Von wegen Print stirbt
Aufgabenstellung: Gruppenbild
Prof. Dr. Gabriele Goderbauer-Marchner von der Universität der Bundeswehr München führte die 19 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in das Thema ein. Zusammen erarbeiteten sie die Stärken des Printjournalismus und stellten diese den Vorzügen der crossmedialen Aufbereitung von Themen gegenüber. Es wurde schnell klar: Multimedialität bietet viele Möglichkeiten, bei denen das gedruckte Text-Bild-Format nicht mithalten kann. Trotzdem haben auch die Printprodukte Charakteristika, die nicht online ersetzt werden können. Veränderung ja, aber von einem bevorstehenden Ende muss nicht die Rede sein.
Die Tageszeitung - immer noch ein starkes Medium
Das Seminar lief zwar unter dem Titel „Printakademie“, doch das Thema Schreiben ist für die journalistischen Tätigkeitsfelder Radio und Fernsehen nicht weniger wichtig. An Tag zwei stand folglich die Auseinandersetzung mit den wichtigsten journalistischen Darstellungsformen auf dem Plan. Zusammen mit der Journalistin Ulrike Aigner und Prof. Dr. Gabriele Goderbauer-Marchner erarbeiteten die Stipendiaten eine Übersicht und kategorisierten die Stilformen nach interpretierenden, kommentierenden und referierenden Gesichtspunkten. Anschließend ging es sogleich in die Praxis. Es galt, so nah wie möglich an der Realität des journalistischen Berufsalltags, zu vorgegebenen Themen Artikel zu verfassen. Den Anfang bildeten Nachricht und Kommentar. Nach der Recherche und Arbeit am PC führte es die Teilnehmenden am Nachmittag nach draußen. Das Ziel: Eine Reportage. Es standen unterschiedliche Themenbereiche zur Wahl. Eine Gruppe fuhr an den Tegernsee und recherchierte dort zum Thema Tourismus, eine andere blieb im Bildungszentrum und blickte dort hinter die Kulissen. Auch die Europawahl wurde von einigen Schreibern aufbereitet, während weitere zwei Gruppen die naheliegende Fischzucht und das Gasthaus „Altes Bad“ genauer unter die Lupe nahmen. Zum Abschluss des Tages gab Prof. Dr. Goderbauer-Marchner einen vertiefende Einblick in New Media Journalism und das Thema Social Media Content. Die Stipendiaten wurden mit dem neuen Begriff des Innovationsjournalismus vertraut gemacht und diskutierten über die Zukunft des Journalismus, bevor bis in die späten Abendstunden der letzte Feinschliff an der eigenen Reportage erfolgte.
Perspektive - Grundelement der Fotografie
Das Feedback dazu folgte am nächsten Vormittag. Die Seminarleiterinnen Ulrike Aigner und Gabriele Goderbauer-Marchner gaben hilfreiche Tipps, wie jeder seine Arbeit noch verbessern könne. Wie sieht Online-Journalismus konkret aus? Auch diese Frage stand auf dem Tagesplan. Außerdem legten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der Stilform Glosse noch einmal selbst Hand an.
Am Nachmittag drehte sich dann alles um Fotografie. Der Bildjournalist Thomas Plettenberg machte die Stipendiaten mit den Grundlagen der Kameratechnik vertraut und informierte sie über die unterschiedlichen Anwendungsgebiete der Fotografie. Mit Kameras ausgestattet hieß es dann bei einer Gruppenarbeit „learning by doing“. Jeder Teilnehmer sollte ein Portrait, ein Gruppenfoto und ein Bild von einer Person mit Gebäude in der richtigen Relation schießen. Die gemeinsame Besprechung der Fotos war der gelungene Abschluss des Tages – auch dank der vielen kreativen Ideen, die umgesetzt wurden.
Ein Vortrag von Rechtsanwalt Ulrich Grund zum Thema „Recht und Journalismus“ rundete das Programm am Sonntagvormittag ab.
Lisa Hasenbein
Isabel Küfer, M.A.
Leiterin