Fraktion im Bayerischen Landtag
Die Konstituierung der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag 1946
Am 1. Dezember 1946 hatten die Bayern die Wahl: Gleichzeitig mit einem Volksentscheid über den Entwurf einer neuen Verfassung wurde in freier und geheimer Wahl der Bayerische Landtag gewählt – das erste Mal seit 1932. Stärkste Partei wurde mit 52,3 % die CSU, die damit auch die größte Fraktion stellte. Die Konstituierung des Ersten Bayerischen Landtags vollzog sich am 16. Dezember, die CSU-Fraktion traf sich jedoch schon am 9. Dezember zur konstituierenden Sitzung im „Fraktionssaal“ des Wirtschaftsministeriums in der Prinzregentenstraße 28. Am 21. Dezember wurde Dr. Hans Ehard zum Bayerischen Ministerpräsidenten gewählt, nachdem zuvor der CSU-Landesvorsitzende Dr. Josef Müller im ersten Wahlgang gescheitert war. Den Vorsitz der CSU-Fraktion übernahm Dr. Dr. Alois Hundhammer (1946–1951), der bis Januar 1950 auch die Funktion des Kultusministers ausübte.
1996 beschrieb der ehemalige Fraktionsvorsitzende (1958-1962) und Landtagspräsident a.D. Dr. Franz Heubl die CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag als „ein Gebilde besonderer Art, das juristisch schwer zu fassen ist. Selbständig und doch nur Teil; Teil des Parlaments, Teil einer Partei, eingebunden in die Verantwortung für das Wohl des Staates und seiner Bürger, bestrebt durch den Wahlerfolg der Partei weiterhin Gestaltungskraft zu haben. Eine Landtagsfraktion bemüht sich, die Landesinteressen in Bonn erfolgreich verständlich zu machen und berechtigten Bundesinteressen im Land Anerkennung zu verschaffen und so beizutragen zu einem funktionsfähigen und lebendigen Föderalismus.“ (Franz Heubl, Ein erfolgreicher Weg durch den Wechsel der Jahre, in: CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag (Hrsg.), In Verantwortung für Bayern, München 1996, S. 16f.)
Die Fraktion heute
Heute versteht sich die CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag als die „Herzkammer“ der Partei. Sie ist eine Institution, in der die Abgeordneten Politik mit Herzblut gestalten und das Ohr am Bürger haben. Sie ist in Bayern der politische Taktgeber, der wichtige Impulse für konkrete Politik setzt. Wie ein Motor treibt sie Zukunftsentscheidungen voran, sie ist immer in Bewegung, aber in der Heimat fest verwurzelt.
Stv. Leiterin des ACSP