierten Arbeitsplatz zu erlangen. Für das Präsidentenpaar war dieser authentische Einblick in die ecuadorianischen Lebensrealitäten anhand der persönlichen Erzählungen eine sehr interessante Erfahrung, sagte Steinmeier.
Dr. Holger Michael
Representante
Esther J. Stark